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Dillingen

29.01.2019

Scheiffele-Schmiederer baut in Gundremmingen

In Gundremmingen hat Scheiffele-Schmiederer bereits vor dem Spatenstich mit den Arbeiten für das neue Holzwerk samt Firmenzentrale begonnen.
Bild: Christian Kirstges

Der offizielle Spatenstich des Dillinger Großhändlers wird von Politikern in der Atomgemeinde gefeiert. Aber was passiert am Standort in der Kreisstadt?

Was einst zumindest in Teilen in Dillingen geplant war, entsteht jetzt in Gund-remmingen: Dort ist am Montagmorgen der offizielle Spatenstich für den Neubau der Unternehmenszentrale inklusive des Holzwerks der Firma Scheiffele-Schmiederer gesetzt worden. Der Holzgroßhändler, dessen Zentrale bisher in Dillingen steht, will in der Atomgemeinde auf knapp neun Hektar im ersten Abschnitt mehr als 30 Millionen Euro investieren, im zweiten werden es noch einmal gut zehn sein. Dementsprechend wurde der Spatenstich in Gundremmingen gefeiert. Bürgermeister Tobias Bühler (CSU) sprach zwar von einem großen Landverbrauch, aber auch einer großen Firmenansiedlung in der Gemeinde, die ihr die Zukunft sichere und den Verlust von Arbeitsplätzen beim direkt benachbarten Kernkraftwerk abfedern könne. Zunächst plant Scheiffele-Schmiederer mit 100 Jobs, weitere sollen perspektivisch entstehen. Auch wird ein neuer Kreisel als Zufahrt gebaut, von dem auch das Sportzentrum profitiert. Damit es soweit kommen konnte, seien gut acht Hektar Land mit RWE getauscht worden, informierte Bühler. Der Stromkonzern plant neben dem bisherigen Kraftwerk ein Reservegaskraftwerk, wobei unklar ist, ob man den Zuschlag bekommen wird. Dass dort, wo bereits Baumaschinen tätig sind, noch vor Kurzem Landwirte arbeiteten, könne man kaum noch nachvollziehen, so habe sich das Gebiet in kurzer Zeit verändert, blickte Bühler zurück. Dankbar sei er auch Pfarrer Richard Harlacher, der geholfen habe, zwei Hektar an Vogelschutzgebieten statt beim Gewerbegebiet nun auf Kirchengrund auszuweisen. Auch Bauminister Hans Reichhart und Landtagsabgeordneter Alfred Sauter (beide CSU) hätten im Hintergrund geholfen, damit die Planungen gut vorankamen.

Hier im Dillinger Westen (Vordergrund) war die Erweiterung der Firma Scheiffele-Schmiederer (links) ursprünglich geplant. Zehn Millionen Euro wollte der Holzgroßhändler hier investieren.
Bild: Jan Koenen, Stadtverwaltung

Ein "wegweisender Tag" für das Familienunternehmen

Karl Schmiederer junior, geschäftsführender Gesellschafter, sprach von einem „wegweisenden Tag“ für das Familienunternehmen, das es seit gut 180 Jahren gebe, davon 101 in Dillingen. Ein Teil der Investition sei eigentlich eben dort vorgesehen gewesen, doch man habe immer mehr erkannt, dass es keine Entscheidung für die Zukunft gewesen wäre. (Hier finden Sie den Bericht über die Präsentation der Pläne im Dillinger Stadtrat.) In Gundremmingen hingegen stimmten der Zuschnitt des Geländes, die Größe und die Verkehrsanbindung. Hier seien auch wirtschaftlichere Wege innerhalb des Werks möglich, der Standort werde zum modernsten Holzgroßhandel mit Produktion in Deutschland. 2021 soll der Betrieb aufgenommen werden, der Umzug aus Dillingen ist für Herbst 2020 geplant – wobei das Hobelwerk zunächst noch dort bleibe und erst im zweiten Bauabschnitt in Gundremmingen eingerichtet werde.

Derzeit keine Pläne für eine Schließung

Wie der Dillinger Standort in die Prozesse integriert wird, sei noch nicht klar, aber es gebe derzeit keine Pläne für eine Schließung, sagte Schmiederer im Gespräch mit unserer Redaktion. Auf Nachfrage unserer Zeitung, wie viele Mitarbeiter derzeit in Dillingen beschäftigt sind (es dürften um die 90 sein) und nach der Verlagerung nach Gundremmingen in der Kreisstadt bleiben werden, gab der Geschäftsführer keine Auskunft. Schmiederer sagte, dass in unserem jüngsten Bericht davon die Rede gewesen sei, dass die Stadt Dillingen über die Pläne des Unternehmens nicht informiert gewesen sei. Dies stimme nicht. „Die Stadt Dillingen war informiert“, betonte Schmiederer. Die Stadtverwaltung teilte mit, dass sie dieselbe Pressemitteilung wie unsere Zeitung erhalten habe. Wie die Zukunft des Standorts Dillingen ausschauen wird, war darin kein Thema.

Für ein neues Holzwerk samt Firmenzentrale wird im Gewerbegebiet Am Auwald in Gundremmingen gebaut, in Burgau entsteht das neue Stadthaus im Zentrum. Dafür sind jetzt die offiziellen Spatenstiche gesetzt worden.
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Insgesamt 60 Millionen Euro fließen nach Gundremmingen und Burgau
Bild: Bernhard Weizenegger und Christian Kirstges

Das neue Werk wird durchgehend digitalisiert

Im neuen Werk in Gundremmingen soll es eine Leistungssteigerung um bis zu 450 Prozent geben, und das bei einem geringeren Energieverbrauch. Auch werde der Standort durchgehend digitalisiert, unter anderem sind eine 3D-Ladeplanung und eine Live-Lieferverfolgung geplant. Mit einer speziellen Scannertechnik werden alle Holzprodukte aus der Produktion geprüft. Karl Schmiederer dankte auch dem Günzburger Landratsamt, das den Bauantrag in nur vier Wochen genehmigt habe. Minister Reichhart lobte die Entwicklung in Gundremmingen. Was bei der Energieversorgung in Sachen Innovation zum Teil verloren gehe, werde beim Bereich Holz gewonnen – und ein produzierender Betrieb. Ebenso hob er beim nächsten Termin in Burgau (Eine Bildergalerie über die beiden Spatenstiche finden Sie hier.) die Bedeutung des dortigen Projekts hervor. Dort steckt ein Investor 20 Millionen Euro in ein Stadthaus, das neben der Kapuziner-Halle gebaut wird.

Einen Kommentar von Berthold Veh zum Thema finden Sie hier:

Spatenstich in Gundremmingen: Schade für Dillingen

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