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Gottmannshofen

27.06.2017

Schikane bei Nordic Walking-Veranstaltung: Läufer verirren sich im Wald

„Das Chaos nahm zum Glück ein gutes Ende.“Eine bunt gemischte Gruppe machte sich vormittags mit ihren Stöcken auf den Rundweg. Nicht alle kamen wie zeitlich vorgesehen ins Ziel.
Bild: Ulrike Walburg

Markierungen wurden mutwillig entfernt. Der Großteil der Läufer verliert zwischen Gottmannshofen, Blienbach und Hohenreichen die Orientierung. Wie sie zurückfinden. 

Probleme dieser Art haben die 44 Läufer und vier Joggger bei der diesjährigen Nordic-Walking-Tour nicht erwartet. Denn das Organisationsteam um Frank Reinhard hatte, wie in den vergangenen sechs Jahren, die Wertinger Nordic-Walking-Tour gut vorbereitet. Bereits am Vortag hatten sie zwei unterschiedliche Laufrouten deutlich und gut sichtbar mit Holzstangen und bunten Markierungen ausgewiesen. Am frühen Sonntagmorgen fährt Josef Liebert die Laufstrecke nochmals zur Kontrolle ab und findet alle Markierungen an vorgesehener Stelle vor. Die Wertinger Nordic-Walking-Veranstaltung kann beginnen. Für manche endet der Lauf erschöpft im Wald. In bunter Sportkleidung, Laufschuhen und mit ihren speziellen Gehstöcken machen sie sich am Vormittag am Gasthof Stark in Gottmannshofen auf den Weg. Die Begeisterung für die Bewegung in der freien Natur teilen die „Zusamläufer“ mit vielen anderen Vereinen und Initiativen aus der Gegend. So sind beispielsweise ganze Gruppen aus Ellerbach, Höchstädt, Unterthürheim und Bissingen am Start. „Wir freuen uns, sogar Gäste aus dem Württembergischen, aus Giengen begrüßen zu können“, sagt Reinhard Frank, vom Veranstaltungsteam.

Nordic Walking fördert die Gesundheit

Grundsätzlich gibt es für die Teilnahme keine Altersbeschränkung. Jeder der Freude an der Bewegung in der Natur und der speziellen Lauftechnik hat, ist eingeladen. Von 20 bis weit über 80 Jahre sind die Teilnehmer – 44 Läufer und vier Jogger sind es dieses Mal. Die meisten sind in Laufgruppen organisiert und trainieren das ganze Jahr über regelmäßig ein bis zweimal die Woche. „Die Gemeinschaft hilft mir, selbst bei schlechtem Wetter meinen inneren Schweinehund zu überwinden und mich an der frischen Luft zu bewegen“, sagt ein Teilnehmer. Anneliese Regner ist während des ganzen Jahres regelmäßig mit ihren Stöcken unterwegs. Sie erfährt mit diesem Sport einen positiven gesundheitlichen Impuls gegen ihre Krankheit Diabetes. Marlies Gumpp macht mit dem Nordic-Walking ähnlich gute Erfahrungen gegen Bluthochdruck.

Vor dem Lauf strecken und dehnen sich die Teilnehmer bei Musik unter fachkundiger Anleitung von Carina Bengeser. „Damit der Kreislauf in Schwung kommt“, sagt sie. Die Physiotherapeutin betont die positiven, gesundheitlichen Effekte des Laufsports. „Der Hals und Nackenbereich wird gedehnt und die Wirbelsäule gestärkt.“ Sie hebt hervor: „Das Gehen mit den Stöcken schult die Rechts-Links Koordination und ist somit eine hervorragende Demenzprävention.“ Die diesjährige Tour führt über einen Rundweg von Gottmannshofen, über Bliensbach und Hohenreichen. Je nach Kondition entscheiden sich die Teilnehmer für die längere Route von elf Kilometern oder für die Kürzere von sieben Kilometern. Unterwegs stehen zwei Versorgungsinseln, ausgestattet mit Lebensmittelspenden von Sponsoren aus der Region, mit Wasser, Obst, Müsliriegeln und Brezen und sorgen für ausreichende Nahrungs- und Flüssigkeitszufuhr während der sportlichen Anstrengung.

Die gute Stimmung trotzt der Schikane

Doch zum großen Entsetzen kommen fast 30 Läufer nicht bei der Versorgungsinsel an. Stattdessen irren sie über längere Zeit ziel- und orientierungslos im Wald umher. Bisher Unbekannte hatten die vorgesehene Markierung entfernt und in das Feld geschmissen. Die Organisatoren rücken mit zwei Autos und einem Traktor aus und durchkämmen den Wald. Schließlich finden sie die zum Teil ortsunkundige und zum Teil erschöpfte Gruppe. „Das Chaos nahm zum Glück ein gutes Ende. Da es heute keine 30 Grad hat, ist glücklicherweise niemand wegen des Wassermangels und wegen des wesentlich längeren Laufs in gesundheitliche Not geraten“, berichtet Frank Reinhard erleichtert. Läufer wie Organisatoren verurteilen diese Aktion, lassen sich allerdings die gute Stimmung nicht verderben. Zurück im Gasthof Stark in Gottmannshofen gibt es in geselliger Runde ein deftiges Mittagessen. Dabei werden die Gewinner mit Geschenkkörben ausgezeichnet. Der erste Preis geht an die „Aschbergfüssler“ aus Ellerbach, der zweite Preis an den TSV Wertingen und Platz drei belegt die Laufgruppe aus Gingen.

Der Wettergott hatte es gut mit den Läufern gemeint. Im Gegensatz zu den vergangenen Tagen war die Luft an diesem Tag angenehm frisch. „Die Temperaturen sind ideal zum Laufen.“ Mit diesen Worten hatte Wertingens Bürgermeister Willy Lehmeier die Läufer losgeschickt. Er lobt das sportliche Engagement der Walker: „ Die Einen reden davon, und Sie tun es.“

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