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Landkreis Dillingen

15.07.2019

Schloss zu verkaufen: Dürfen's 35 Zimmer und ein Rosengarten sein?

Das Schloss Schlachtegg in Gundelfingen (Kreis Dillingen) steht zum Verkauf. Das Anwesen ist fast 4000 Quadratmeter groß.
Bild: Floristenverband Bayern

Plus Für 2,9 Millionen Euro gibt es das feudale Anwesen Schloss Schlachtegg zu erwerben. Warum die 35 Zimmer inklusive Kapelle und Rosengarten nun zu haben sind.

Zuerst einmal die Fakten zum Angeben: 35 Zimmer, 2300 Quadratmeter Wohnfläche, fast 4000 Quadratmeter Grundstücksfläche. Werte, die jedem Immobilienmakler feuchte Augen bereiten. Und wer bei diesen Zeilen sein neues Zuhause schon vor Augen hat, dem sei gesagt: Diese Immobilie ist noch zu haben. Es handelt sich um das Schloss Schlachtegg in Gundelfingen im Kreis Dillingen. Die besonderen und deutlich mehr als vier Wände haben allerdings natürlich ihren Preis: 2,9 Millionen Euro. Dafür bekommt der Käufer einen feudalen Wohnsitz – oder was auch immer er aus dem Schloss machen würde. Die Räume eignen sich für vieles. Laut Immobilienannonce etwa für einen Firmensitz, ein Tagungshotel, eine Seniorenresidenz oder ein Seminarzentrum.

Mehrere Veranstaltungssäle im Schloss bieten Raum für bis zu 200 Personen. Wem der vorhandene Platz nicht ausreicht, der kann das Dachgeschoss zusätzlich ausbauen lassen. Hitze im Sommer ist dank 1,10 Meter dicker Wände nicht der Rede wert. Eine kleine Parkanlage und eine Schlossmauer umgeben das Gelände, auf dem die Rosen blühen. Nicht umsonst trägt das Bauwerk den Beinamen „Rosenschloss“. Das Anwesen beheimatet sogar eine eigene Kapelle, die den Rahmen für Hochzeiten bietet.

Schloss Schachtegg stand jahrelang leer und verkümmerte

Die ältesten Teile des Schlosses stammen aus dem 13. Jahrhundert. Ursprünglich stand an dieser Stelle lediglich eine Kapelle. Im Laufe der Jahrhunderte kamen weitere Räumlichkeiten dazu, die zunächst als Kloster dienten. Dann wurde daraus ein bewohnbares Schloss – mit ständig wechselnden Besitzern. Auch ein Alten- und Pflegeheim war im Schloss Schlachtegg einmal beheimatet. Mitte des 20. Jahrhunderts ging es bergab mit dem Anwesen. Das Schloss stand jahrelang leer und verkümmerte. Bis es Anfang der 90er-Jahre aus dem sprichwörtlichen Dornröschenschlaf erwachte. Die Floristenfachverbände aus Bayern und Baden-Württemberg waren damals auf der Suche nach einem neuen Standort für Schulungen. In Gundelfingen wurden sie fündig. Auch wenn das Schloss in einem erbärmlichen Zustand war. Eine millionenschwere Generalsanierung war nötig.

Schloss zu verkaufen: Dürfen's 35 Zimmer und ein Rosengarten sein?

In den modernisierten Räumen entstand ein Bildungszentrum für Floristen in Süddeutschland. Anfangs waren die Seminare ausgebucht, es gab sogar Wartelisten. Doch die Floristenbranche schlitterte in die Krise. Discounter nahmen Blumen in ihr Sortiment auf – das Todesurteil für viele Fachgeschäfte. In der Folge ging die Zahl der Seminarteilnehmer im Rosenschloss zurück. Im Jahr 2010 verabschiedete sich zudem der Verband aus Baden-Württemberg, zuletzt war nur noch der bayerische Floristenverband im Rosenschloss heimisch. Die Beteiligten versuchten es mit einem zweiten Standbein, einem Ayurveda-Zentrum mit Angeboten für Massagen, Bäder, Yoga und Meditation. Zuletzt eröffnete auch ein Sonntagscafé im Schloss. Doch nach einem laut Betreibern „extremen“ Einbruch der Nachfrage an Seminarplätzen sei der Verkauf nun unumgänglich gewesen.

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