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Haushalt 2020

27.02.2020

Schwenningen nimmt erstmals wieder Schulden auf

In der Schwenninger Ortsmitte entsteht ein komplett neues Baugebiet. Die Gemeinde konnte dort zwei alte Anwesen erwerben. Auf rund einem Hektar entstehen nun zwölf Bauplätze – eines der größten Projekte, das im Haushalt 2020 mit circa einer halben Million Euro eingestellt ist.
Bild: Bronnhuber

Plus 24 Jahre hat Reinhold Schilling Etats für Schwenningen auf die Beine gestellt. Seit 2012 ist die Gemeinde unter ihm schuldenfrei. Das ändert sich nun.

Die großen Dreckberge sind nicht zu übersehen. Tiefe Furchen sind im Boden. Das Wetter macht es den Arbeitern auf dieser Baustelle gerade nicht sehr leicht – aber es geht trotzdem voran. Und das freut vor allem Reinhold Schilling. Schwenningens Bürgermeister sagt: „Wir haben schnell eine Firma gefunden, und die arbeitet schon fleißig. Damit haben wir gar nicht gerechnet.“

Umso besser, so gehe er Stand heute davon aus, dass die zwölf neuen Bauplätze mitten im Schwenninger Ortskern im Sommer dieses Jahres noch Baureife bekommen. Interessenten gebe es laut Schilling schon längst, „ich denke, dass die Plätze schnell vergeben sind“. Das bekommt er vermutlich dann nicht mehr in seiner Funktion als Bürgermeister der Gemeinde mit. Denn Schilling hört dieses Jahr auf, am 15. März wird sein Nachfolger oder seine Nachfolgerin bei der Kommunalwahl 2020 gewählt. „Einige Projekte kann ich nicht mehr abschließen, aber ich will sie auf jeden Fall noch so eintakten, dass es gut weitergeht“, sagt Schilling. Und genau so sieht auch der Haushalt , der letzte in seiner 24-jährigen Amtszeit, der Kommune für dieses Jahr aus. „Ja, zum Schluss ist er noch mal gewaltig“, sagt der Bürgermeister und lacht.

Kindergarten in Gremheim kostet zwei Millionen Euro

Denn neben dem Baugebiet in der Schwenninger Ortsmitte schlägt vor allem der Kindergartenneubau in Gremheim kräftig zu Buche. Rund zwei Millionen Euro stehen im Etat. Mit Trockenbauweise sollen künftig zwei Kindergartengruppen mit je 25 Kindern und eine Kita-Gruppe mit circa 16 Buben und Mädchen ein neues Zuhause bekommen. Laut Schilling sei man im Zeitplan, Ende März werden die Rohbauarbeiten vergeben. Schon jetzt versuche man als Gemeinde, sich nach den Bedürfnissen der Eltern zu richten, auch wenn nicht jeder Wunsch erfüllt werden könne. „Wir bieten schon Mittagessen an und haben die Öffnungszeiten angepasst. Das wird sehr gut angenommen, und so wird es auch künftig sein. Die Geburtenrate ist derzeit sehr stark.“


Bild: Bronnhuber


Der Bau der neuen Einrichtung ist das größte Projekte der Gemeinde in diesem Jahr, auch finanziell. Deshalb ist im Haushalt eine Kreditaufnahme in Höhe von 750000 Euro vorgesehen – erstmals seit acht Jahren. Denn seit 2012 ist die Gemeinde Schwenningen schuldenfrei. „In den Anfängen meiner Amtszeit betrug der Höchstschuldenstand 1,7 Millionen Euro. Kontinuierlich haben wir jedes Jahr diese Schulden abgebaut“, erklärt der Bürgermeister. Darauf habe er immer viel Wert gelegt. Zusätzlich wurden im Gemeindesäckel bis heute 1,65 Millionen Rücklagen gespart. Schilling : „Die Kreditaufnahme ist ein Sicherheitspuffer im Haushalt. Ob und wie wir den Kredit brauchen, wird sich zeigen.“ Außerdem habe er in seiner Amtszeit immer versucht, eher großzügig die Investitionssummen einzuplanen, sodass es im Etat keine bösen Überraschungen gebe.

2020 ist auch Geld für mehr Bauplätze eingestellt

Rathauschef Schilling erklärt weiter, dass die Gemeinde Schwenningen in den vergangenen Jahren mehr als zwei Millionen Euro für Bauland ausgegeben habe. Auch für 2020 steht die eine halbe Million Euro im Etat – sei es für Tauschgrundstücke oder Bauland. „Wir haben so gehaushaltet, dass wir solche Investitionen auch tätigen konnten. Das ging früher nicht“, sagt Schilling. Und diese Ausgaben seien mehr als rentabel, wenn die Bauplätze erst erschlossen seien. Im Ortsteil Gremheim ist es in diesem Jahr zwar noch nicht so weit, aber die Planungen für zwei neue Baugebiete laufen auf Hochtouren. Knapp 40 neue Plätze werden dort, aufgeteilt in zwei Siedlungen, entstehen. 25000 Euro sind heuer für reine Planungskosten vorgesehen.

Wie es nach der Amtszeit von Bürgermeister Reinhold Schilling weitergeht

Auch wenn Reinhold Schilling in seiner nur noch kurzen Amtszeit noch große und viele Projekte anschiebt oder gar zu Ende bringt. Eines, das will er nicht mehr beginnen. „Darum soll sich mein Nachfolger und der neue Gemeinderat kümmern“, sagt er. Die Schule gegenüber dem Rathaus in Schwenningen muss saniert werden. Den entsprechenden Förderbescheid der Regierung hat der Bürgermeister noch eingetütet. 130000 Euro können abgerufen werden. Das Gebäude müsse energetisch saniert, beispielsweise Fenster ausgetauscht werden. Die Zeit dränge nicht, dennoch sollte das neue Gremium zeitnah laut Schilling Entscheidungen treffen, wie es weitergehen könne. „Wir haben sehr viele Projekte vor uns. Aber ich will nicht zu viele Baustellen aufmachen“, so der Bürgermeister.

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