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28.03.2009

Sehr persönliche Bekenntnisse

Dillingen "Hätten die Nüchternen / Einmal gekostet, / Alles verließen sie / Und setzten sich zu uns / An den Tisch der Sehnsucht …" Mit diesen Zeilen aus einer Hymne von Friedrich Hölderlin eröffnet Herta Sökefeld ihren neuen Gedichtband "Lebensspur". Die Autorin ist mit Dillingen eng verbunden. Ihr Vater Hubert Meier-Sökefeld hatte sich 1936 in der Donaustadt niedergelassen, ein Architekturbüro eröffnet und als "Architekturmaler" einen hohen Bekanntheitsgrad erworben. 2006 hat Herta Sökefeld mit der Biografie "Leben und Werk meines Vaters" dem Maler und Erbauer der Dillinger Risse-Villa ein bleibendes Denkmal gesetzt.

Inspiriert von der Antike

Der Lyrikband "Lebensspur" dokumentiert nun Herta Sökefelds eigene künstlerische Begabung. Ihre Gedichte sind inspiriert von mythischen Bildern der griechisch-römischen Antike, von der klassisch-romantischen Lust an der metaphorischen Sprache und am Formwillen, wie ihn etwa Rilke vertrat. Trotz des klaren Bekenntnisses zu großen literarischen Traditionen findet Herta Sökefeld zu einem eigenen lyrischen Gestus. Viele Gedichte eröffnen dem Leser einen Einblick in sehr persönliche Empfindungen der Autorin. Die Aufführung Quintetts KV 452 im Salzburger Mozarteum wird zum Impuls einer schwärmerischen Hommage an Mozart: "Dein Ton trifft meine Seele - / sie schwingt sich auf zu Dir / in orpheische Höhen! / Dein Zauberklang - unsterblich, / lässt alle Sterne tanzen …"

Sinnbildhafte Vorstellungen

Sehr persönliche Bekenntnisse

Häufig wird auf sinnbildhafte Vorstellungen aus antiken Mythen zurückgegriffen. Im Gedicht "Sonnenfinsternis (erotisch)" heißt es: "O Helios, / Lebensspender, / Erderhalter. / Dein gleißendes Sommerlicht / zog heute / Mondgöttin Luna / unwiderstehlich an. / Du standest erhaben, / strahlend im Zenit, / zielbewusst umschmeichelt / von Wolkenlegionen / als SIE Dich umfing …" Viele Gedichte wie beispielsweise "Bei Morpheus" enthalten Liebeserklärungen. "Du schläfst selig / ich schicke Dir / meine Wünsche / in den Traum. - / Nimm mich mit auf Deinen Flügeln. - / Morpheus beglückt! / Lass uns erleben / auch nachtbewusst / schwingungsgleiche Einheit! - "

Herta Sökefeld, in Dillingen geboren und in Traunstein aufgewachsen, schreibt - wie sie im Nachwort bekennt - "nur, was sie fühlt und erlebt". So hat die neue Sammlung ihrer Gedichte unter das Motto "Carpe diem!" gestellt. Damit werden die Inhalte des Bandes, um ein Goethewort anzuwenden, zu "Bruchstücken einer großen Konfession".

Herta Sökefeld "Lebensspur - Gedichte", editionRester 2009, 176 Seiten, Broschur, Euro 12,90.

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