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29.02.2016

Seit 545 Jahren ein Wallfahrtsort im Kesseltal

Vortrag Nikolaus Keis sprach beim Seniorenkreis über Buggenhofen und seine Besonderheiten

Buggenhofen Kürzlich referierte er über die Häusergeschichte Hochsteins, nun hielt Nikolaus Keis einen Vortrag über die Wallfahrtskirche Mariä Himmelfahrt in Buggenhofen. Beim Seniorenkreis Bissingen, an dessen Spitze er selbst lange Jahre als Vorsitzender gestanden war, im Pfarr- und Jugendheim wurde der passionierte Heimatforscher von seiner Nachfolgerin im Amt, Hilde Ebermeyer, begrüßt. Vorzustellen brauchte sie ihn nicht, denn die jahrzehntelangen Forschungen von Nikolaus Keis, seine Führungen in der Kirche in Buggenhofen und seine Mitarbeit im Gemeindearchiv sind allseits bekannt. Neu war der Zuhörerschar indessen, dass der 84-jährige Nikolaus Keis mittlerweile auch auf die neuen Technologien zurückgreift und seine Vorträge nun mit Beamer und Laptopunterstützung hält. So konnte er mittels einer Powerpoint-Präsentation seine Inhalte anschaulich vermitteln. Die Wallfahrtskirche von Buggenhofen, an der Stelle der Entdeckung des Gnadenbildes im Jahre 1471 durch den Bauer des Abtsholzer Hofes errichtet, zählt zu den ältesten Marienwallfahrten im heutigen Bayern.

Sie erlebte eine erste Blütezeit im ausgehenden 15. und im 16. Jahrhundert, wurde dann jedoch im Verlaufe des Dreißigjährigen Krieges drei Mal völlig ausgeplündert, unter anderem durch schwedische Truppen, die vom Schellenberg bei Donauwörth her ins Kesseltal einfielen. Sofort nach dem Ende des unseligen Krieges blühte trotz der Armut und Not der Bevölkerung die Marienwallfahrt im Hahnenbachtal rasch wieder auf und erlebte dann in der Barockzeit einen bis dahin unerreichten Höhepunkt. Waren schon im ausgehenden 17. Jahrhundert bauliche Erweiterungsmaßnahmen durch Georg Danner aus Unterbissingen vorgenommen worden, so wurden nun im 18. Jahrhundert der Hochaltar und zwei Seitenaltäre neu errichtet, eine neue Kanzel und eine Orgel eingebaut und schließlich auch die großartigen Gemälde von Johann Baptist Enderle, insgesamt 25 an der Zahl, und die Stuckverzierungen von Laurentin Hieber geschaffen. Die Marienfigur mit den Seidenfäden, die ursprünglich ihren Platz im Wirsbergschrein an der Nordseite hatte, fand eine neue, zentrale Position im Hochaltar. Knapp 200 Votivtafeln aus den vergangenen drei Jahrhunderten zeugen davon, wie lebendig die Verehrung der Gottesmutter Maria von Buggenhofen in ganz Nordschwaben und darüber hinaus stets war.

Im Festjahr 1771, damals wurde das 300-jährige Bestehen der Wallfahrt gefeiert, wurden innerhalb einer einzigen Woche 10000 heilige Kommunionen gespendet. In jenem Jahr wurden 953 Gottesdienste in dem kleinen Ort abgehalten, und für das Jahr 1798 sind sogar 1049 heilige Messen in Buggenhofen überliefert. Wenn auch diese Zahlen längst nicht mehr erreicht werden, so ziehen die Wallfahrtskirche Mariä Himmelfahrt in Buggenhofen und der dazugehörige Stationenweg von Bissingen nach Buggenhofen doch bis heute Gläubige und Pilger von nah und fern an. Idyllisch gelegen, sich von ihren Proportionen her perfekt in das kleine Dorf und in die Landschaft einfügend, im Rokokostil prächtig ausgeschmückt und doch nicht überladen, so beeindruckt die Kirche in Buggenhofen ihre Besucher auch im 21. Jahrhundert. Ein großer Beifall galt zum Abschluss seines Vortrages Nikolaus Keis, der mit seinem Wissen und seinen Bildern alle Zuhörer beeindruckt hatte.

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