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Landkreis Dillingen

18.07.2020

Serie "Urlaubsparadies" Kreis Dillingen: Heute Feuchtgebiete und ein Canyon

Markant vor der weiten Landschaft des Dattenhauser Rieds steht die Wegkapelle von Architekt Frank Lattke – sie ist eines von sieben Kapellen-Projekten im Rahmen der Denzel-Stiftung. Unser rechtes Bild zeigt den Naturbeobachtungsturm mit den Erklärungstafeln zum Dattenhauser Ried und dessen Renaturierung.
Bild: Hödl

Plus Urlaub daheim: Die Radrunde entlang der Egau und durch die Felder von Wittislingen, Oberbechingen bis Haunsheim bietet Weit- und Einblick – unter anderem aufs Dattenhauser Ried.

Landkreis Bei großer Hitze kann die Fahrrad-Runde von/bis Dillingen via Bachhagel eine trockene Angelegenheit sein. Schatten ist selten auf den 37 Kilometern gegen den Uhrzeigersinn. Doch Gott sei Dank, es gibt auch „Feuchtgebiete“, die das Radeln zur Genuss-Tour machen. Mindestens drei Biergärten etwa. Und die Natur-Kneipp-Anlage in der Schabringer Egau. Oder den fahrerisch durchaus anspruchsvollen, weil engen und stellenweise glitschigen Sieben-Quellen-Weg.

Ein Höhepunkt für Naturliebhaber und wichtigstes Zwischenziel dieser Runde ist das Dattenhauser Ried – das mit rund 250 Hektar Fläche größte Moor- und Feuchtgebiet der Schwäbischen Alb. Das Ried entstand vor 5000 Jahren in einer natürlichen Senke südwestlich von Dattenhausen.

Kapellen-Runde zum Dattenhauser Ried
Bild: kropfma

Systematisch trockengelegt

Im Mittelalter künstlich überstaut und als Karpfenweiher „Dattenhauser See“ genutzt, wurde das Moor später systematisch trockengelegt und landwirtschaftlich bearbeitet. Erst seit einige Jahren ist eine Renaturierung des Niedermoores eingeleitet, dem Zweckverband gehören der Landkreis sowie die Gemeinden Bachhagel, Ziertheim, Syrgenstein und Zöschingen an. Jetzt blühen auf den feuchten Wiesen wieder Enziane und Orchideen. Für wiesenbrütende Vogelarten ist das Dattenhauser Ried ein wichtiger Rückzugsraum. Infotafeln und ein Naturbeobachtungsturm samt Panoramaliege warten nur wenige hundert Meter von der Strecke entfernt auf Radler. Der Abstecher lohnt!

Die Biker – aus Richtung Wittislingen kommend – haben kurz zuvor weitere markante Streckenpunkte passiert. Zunächst den „Dattenhauser Canyon“, ein geschätzt 20 Meter tiefes Loch in der Landschaft, dass sich inmitten der Ackerfläche völlig unvermittelt vor dem Radweg auftut und von diesem nördlich umgangen wird. Die Amerdinger Firma Weiß produziert hier Schotter aus Dolomit und Kalkstein.

Zudem tauchen auch die Kirchtürme von Ziertheim, Dattenhausen und Reistingen vor dem Radler aus den Feldern auf – als Hinweis dafür, dass auf unserer Runde nicht nur Naturliebhaber auf ihre Kosten kommen, sondern auch die Freunde kirchenhistorischer Kleinode: An einem Kreuzweg und fünf Kapellen vorbei führt der Rundkurs.

Teil des Projekts "Sieben Kapellen"

Eine davon ist die 1728 erbaute Hausknechtkapelle am nordwestlichen Ortsende von Wittislingen. Erst seit 2019 steht dagegen die vom Augsburger Architekten Frank Lattke gestaltete, moderne Holzkapelle kurz vor Oberbechingen südlich des Dattenhauser Rieds. Das Bauwerk ist Teil des Projekts „Sieben Kapellen“ der Denzel-Stiftung.

Hinter Bachhagel führt ein steinerner Kreuzweg zur Kirche St. Georg Bachhagel. Zwischen Unterbechingen und Haunsheim trifft der Radler auf die einsam gelegene Hl.-Kreuz-Kapelle. Bis zu seiner Verwüstung Ende des 15. Jahrhunderts lag an ihrer Stelle der kleine Ort Nordholz. Am nördlichen Ortseingang von Lauingen folgt die Kapelle der Birkackerhöfe und am Waldrand zwischen Lauingen und Dillingen schließlich die Herrgottsruhkapelle.

Kapellen-Runde zum Dattenhauser Ried
Bild: kropfma
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