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Lauingen zur B16

19.10.2018

„Signalisieren, dass das nicht mit uns zu machen ist“

Die B 16 soll dreispurig werden. Zu den aktuellen Plänen des Bauamtes Krumbach gibt die Stadt Lauingen nun eine Stellungnahme ab. Die größte Sorge: Dass der landwirtschaftliche Verkehr durch die Stadt umgeleitet werden soll.
Foto: Jakob Stadler

In einer Stellungnahme fordert die Stadt, landwirtschaftlichen Verkehr auf der B16 zuzulassen. Kritik gibt es am Krumbacher Bauamt.

Nur ein Beschluss steht in der Sitzung des Lauinger Stadtrates am Donnerstagabend an. Doch das Thema hat es in sich: Der dreispurige Ausbau der B16. Bis zum 29. Oktober muss die Stadt eine Stellungnahme abgeben. So wurde noch eine Sitzung vor der Bürgermeister-Stichwahl am 28. Oktober terminiert. Der zukünftige Bürgermeister ist mit im Raum: Katja Müller und Matti Müller haben auf den Stühlen für Besucher Platz genommen.

Die Stadträte haben düstere Vorahnungen

Stadtbaumeisterin Birgitta Neurohr stellt den Plan des staatlichen Bauamtes in Krumbach vor. Es geht um das Planfeststellungsverfahren des Abschnittes von Gundelfingen bis Lauingen. Die Stadt hat die Möglichkeit, Einwendungen zu formulieren. Der zu besprechende Abschnitt endet allerdings kurz hinter der Wittislinger Straße. Das ruft bei den Stadträten düstere Vorahnungen hervor – denn der nächste Abschnitt ist der, der den Lauingern besonders wichtig ist. Dort führt die B16 durch ein Wohngebiet, die Stadt will einen starken Emissions- und Lärmschutz erreichen. Gerade diese Strecke ist noch nicht Teil der geforderten Stellungnahme. Zweiter Bürgermeister Dietmar Bulling hält es für möglich, dass das „Taktik“ des Bauamtes ist. Markus Hoffmann, Fraktionsvorsitzender der CSU, formuliert es offensiver. Es sei „reine Taktik, das in diese Abschnitte zu teilen“. Mehrere Räte kritisieren, dass das Bauamt bisher nicht mit der Stadt gesprochen habe. Bulling erklärt, dass Vertreter der Behörde zwar gekommen seien – dabei sei aber nichts zur Diskussion gestellt worden.

Es gibt scharf Kritik

Auch beim zu besprechenden Abschnitt gibt es Punkte, die der Lauinger Stadtrat scharf kritisiert. Die Stellungnahme, die mit Ergänzungen am Ende einstimmig angenommen wird, wurde in einer Sitzung der Fraktionsvorsitzenden vorformuliert. Mehrfach heißt es nun, man wolle Punkte „schärfer formulieren“. Bulling sagt: „Wir müssen klar signalisieren, dass das so nicht mit uns zu machen ist.“ Die größte Sorge ist der landwirtschaftliche Verkehr. Mit der Dreispurigkeit sollen Traktoren nicht mehr auf der Bundesstraße fahren dürfen. Eine Ausweichstrecke würde durch Lauingen führen, über Schabringer Straße, Max-Eyth-Straße, Hanns-Martin-Schleyer-Straße und Riedhauser Straße. Markus Stuhler, Vorsitzender der SPD-Fraktion, betont: „Diese Straßen führen mitten durchs Wohngebiet, da sind auch Familien, und Schulkinder.“ Vitus Kleinle (CSU) fordert, „kräftig zum Ausdruck“ zu bringen, dass man die Stadt nicht mit dem landwirtschaftlichen Verkehr alleine lassen könne. Die Stadt Lauingen spricht sich in seiner Stellungnahme deshalb dafür aus, Traktoren auf der neuen B16 fahren zu lassen.

Muss eine Röhre her?

Claudia Stocker, FDP-Fraktionsvorsitzende, will zudem bereits in der jetzigen Stellungnahme auf die hohen Lärmschutzansprüche im nächsten Abschnitt hinweisen. Man müsse daran denken, dass man dort möglicherweise eine Röhre brauche oder eine tiefer liegende Fahrbahn. „Wenn man das hier nicht andenkt, dann verplanen wir uns für den letzten Abschnitt.“

Ein weiterer Punkt, denn die Räte kritisieren, ist der Eingriff in die Natur – und der geplante Ausgleich. 200 Bäume müssen gefällt werden, außerdem werden viele Hecken entfernt, erklärt Neurohr. Das soll zum Teil ausgeglichen werden – auf Flächen in Buttenwiesen und Pfaffenhofen. Mit der Stadt Lauingen sei nicht über mögliche Ausgleichsflächen gesprochen worden, sagt Neurohr. Markus Stuhler sagt: „Buttenwiesen hat genug gute Luft“ – was zu Gelächter führt. Er ergänzt: „Wir können das auch gut gebrauchen.“

Es gibt auch Positives

Die Räte merken auch Positives an. Bulling hebt die Bedeutung des Projektes hervor. „Das ist kein Luxus, wir brauchen unbedingt drei Spuren“, sagt er und erklärt die Wichtigkeit des Anschluss zur A7. Positiv bewertet werden auch die Pläne für die Faiminger Spange. Dort soll eine Brücke mit zwei Ableitungsarmen entstehen, sodass Abbiegen leichter und sicherer wird.

Walter Gruber (SPD) nutzt die letzte Sitzung vor der Stichwahl, um Bulling und Drittem Bürgermeister Albert Kaiser zu danken. Sie hätten eine „hervorragende Vertretung“ geleistet. Toll sei auch, wie sich die Verwaltung in der schwierigen Zeit reingehängt habe. Bulling gibt den Dank zurück an die Ratsmitglieder, die „super mitgearbeitet“ hätten. Gleiches gelte für die Verwaltung.

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