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Landkreis Dillingen

08.10.2019

So klingt gelebte Partnerschaft im Landkreis Dillingen

Ganz im Zeichen der Musik stand der Besuch der Höchstädter Partnerstädte Ruppertsberg und Deidesheim.
Bild: Anton Kapfer

Im Rahmen der Landkreiskulturtage treffen sich Gäste aus Ruppertsberg und Deidesheim in Höchstädt. Der Besuch steht ganz im Zeichen der Musik.

Gemäß dem Leitspruch der 21. Landkreiskulturtage „Die Donaustädte und ihre Partner“ inszenierte die Stadt Höchstädt, repräsentiert durch Bürgermeister Gerrit Maneth, zwei Begegnungstage mit Gästen aus der Partnergemeinde Ruppertsberg sowie deren Nachbarstadt Deidesheim.

Angeführt von der früheren Bürgermeisterin, Ursula Knoll, und dem amtierenden Bürgermeister, Heiner Weisbrodt, besuchte eine Delegation aus den beiden Orten ihre langjährigen Freunde in Höchstädt. Da sich die Reisegruppe hauptsächlich aus Sängerinnen der Chorgemeinschaft Deidesheim-Ruppertsberg zusammensetzte, lag es für die Verantwortlichen des Chorverbandes Kreis Dillingen auf der Hand, den Chor auch in das Kreischorkonzert in der Stiftskirche Obermedlingen einzubinden.

Warum die Erinnerungsarbeit so wichtig ist

Der erste Besuchstag führte die Gäste zunächst nach Binswangen. Das Männerensemble des Gesangvereins Binswangen verbindet mit den Chormitgliedern aus Ruppertsberg eine nun schon über drei Jahrzehnte dauernde Freundschaft. Der Vorsitzende des Förderkreises Synagoge Binswangen, Anton Kapfer, vermittelte den Gästen die jüdische Geschichte des Dorfes und vor allem den Symbolgehalt des Baustils der ehemaligen Synagoge. Nach einer sehr intensiven Diskussion über die Bedeutung der Erinnerungsarbeit begab sich die Besuchergruppe in die Marienkapelle. Kapfer erläuterte den Gästen aus der Pfalz die Historie des einmaligen Sakralbaus.

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Was das "Kirchle" in Binswangen besonders macht

Der einstige Schloss- und Ortsherr Konrad Schertlin hatte die Kapelle im Renaissancestil als Grablege für seine Familie im Jahr 1630 errichten lassen. Die Gäste bestaunten die besondere Architektur und die jetzige barocke Ausgestaltung, an der auch Barockkünstler wie Johann-Michael Fischer beteiligt waren. Das größte Überraschungsmoment aber begegnete den Besuchern in der Feststellung, dass das „Kirchle“, wie die Binswanger ihr Kleinod bezeichnen, nach den ersten Plänen für den Petersdom in Rom erbaut wurde. Als Haushofmeister in den Diensten des Augsburger Bischofs in Dillingen war Schertlin einst Delegationsmitglied bei einem „Ad-limina-.Besuch“ des Bischofs in Rom.

Besondere Verbindungen pflegt die Gemeinde Ruppertsberg mit der Binswanger Holzbaufirma Gumpp & Maier, die in der Region an der Deutschen Weinstraße schon einige imposante Bauwerke in Holzbauweise errichtete. Firmenchef Alexander Gumpp erläuterte in einer Präsentation und auf einem Firmenrundgang die Philosophie des Unternehmens, das im Holzbau auf Innovation und Nachhaltigkeit setzt. Als markante Beispiele für modernen Holzbau hinterließen die neuen Firmengebäude sowie der große Probenraum des Musikvereins im Schillinghaus bei Gästen einen starken Eindruck.

Die Partnerschaft soll auch in Zukunft gepflegt werden

Die Mitwirkung der Chorgemeinschaft beim Kreischorkonzert in der Stiftskirche Obermedlingen erwies sich als wertvoller Baustein in der Programmfolge. Durch ausgefeilte Dynamik, klare Sprache sowie saubere Intonation setzten die Sängerinnen und Sänger wie auch die Sopransolistin unter der Leitung von Marie-Luise Birkhofer einen sehr erfrischenden Akzent, getragen von der wunderbaren Akustik des sakralen Raumes.

Ein bunter Begegnungsabend im Höchstädter Schlosskeller sowie die Gestaltung des Erntedankgottesdienstes in der Stadtpfarrkirche „Mariä Himmelfahrt“ rundeten das Besuchsprogramm ab. Mit dem festen gegenseitigen Versprechen, die Partnerschaft auch in Zukunft nachhaltig zu pflegen, verabschiedeten sich die Gäste in ihre Heimat.

Mehr zu den Kulturtagen lesen Sie hier:

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