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Bauausschuss

07.07.2018

So könnte ein Kindergarten-Neubau in Lauingen aussehen

So könnte das neue Gebäude auf dem Kindergartengelände aussehen – in diesem Fall wäre in den beiden Flügeln jeweils Platz für zwei Gruppen. Rechts ist die jeweils mögliche Erweiterung mit gestrichelten weißen Linien eingezeichnet.

Im September ziehen die Kleinen an der Kurlandstraße in Container. Ein Architekt sagt, wie es weitergehen kann.

Die Zahl der Kinder in Lauingen steigt. Daher reichen die Kindergartenplätze und vor allem die Krippenplätze nicht aus. Im Bauausschuss der Stadt geht es deshalb um einen Neubau. Lauingens Dritter Bürgermeister Albert Kaiser, der die Sitzung leitet, erklärt: 2017 waren es 286 Kinder unter drei Jahren, für die die Stadt Krippenplätze bereitstellen muss. 2020 werden es 302 sein.

Am Kindergarten Kurlandstraße muss ohnehin etwas passieren, das Gebäude ist in schlechtem Zustand. Die Stadt berät, einen Neubau zu errichten, der auch Krippen-Gruppen beherbergen soll. Aktuell gibt es an der Kurlandstraße nur eine Kindergartengruppe, zum 1. September startet eine zweite. Bis dahin sollen Container bereitstehen, das Übergangsquartier für die Buben und Mädchen, bis der Neubau steht. Stadtbaumeisterin Birgitta Neurohr erklärt, die Container sollen am 6. August geliefert werden. Bis sie bezugsfertig sind, dauere es etwa drei Wochen. Sollte es Verzögerungen geben, können die Gruppen im Septeber zur Not im alten Gebäude starten und dann gemeinsam umziehen.

Für den Neubau hat die Stadt eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben, die der Günzburger Architekt Martin Endhardt dem Bauausschuss vorstellt. Der hat in den vergangenen Jahren viele Kindergärten gebaut, zuletzt in Haunsheim. Seine Entwürfe sollen die Fördermöglichkeiten so gut wie möglich ausnutzen. Das bedeutet zum Beispiel, dass es keine Flure gibt – diese sind nicht förderfähig. Stattdessen sieht der Entwurf offene Spielbereiche vor, und Küchen, in denen Erzieher gemeinsam mit den Kindern kochen und backen können. Kosten hält der Architekt auch niedrig, indem er den Zimmerer Teile des Inventars mitbauen lässt, anstatt später einen zusätzlichen Schreiner zu beauftragen. Endhardt baut Passivhäuser, die durch ihre Energieeffizienz im Unterhalt sehr günstig sind. Er stellt mehrere Entwürfe vor, auch zweigeschossige Gebäude. Der Bau würde wohl etwa ein Dreivierteljahr dauern, zuzüglich Planung. Endhardt favorisiert eine eingeschossige Lösung, in der sich zwei Kindergarten- und zwei Krippen-Gruppen unterbringen ließen. Die Baukosten sind davon abhängig, wofür sich die Stadt letztendlich entscheidet – für die eingeschossige Variante nennt Endhardt eine Summe von 1,9 Millionen Euro.

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Was aber, wenn die Kinderzahlen weiter steigen, fragt Vitus Kleinle (CSU). „Gibt es da die Möglichkeit zur Erweiterung?“ Diese sieht der Entwurf vor. An der Stirnseite des Gebäudes könne man eine Erweiterung mit Platz für zwei zusätzliche Gruppen anbauen. Birgitta Neurohr erklärt, dass der Bau dann aber an den öffentlichen Kinderspielplatz heranrücke – das könnte problematisch sein. „Wir können den Spielplatz nicht einfach ersatzlos streichen“, sagt sie. So könnte es sein, dass die Stadt einen neuen Standort in der Nähe für einen Spielplatz finden müsste – was schwierig und mit hohen Kosten verbunden wäre.

Der Entwurf für den Neubau würde den prognostizierten Bedarf nicht komplett befriedigen. Die Stadt braucht demnach eigentlich Platz für fünf Krippen- und drei Kindergartengruppen. Lauingen müsste demnach noch an anderer Stelle Betreuungsplätze schaffen.

Gerhard Frieß (FW) stellt deswegen zur Diskussion, ob man am Standort Kurlandstraße festhalten sollte. Schließlich seien die Baugebiete, in denen sich junge Familien ansiedeln, nicht dort gelegen. Wo aber ein anderer Ort für eine große Betreuungseinrichtung wäre, wisse er auch nicht. Markus Hoffmann (CSU) sagt: „Ich bin dagegen, dass man da jetzt einen Schnellschuss macht.“ Man solle sich schon die Zeit nehmen, sämtliche Möglichkeiten anzuschauen. Markus Stuhler (SPD) stimmt zu, dass man nicht überstürzt handeln sollte. Er sagt aber, dass die Zeit drängt. Daher spricht er sich für den Standort aus.

„Wir wollten Anregungen“, sagt Albert Kaiser. Die habe man nun bekommen. Jetzt könne sich der Ausschuss zusammensetzen und das Vorgehen besprechen.

Beim zweiten Lauinger Projekt zur Kinderbetreuung geht es derweil voran. Im alten Notariat am Bahnhof soll Ende des Jahres eine Kinderkrippen-Gruppe unterkommen. Nun haben die Maurerarbeiten begonnen.

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