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Dillingen/Wertingen

10.08.2020

So sieht Badespaß im Corona-Sommer im Landkreis Dillingen aus

Wertingens Freibadleiterin Silke Schirrmacher ist zufrieden nach einem guten Monat Freibadöffnung in der Zusamstadt. Die Besucher haben sich schnell in der neuen Situation zurechtgefunden und halten sich größtenteils gut an die Hygieneregeln. Im Schwimmbecken wird nun im Einbahnstraßenprinzip geschwommen.
Bild: Karl Aumiller

Plus Die Pandemie ließ die Badesaison mit Verspätung starten und stellte die Betreiber vor einige Herausforderungen. Doch dank der Hitze brummen die Freibäder. Wie es dort funktioniert.

Sommer satt im Landkreis Dillingen. Bei Temperaturen um die 30 Grad Celsius gehen in den Eisdielen die Kugeln im Akkord über die Theke, der Grill wird fast täglich angezündet und im Kühlschrank stapeln sich die Getränke. Und natürlich: An unseren Baggerseen und in den Freibädern sind freie Liegeplätze schon am späten Vormittag Mangelware. Trotz oder wegen der Corona-Pandemie. Die Menschen sehnen sich nach Normalität, doch dieser Sommer ist anders. Maskenpflicht und Abstandsregelungen sei dank. Aber ist das gerade am See oder im Freibad überhaupt möglich? Erst recht im Wasser? Wolfgang Behringer, Chef der Donau-Stadtwerke und Betreiber des Dillinger Eichwaldbades, sagt deutlich: „Ja. Wir sind sehr zufrieden. Die Menschen sind größtenteils einsichtig und verstehen die Maßnahmen. Alle sind sehr diszipliniert, sonst würde es nicht gehen.“

Abtrennungen im Schwimmbecken

Sonderöffnungszeiten, maximale Besucheranzahl, Abtrennungen im Schwimmbecken, Schlechtwetterregelung, Datenerfassung, Maskenpflicht in den Umkleidebereichen – „Es funktioniert“, so Behringer. Das sei elementar wichtig, auch, weil seine Bademeister die Aufgabe haben, die Menschen vor dem Ertrinken zu retten. „Wir sind nicht die Gesundheitspolizei. Aber klar: Manchmal heben wir schon den mahnenden Finger, wenn der Abstand nicht eingehalten wird. Aber das passiert so gut wie nie“, sagt der Freibad-Chef. Darüber sei er sehr froh, denn nirgends anders sei es möglich, dass sich bis zu 500 Menschen auf einer Fläche gemeinsam aufhalten können. „Das muss funktionieren und das tut es. Die Leute, die zu uns kommen, sind super und halten sich an alle Regelungen.“

Abstand auch am Badesee einhalten

Auch Wertingens Bademeisterin Silke Schirrmacher ist froh über die Disziplin ihrer Gäste. Seit einem guten Monat dürfen täglich bis zu 600 Gäste in das Bad. Eine Anzeigentafel vor dem Eingang signalisiert, wie viele Badewillige noch rein dürfen. Ist die Maximalzahl erreicht, muss draußen gewartet werden, bis andere Gäste das Bad wieder verlassen.

Am vergangenen Wochenende wurde die Kapazitätsgrenze in dem schönen Freibad auf dem Wertinger Judenberg erreicht. „Wenn 600 Gäste da sind, ist es trotzdem noch recht übersichtlich hier“, sagt Silke Schirrmacher. In den vergangenen Sommern seien teilweise noch deutlich mehr Gäste im Schwimmbad gewesen.

Fast alle zeigten Verständnis für die neuen Hygieneregeln, der Badespaß der Besucher wirkt am Montagvormittag, wo schon rund 150 Gäste im Wasser schwimmen oder sich auf der Wiese sonnen, völlig ungetrübt. Für die Bademeister halte sich der Mehraufwand auch in Grenzen, sagt Schirrmacher – ab und zu müssten die Bademeister auf die Abstandsregeln aufmerksam machen und mehr desinfizieren, alles recht unproblematisch. „Besonders gut kommt bei den Leuten an, dass wir nicht blockweise aufmachen, sondern durchgehend geöffnet haben“, sagt Schirrmacher.

Aus der Großstadt nach Wertingen

Sie beobachtet eine steigende Zahl von Augsburgern, die extra aus der Großstadt ins kleine Wertingen fahren, um hier zeitlich unbegrenzten Badespaß zu genießen. Das einzige, was ein bisschen Anlaufschwierigkeiten hatte, bevor es reibungslos funktionierte, war das neue Konzept im Schwimmbecken. Denn hier wird nun in einem ringförmigen Einbahnstraßensystem geschwommen, geleitet von schwimmenden Trennlinien. „Dafür hatten anfangs nicht alle Besucher Verständnis“, sagt Schirrmacher. Mittlerweile schwimmen aber auch hier die Gäste alle abstandsgemäß in die gleiche Richtung.

Abstand auch im Dillinger Schwimmbecken: Dieses Bild entstand vor wenigen Tagen im Eichwaldbad.
Bild: Karl Aumiller

Doch nicht nur das Freibad lockt bei der Hitze. Im Landkreis Dillingen gibt es natürlich noch zahlreiche Badeseen. Nur drei, der Auwaldsee bei Lauingen, der Gundelfinger Gartnersee sowie der Wünschsee bei Peterswörth, sind offizielle bayerische Badeseen. Dort testet das Gesundheitsamt während der Badesaison, vom 15. Mai bis zum 15. September, einmal monatlich die Wasserqualität. Wie auch schon in den vergangenen Jahren bezeichnet das Gesundheitsamt Dillingen die Werte als ausgezeichnet. Die letzte Probe vom 20. Juli zeigt: Der PH-Wert der Seen ist ohne Beanstandung und bakteriologisch problemlos. Das bestätigt die Leiterin des Gesundheitsamtes, Uta-Maria Kastner.

Das Gesundheitsamt Dillingen informiert

Zu diesem Zeitpunkt ist der Uferbereich laut Kastner ebenso sehr sauber gewesen. Das habe auch daran gelegen, so Kastner, dass weniger Menschen im vergangenen Monat die Seen aufgesucht hätten. Sie sagt auf Nachfrage: „Bei dem heißen Wetter der letzten Tage besuchen natürlich sehr viele Menschen die Baggerseen im Landkreis, und je nach Zugangsmöglichkeiten zum See kann es dabei auch schon mal sehr eng werden.“ Deshalb bittet sie dingend, Menschenansammlungen zu meiden und bei der Fülle an Baggerseen im Landkreis auf andere Bademöglichkeiten oder Badezeiten auszuweichen. Und weiter: „Die Polizei kontrolliert generell stichprobenartig sowie anlassbezogen die Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben der Corona-Schutzmaßnahmen und meldet gegebenfalls entsprechende Verstöße an das Landratsamt Dillingen.“

DLRG ist am Auwaldsee Lauingen

Der Dillinger Kreisverband der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) ist während der Badesaison am 50 Hektar großen Auwaldsee im Einsatz. Dort schauen die Ehrenamtlichen ebenfalls im Rahmen ihrer Möglichkeiten nach dem Rechten. Vorsitzender Christian Mack sagt: „Die Einhaltung der Hygienemaßnahmen und Abstandsregelungen funktioniert, soweit wir das beurteilen können, ganz gut“. Es gebe genügend Platz, das Gelände sei nicht übermäßig voll. Dem Badespaß stehe nichts im Weg. Auch nicht im Corona-Sommer 2020.

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