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Natur

01.04.2020

So sollte man sich jetzt im Wald verhalten

Die Brut- und Setzzeit beginnt. In der Natur sollte man als Spaziergänger und Hundehalter deshalb einige Regeln beachten.
Bild: B. Weizenegger (Symbol)

Die Brut- und Setzzeit beginnt. Spaziergänger und Hundebesitzer müssen nun einiges beachten.

Ein Spaziergang in der heimischen Natur hat vor dem Hintergrund der aktuellen Ausgangsbeschränkungen eine ganz besondere Bedeutung bekommen. Zu Beginn des Frühlings zeigt sich die Natur in unserem Landkreis von seiner schönsten Seite. Alles erwacht, frisches Grün bietet Nahrung für viele Tiere. Gleichzeitig verwandeln sich Wiese, Feld und Wald in eine große Kinderstube, übrigens auch in der unmittelbaren Nähe von Siedlungen, denn die Brut- und Setzzeit beginnt in Bayern. Viele Wildarten wechseln von ihren Winterlebensräumen in die Gebiete, wo es reichlich Nahrung gibt und die besten Voraussetzungen für die kommende Generation geboten sind. Daher ist gerade jetzt rücksichtsvolles Verhalten besonders wichtig.

Um dem Tier- und Artenschutz zu genügen, empfiehlt der Vorstand der Kreisjägervereinigung Dillingen in einer Pressemitteilung deshalb allen Naturfreunden, im Frühjahr auf den Wegen zu bleiben. Damit störe man die Wildtiere am wenigsten. Menschen und auch Hunde, die auf den Wegen bleiben, werden von Wildtieren oft nicht als Bedrohung wahrgenommen und man hat als Spaziergänger eine gute Möglichkeit, heimische Wildtiere in ihrer natürlichen Umgebung zu beobachten.

Manche Tiermütter legen ihre Jungen zum Schutz ins Gras

Dabei ist es nicht einfach, unsere Wildtiere ohne weiteres zu entdecken. Die meisten Tiere sind sehr gut getarnt. Junghasen, Rehkitze und Entenküken sind durch ihre Fellzeichnung beziehungsweise ihr Federkleid fast unsichtbar, wenn sie sich bei Gefahr nahezu reglos ins Gras oder die Feldmulde drücken. „Dieses Verhalten und die gute Tarnung ist eine natürliche Feindvermeidung“, so die Jäger. Damit wollen sich die Tiere vor ihren Fressfeinden verstecken. Dass die Jungtiere oft alleine anzufinden sind, hat nichts damit zu tun, dass die Elterntiere nicht mehr da sind, sondern ist auch Teil der Strategie, nicht gefressen zu werden. Meist sind die Elterntiere nicht weit und wachen über ihren Nachwuchs.

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Rehkitze und kleine Hasen kommen nahezu ohne eigenen Körpergeruch auf die Welt. Tiermütter, die das Leben ihres Nachwuchses schützen wollen, legen die Kleinen in Wiesen oder im Wald alleine ab und suchen es nur zum Füttern auf, um das Versteck durch ihre eigene Witterung nicht an Fressfeinde wie Fuchs und Marder, Dachs oder Greifvogel zu verraten. Feldhasenmütter zum Beispiel suchen ihre Jungen nur zweimal am Tag auf, um sie mit zwei kräftigen Portionen fettreicher Milch zu füttern.

Für den Menschen heißt das, gebührenden Abstand zu halten, um dieses natürliche Verhalten nicht zu stören und Wildtiere nicht zu berühren, auch wenn sie augenscheinlich allein und hilflos scheinen. Haben die Jungtiere den Geruch des Menschen erst angenommen, besteht die Möglichkeit, dass die Muttertiere ihre Jungen nicht mehr versorgen.

Bachen verteidigen ihren Nachwuchs vehement

Im Zweifelsfall sollten Naturliebhaber den ortsansässigen Jäger informieren. Der Jäger kann den Zustand des Tieres einschätzen und gegebenenfalls handeln. In der Regel hilft sich die Natur aber selbst.

Sehr früh im Jahr bringen die Wildschweine ihren Nachwuchs, die Frischlinge, zur Welt. Da heißt es vorsichtig sein. Die Wildschweinmutter, die Bache, verteidigt ihren Nachwuchs vehement, wenn sie Gefahr wittert. Das Kinderzimmer, den sogenannten Wurfkessel, richtet die Bache gerne im dichten Brombeergebüsch, im Jungaufwuchs von Buchen und Kiefern oder im Schilf ein. Besonders gefährdet sind Hunde, wenn sie dem Nachwuchs zu nahekommen. Sie können schwer verletzt werden. Es empfiehlt sich daher, einer Bache mit Frischlingen immer aus dem Weg zu gehen, empfehlen die Jäger. Vom Dackel bis Dobermann – Hunde haben einen natürlichen Jagdinstinkt. Deshalb appelliert die Kreisjägervereinigung an das Verantwortungsbewusstsein der Haustierbesitzer: „Bleiben Sie in der Brut- und Setzzeit grundsätzlich auf den ausgewiesenen Wegen und führen sie ihre Vierbeiner an der Leine, wenn sie nicht auf Ruf oder Pfiff reagieren. Denn die Jungtiere sind trotz guter Tarnung frei laufenden Hunden schutzlos ausgeliefert.“ (pm)

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