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Dillingen

18.11.2019

So zieht Bestseller-Autorin Ursula Poznanski ihre Leser in den Bann

Eine sympathische und für die Fragen des Publikums offene Autorin erlebten die Zuhörer bei der Lesung von Ursula Poznanski im Sparkassensaal in Dillingen.
Bild: Silvia Schmid

Ursula Poznanski schafft es, reihenweise Jugendliche für Literatur zu begeistern. Bei ihrer Lesung in Dillingen wird klar, warum.

Sie ist eine Meisterin darin, auf subtile Art Angst zu erzeugen. Mit zwei Büchern steht die österreichische Schriftstellerin Ursula Poznanski derzeit auf den Bestsellerlisten in Deutschland und anderen Ländern. Beide Bücher brachte Poznanski zu ihrer Lesung nach Dillingen mit, zu der die Buchhandlung Brenner am Donnerstagabend sie und vor allem die Poznanskifans im Landkreis in den Saal der Sparkasse Dillingen eingeladen hatte.

Unheimliche Geschehnisse in der alltäglichen Welt

Unheimliche Geschehnisse, eingebettet in die ganz normale, alltägliche Welt, sind ihre Spezialität, der Thriller ihr Metier. Ist es nun das typische Umfeld eines Teenagers, der sich ganz selbstverständlich inmitten der digitalen Welt bewegt oder der urbane Alltag in Wien oder München, alles scheint genau so normal, gewöhnlich und echt, wie wir es selbst jeden Tag erleben. Und plötzlich passieren Dinge, die erst nur leicht beunruhigen, dann jedoch zunehmend unheimlich und beängstigend wirken. Nicht nur auf den Protagonisten, sondern auch und ganz besonders auf den Leser. Mit jedem Satz fesselt einen die Geschichte mehr und mehr und zieht den Leser hinein ins Geschehen, das immer und komplexer und mysteriöser wird. Erebos 2 ist die Fortsetzung des gleichnamigen megaerfolgreichen Jugendbuches von Ursula Poznanski. Im ersten Teil des Buches ging es um ein Computerspiel, das sich verselbstständigt, immer mehr in das Leben des 16-jährigen Protagonisten Nick eingreift und dieses letztendlich kontrolliert und bestimmt.

Gespannte Stille im Raum

Der im August dieses Jahres erschienene zweite Band setzt fast zehn Jahre später ein. Der Held aus Erebos 1 ist inzwischen ein Mitzwanziger, neue Figuren kommen hinzu, er hat sich weiterentwickelt, die Technik auch. Nicht mehr PC-Spiele, sondern Smartphone-Applikationen und Social-Media, Instagram, Ikons und Memes stehen im Zentrum des Geschehens. Poznanski liest bei ihrem Live-Auftritt den Beginn der Story vor. Ihre tiefe, sonore Stimme mit der leicht wienerischen Färbung und ihr unaufgeregter, gleichförmiger Sprachduktus sorgen für gespannte Stille im Raum. Nach kürzester Zeit ist das Publikum gefesselt und auch die wenigen im Saal, die das Buch nicht bereits kennen, können die Faszination so vieler jugendlicher Leser hautnah nachvollziehen. Die Autorin kennt sich bestens aus in der Welt der Jugendlichen, sagt selbst, dass sie sich für die Möglichkeiten, die Instagram und andere Medien bieten, begeistern kann. Nicht zuletzt dieser Rest an „Nicht-Erwachsengewordenseins“, wie sie es nennt, ist es wohl, was ihre Jugendbücher so authentisch wie fesselnd macht.

So zieht Bestseller-Autorin Ursula Poznanski ihre Leser in den Bann

Dillinger Publikum hat viele Fragen

Viele Fragen hat das Dillinger Publikum im Anschluss an die Autorin. Und die gibt bereitwillig Einblicke in die Welt einer Schriftstellerin, in ihre Schreibgewohnheiten, die Gestaltung ihrer Charaktere und auch in Persönliches. So erfahren die Fans dass die Nebenfigur Victor in „Erebos“ Poznanskis Lieblingscharakter ist, sie selbst als Jugendliche Tolkiens „Herr der Ringe“ „zerlesen“ hat und ihr so manche Idee für ein Buch beim Geschirrspüler einräumen und Wäsche aufhängen einfällt. Damit „auch die Erwachsenen noch auf ihre Kosten kommen“, liest Ursula Poznanski zum Abschluss ihres Besuchs den Prolog und das erste Kapitel aus „Vanitas. Schwarz wie Erde“, dem ersten Band ihrer neuen Thriller-Reihe (erschienen bei Knaur). Protagonistin ist Carolin, eine Wiener Blumenhändlerin mit düsterer Vergangenheit, die noch vor einem Jahr unter anderem Namen gegen eines der schlimmsten Verbrecher-Syndikate ermittelte. Kaum jemand weiß, dass sie ihren letzten Einsatz überlebt hat, und so froh sie auch ist, in Wien untertauchen zu können, fühlt sie sich nicht wirklich sicher. Ihre größte Angst ist, von den falschen Leuten gefunden zu werden. Mit den wenigen, die von ihrer Existenz wissen, kommuniziert sie über die Sprache der Blumen und wird auf diesem Weg zu einem neuen Fall nach München gerufen – nicht weit entfernt von dem Ort, wo vor einem Jahr die grausamsten Dinge geschehen sind ...

Fans warten auf die Fortsetzung

Für viele Thriller-Fans war der erste Band dieser Reihe bereits wieder ein absolutes Poznanski-Highlight und sie warten sehnsüchtig auf die Fortsetzung. Deren Fertigstellung befindet sich laut Autorin in den letzten Zügen. Und auch eine Verfilmung des ein oder anderen Romans ist nicht ausgeschlossen, verrät Poznanski. Es waren mit rund sechzig Zuhörern nicht die Mengen an Menschen bei der Veranstaltung in Dillingen, die bei einer Bestsellerautorin zu erwarten gewesen wären, doch die Leser, die Ursula Poznanski in Dillingen zu hören bekamen, wurden belohnt. Sie lernten an diesem Abend eine Schriftstellerin kennen, die den Kontakt zu ihren Lesern sucht. Und die Schriftstellerin traf im Gegenzug auf echte Literaturbegeisterung.

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