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Dillingen

22.05.2019

Soldat in Dillingen: Deshalb ist es ein Traumjob

Warum entscheiden sich junge Menschen noch für die Bundeswehr? Yves Parisi und Stefanie Kissner erzählen von ihren Erfahrungen im Vierten Bataillon.
Bild: Tanja Ferrari

Plus Für viele Menschen ist die Bundeswehr noch immer ein attraktiver Arbeitgeber. Zwei junge Soldaten haben uns verraten, warum sie dort arbeiten wollen.

Jeden Morgen vor der Arbeit überlegt sich eine Bankkauffrau sorgfältig, was sie anziehen möchte, um bei ihren Kunden einen möglichst guten Eindruck zu erwecken. Bei Yves Parisi gibt es keine Auswahl. Stiefel und eine Uniform – das ist seine Arbeitskleidung bei der Bundeswehr. Parisi, der als Feldwebel in der vierten Kompanie der Bundeswehr Dillingen dient, sagt: „Ich wollte in meinem Leben etwas Besonderes machen.“

Da es mit einer Ausbildung bei der Landespolizei Bayern nicht geklappt habe, entschloss er sich vor vier Jahren sich bei der Bundeswehr zu bewerben. Seine Entscheidung hat der heute 20-Jährige, der ursprünglich aus der Region Würzburg stammt, nicht bereut. Im Gegenteil: „Als ich damals einen Vortrag der Bundeswehr gehört hatte, musste ich mich unbedingt bewerben“, sagt er.

Die IT-Abteilung bei der Bundeswehr in Dillingen ist besonders attraktiv

Nach Einstellungstests beginnt seine Karriere beim Informationstechnikbataillon in Dillingen. Für 13 Jahre verpflichtet er sich der Bundeswehr. „Das war die längste Zeit, die möglich war“, sagt er. Mit seiner Ausbildung zum IT-Systemelektroniker besteht für den 20-Jährigen auch nach der Zeit bei der Bundeswehr die Möglichkeit, in einem zivilen Beruf zu arbeiten. Gerade das gefällt ihm so gut daran. Er sagt: „Der Job hat Zukunft und man weiß, dass man mit der Ausbildung was in der Hand hat.“ Die Soldatinnen und Soldaten am Standort Dillingen haben aktuell die Möglichkeit, zwischen sieben Berufen zu wählen. Mit dabei sind unter anderem Ausbildungen zum Koch, Fachinformatiker, IT-Kaufmann oder Kaufmann für Büromanagement.

Damit es mit dem Traumjob bei der Bundeswehr auch sicher klappen konnte, hatte sich Parisi damals ausgiebig vorbereitet. „Ich habe mir Bücher organisiert, um alles Wichtige zu wissen“, erzählt er. Mit etwas Vorbereitung seien die Tests alle machbar. Was dem 20-Jährigen heute besonders gut an seiner Arbeit bei der Bundeswehr gefällt, ist die Abwechslung. „Außerdem bekommen wir hier in jungen Jahren schon sehr viel Verantwortung übertragen“, sagt er. Auch der Umstand, dass er im Dienst Sport machen könne und wesentlich mehr verdiene als in einem zivilen Job, sieht der Feldwebel als Vorteil.

Die Arbeit bei der Bundeswehr ist vielseitig und abwechslungsreich, finden Yves Parisi und Stefanie Kissner.
Bild: Tanja Ferrari

Dass der gebürtige Würzburger für seinen Traumjob im IT-Bereich im beschaulichen Landkreis Dillingen gelandet ist, stört ihn nicht weiter. „Eine Alternative wäre Berlin gewesen, aber ich wollte gerne in Bayern bleiben“, so der 20-Jährige. Auch nach der Ausbildung möchte Parisi gerne in Dillingen bleiben und hoffentlich auch irgendwann im Einsatz sein.

Sein Arbeitstag beginnt um 7 Uhr, Schluss ist um 16.30 Uhr. Doch am Freitag gibt es eine Ausnahme. Da beenden die Soldaten ihren Dienst schon um 12 Uhr. „Das ist praktisch, weil viele von uns in die Heimat fahren möchten und nicht am Standort in Dillingen wohnen“, sagt Parisi. Viel Freizeit würde den Soldaten ansonsten nicht bleiben. Meist würde man diese ohnehin mit Sport oder Weiterbildungen ausfüllen. „Die Arbeitszeiten sind trotzdem sehr human“, findet er.

Vor seinem ersten Tag bei der Bundeswehr habe er gar nicht so richtig gewusst, was da auf ihn zukomme, erinnert er sich. Er sagt: „Ich war positiv überrascht.“ Der Zusammenhalt sei klasse und man würde schnell neue Leute kennenlernen.

Warum es bei der Bundeswehr nie langweilig wird

Das gefällt auch Stefanie Kissner, die sich freiwillig bei der Bundeswehr verpflichtet hat. „Ich bin seit Januar hier“, erzählt sie. Über ihren Bruder habe sie ihre Begeisterung für die Bundeswehr entdeckt. Sie sagt: „Ein normaler Beruf kam nie wirklich für mich infrage.“ Zuvor habe sie zwar eine Ausbildung begonnen, doch nach zwei Monaten wieder abgebrochen, als sie die Zusage aus Dillingen bekommen hatte, so die junge Frau.

Die Grundausbildung zu schaffen sei nicht ganz so einfach, aber mit einer guten Vorbereitung bekomme man das hin. „Es gab natürlich schwierige Momente, aber alle ziehen an einem Strang“, erzählt sie weiter. Was der Augsburgerin besonders an der Arbeit bei der Bundeswehr gefällt, sind die vielen Möglichkeiten und Aufstiegschancen. Auch wenn sie noch nicht lange dabei sei, habe sie bereits viele tolle Erfahrungen sammeln dürfen und fühle sich schon jetzt als Teil der Gemeinschaft. „In jedem Job hat man eine Routine, aber bei der Bundeswehr ist es sehr abwechslungsreich“, sagt die 17-Jährige begeistert.

Tag der Bundeswehr: Dillingen gehört zu den 14 Standorten in Deutschland, die am Samstag, 15. Juni, einen Einblick in die Bundeswehr bieten. Am heutigen Donnerstag um 15 Uhr findet im Dillinger Schlossinnenhof ein feierliches Gelöbnis statt. Zuvor wird um 13.30 Uhr ein ökumenischer Gelöbnisgottesdienst in der Katharinenkirche gefeiert.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar unserer Autorin.

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