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Gundelfingen

30.08.2016

Spielen unterm Blätterdach

Gundelfingens Stadtpfarrer Johannes Schaufler, Montessori-Kinderhausleiterin Heidemarie Hitzler und Kirchenpfleger Manfred Herzog vor dem Bauwagen, der das Herzstück der neuen Waldkindergartengruppe bildet. Sie startet am Donnerstag im Auwald der Gärtnerstadt.
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Gundelfingens Stadtpfarrer Johannes Schaufler, Montessori-Kinderhausleiterin Heidemarie Hitzler und Kirchenpfleger Manfred Herzog vor dem Bauwagen, der das Herzstück der neuen Waldkindergartengruppe bildet. Sie startet am Donnerstag im Auwald der Gärtnerstadt.

Im Wald bei Gundelfingen startet am Donnerstag die Waldkindergartengruppe. Was es dort alles gibt.

Es ist ein idyllischer Sommervormittag hier im Auwald bei Gundelfingen. Ruhig ist es unterm grünen Blätterdach, durch das die Sonne in kleinen Lichtspeeren hindurchdringt. Nur das Zwitschern der Vögel ist zu hören. Und das Surren der Mücken. Spätestens ab Donnerstag wird es hier in der Nähe der Kläranlage deutlich trubeliger zugehen. Denn dann toben hier täglich 20 Kinder durch den Wald. In der neuen Waldkindergartengruppe, die im Montessori-Kinderhaus geschaffen wurde. Wochenlang hat die Elterninitiative hier im Vorfeld gearbeitet. Mütter, Väter und Opas von Kindern, die hier bald im Wald spielen. Aber auch Angehörige der Montessorigemeinschaft oder die Familie Hörmann, die hinter dem Projekt stehen, kamen zum oder unterstützten den Arbeitseinsatz, wie Heidemarie Hitzler, Leiterin des Montessori-Kinderhauses, erzählt. Hoch motiviert seien alle ans Werk gegangen. Etwa die Großväter, die im Sägewerk Sailer in Gundelfingen die Maschinen nutzen durften und eine lange hölzerne Bank mit Dach geschaffen haben, an der die Kinder künftig ihre Brotzeit genießen können.

Doch das ist längst nicht alles, was die Kinder, die unter der Aufsicht von zwei Erziehern und einer Praktikantin künftig jeden Tag und bei jedem Wetter von 7.30 Uhr bis 14.30 Uhr hier im Auwald spielen, erwartet. Für sie gibt es auch ein echtes Indianertipi mit acht Metern Durchmesser, in dem sie künftig ums Lagerfeuer sitzen können. Ein paar Tierhäute will Heidemarie Hitzler noch organisieren, damit das Tipi auch drinnen den richtigen Wild-West-Flair hat. Für die kleinen Gumowakis. Der Name für die neue Waldkindergartengruppe, der sich schon ganz indianisch anhört, ist eine Abkürzung für Gundelfinger Montessori-Waldkinder und wird künftig schon über dem Eingang zu dem Waldstück bei der Kläranlage prangen. Gemeinsam mit einem von Walter Lenzer aus Holz gestalteten Herz. Und dem Spruch: „Hier will ich sein.“

Doch hier, das ist nicht nur das Tipi. Gemeint ist damit beispielsweise auch die große Sandkiste, die mit dicken Baumstämmen umrahmt ist. Oder das „Konferenzzimmer“. Das besteht aus mehreren Hockern aus abgesägten Baumstämmen, die in einem Kreis im Freien angeordnet sind. Und wenn es dann doch einmal so richtig ungemütlich draußen ist, dann können sich die Gumowakis noch in ihren Bauwagen zurückziehen. Nigelnagelneu ist der und wurde extra für die Gundelfinger gebaut. „Die Mittel dafür hat der Stadtrat zur Verfügung gestellt, und dafür sind wir schon dankbar“, sagen Heidemarie Hitzler und Stadtpfarrer Johannes Schaufler. Träger der Waldkindergartengruppe ist die Katholische Kirchenstiftung, ebenso wie für die anderen städtischen Kindergärten. Stadtpfarrer Schaufler ist froh, dass die Entscheidung für die Waldkindergartengruppe so schnell fiel. Auch, weil sich damit die Platzsituation in den Einrichtungen etwas entspannt hat. „Dass es so toll wird, hätte ich nicht gedacht“, so Schaufler. Damit das auch so bleibt, wurde eine Videoüberwachung installiert, die Vandalismus verhindern soll. Auf sie weist auch ein Schild gleich am Eingang zum Gelände hin.

Spielen unterm Blätterdach

Das Waldstück haben die Verantwortlichen in Zusammenarbeit mit dem Förster ausgesucht. Dass es das Areal bei der Kläranlage wurde, liegt an mehreren Faktoren. „Hier gibt es eine gute Zufahrt, die wegen der Kläranlage auch im Winter geräumt ist. Es gibt keine Eichen, die durch den Eichenprozessionsspinner gefährlich werden könnten, und der Baumbestand ist lichter als anderswo“, erklärt Stadtpfarrer Schaufler. Das war wichtig. Denn Bäume durften für das Projekt nicht gefällt werden.

In den Tagen bis zur Eröffnung bekommt der Kindergarten jetzt noch den Feinschliff. Die Spielsachen, die bisher in großen Kisten lagern, werden eingeräumt, die Elektrogeräte im Wagen angeschlossen. Auch ein Dixieklo soll es einmal geben. Vermutlich werden die Kinder aber lieber den Donnerbalken oder die Bieselbäume – einer für Buben, einer für Mädchen – nutzen. So sei es bisher schon bei den Waldtagen gewesen, sagt Heidemarie Hitzler. Wo diese Bäume stehen, das wird gemeinsam entschieden. Im Freiluft-Konferenzraum.

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