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Dillingen

22.08.2018

Spielerische Leichtigkeit und Transparenz

Überzeugend an der Sandtner-Orgel in der Klosterkirche der Virtuose Roman Perucki.
Bild: Gernot Walter

Der Orgelprofessor Roman Perucki aus Danzig beeindruckt in der überfüllten Dillinger Klosterkirche.

Wie im Flug ging die vorletzte Matinee des diesjährigen Orgelsommers vorbei. 40 Minuten unbeschwerte Musizierens präsentierte der Danziger Domorganist Roman Perucki an der Sandtner-Orgel in der überfüllten Klosterkirche. Er faszinierte mit einem Programm unbekannter Komponisten und zwei Hochkarätern.

Dabei beeindruckte die spielerische Leichtigkeit, mit der Perucki sich den Variationen von Daniel Magnus Gronau näherte. Im Choral „Komm Gott Schöpfer, heiliger Geist“ verwirklichte der polnische Organist Klangfarben, bei denen das Thema trotz aller Umspielungen und Verzierungen, trotz Verkleinerungen und Vergrößerungen stets deutlich herausgestellt wurde. Er nutzte gekonnt die Disposition der Orgel auch beim zweiten Danziger Komponisten aus dem Beginn des 18. Jahrhunderts Friedrich Christian Mohrheim.

In dessen Trio Nr. 5 über „Eine feste Burg ist unser Gott“ entfaltete R. Perucki über eine „laufende“ Bass-Stimme den Cantus firmus-Anteil prägnant, immer manualiter sehr bewegt, auf größte Transparenz achtend. Gleiches galt für das „Rondo con imitazione de’ campanelli“ des Italieners Giovanni Morandi. Eine festlich-heitere Mischung aus kapriziösem fantastischem Stil mit wirkungsvollen Akkordschlägen kennzeichnete die spritzige Interpretation. Lebendigkeit im ersten Allegro, vergnügte Seelenruhe im Grave und ein erneuter Orkan aus Temperament im abschließenden schnellen Satz war der Darstellung zu eigen, mit der Roman Perucki „La Stravaganza“ von Antonio Vivaldi als Orgeltranskription aufführte.

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Vorbildlich und ausgewogen erklang das originale Concerto grosso ; es lebte von den dynamischen Kontrasten und von der umwerfenden Freude virtuoser Gelassenheit. Selbst dem Präludium c-Moll BWV 546 von Johann Sebastian Bach kam die offene Herangehensweise sehr zu statten. Einerseits präsentierte sich das Tutti ausdrucksstark mit doppelchörigen Akkordfolgen und chromatischen Mittelstimmen, andererseits betonte Roman Perucki den fließenden Modus als klar strukturiert und durchsichtig. In der Fuge arbeitete der Organist bei raschem Tempo die fünf Stimmen differenziert und detailgerecht heraus.

Groß war der Jubel des begeisterten Publikums für ein äußerst kurzweiliges Konzertprogramm, für das der Meisterorganist zurecht gebührend gefeiert wurde.

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