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Entscheidung

08.07.2013

Stadt sagt wieder Nein zur SSV

Stadt sagt wieder Nein zur SSV
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Antrag des Höchstädter Sportvereins wurde gestern Abend erneut abgelehnt

Höchstädt 14:5. Das Ergebnis war eindeutig. Erneut hat der Höchstädter Stadtrat gestern Abend bei seiner Sitzung dem Sportverein eine Abfuhr erteilt. Zum wiederholten Male stimmte die Mehrheit des Rates gegen die weitere Finanzierung des Bauabschnitts III für das „Projekt Zukunft“ der SSV. Die Enttäuschung und Wut der knapp 50 Sportler, die bei der Entscheidung mit im Sitzungssaal waren, war groß. Lange wurde noch vor dem Rathaus debattiert und geschimpft. Verständnis für die Stadt hatte gestern von ihnen niemand – auch wenn Bürgermeisterin Hildegard Wanner vor der Abstimmung darum bat: „Wir brauchen die SSV, aber die SSV braucht auch uns. Das darf man nicht vergessen.“

Zur Diskussion stand erneut ein Antrag der SSV, in dem der Stadt ein weiterer Finanzierungsvorschlag für das „Projekt Zukunft“ unterbreitet wurde. Der Vorschlag lautete, dass die Stadt eine Bürgschaft in Höhe von 500000 Euro übernehmen und sich jährlich mit 10000 Euro über einen Zeitraum von 20 Jahren am Schuldendienst beteiligen solle. Jetzt, so auch SSV-Vorsitzender und Stadtrat Jakob Kehrle, stünden die Zuschüsse vom BLSV bereit, die bis 2014 abgerufen werden könnten. Mit einem zinsgünstigen Darlehen der staatlichen Einrichtung wolle man dann das Projekt abschließen. 15900 Euro würde der Sportverein selbst schultern – auch mithilfe einer Beitragserhöhung, der eine Mehrheit der Mitglieder bereits zugestimmt hat (wir berichteten). Aber alle Argumente halfen nichts. Einzig die Vertreter der Freien Wähler, Hans Mesch, Eva Graf-Friedel und Rainer Kunzmann, sowie Günter Ballis (FDP) und Wolfgang Konle (SPD) stimmten für die Weiterfinanzierung des SSV-Projekts. Armin Hopfenzitz, Johann Jall, Simon Wetschenbacher, Wolfgang Kohout, Matthias Letzing (alle Umlandfraktion), Heribert Rossmeisl (SPD) sowie die CSUler Bernhard Uhl, Alois Vaas, Franz Mayerle, Ludwig Kraus, Rita Oberfrank, Roswitha Riedel und Stephan Karg stimmten dagegen – ebenso Bürgermeisterin Wanner. „Ich appelliere an alle SSV-Freunde: Schließt die Gräben. Bitte respektieren Sie die Verantwortung des Stadtrates für die ganze Stadt und lasst uns zunächst über die Fertigstellung der begonnenen Baumaßnahmen sprechen“, so Wanner. Sie habe weiter Bedenken, dass sich die SSV übernehme. Dabei denke sie an die Baukostensteigerung, an die Mitgliederzahlen oder an höhere Betriebskosten. Auch CSU-Fraktionssprecherin Rita Oberfrank sah Probleme: „Gebaut ist schnell, aber wer trägt die Tilgung und den Unterhalt?“ Ihrer Meinung nach sei das der Stadt nicht zumutbar und auch die SSV könne dies nicht schultern. „Ich finde es unverantwortlich, wenn man der nachfolgenden Generation solch einen Klotz an das Bein bindet“, so Oberfrank.

Ähnlich sah es Johann Jall von der Umlandfraktion: „Der Stadtrat hat der SSV nie finanzielle Zusagen gemacht. Wir haben letztes Jahr eine demokratische Entscheidung getroffen, die gilt es zu akzeptieren.“ Hans Mesch (FW) sah das ganz anders: „Die SSV Höchstädt ist mit ihrem Sportangebot auf dem richtigen Weg. Das hat sogar der Fachmann vom BLSV bestätigt. Wollen wir das infrage stellen?“ Aus finanziellen Gründen dürfe das Projekt nicht scheitern, man dürfe den vielen Helfern nicht vor den Kopf stoßen und sie in dieser entscheidenden Phase nicht im Stich lassen. Günter Ballis (FDP/SPD) pflichtete ihm bei: „Packen wir doch diese Gelegenheit beim Schopf und beenden das Projekt.“ Auch, wenn man dafür andere Bauprojekte hinten anstellen müsse. „Die Männer und Frauen der SSV tun das alles nicht für sich. Dadurch steigt die soziale Qualität in der Stadt“, so Ballis.

Nach mehr als einer Stunde Diskussion wurde abgestimmt. 14:5 gegen die Finanzierung des dritten Bauabschnittes. „Aber die Stadt unterstützt die jetzige Fertigstellung im Rahmen seiner Möglichkeiten“, betonte Bürgermeisterin Wanner. Man wolle gemeinsam ein gutes Ende finden. Für Jakob Kehrle war gestern nur eines klar: „Die Entscheidung wird Konsequenzen haben – so oder so.“ "Kommentar

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