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Lokale Sportgeschichten

18.11.2017

Starke und geschickte Männer

Als der Höchstädter Andreas Pfünder im Zweikampf mehr als 212 Kilogramm stemmte und Dillinger Ju-Jutsu-Sportler vor 20 Jahren überraschend deutscher Meister wurden

Alles einmal schon da gewesen: In der Fußball-Champions League spielen in dieser Saison der FC Bayern München und Paris St. Germain in der gleichen Gruppe. Das Hinspiel in Paris verloren die Münchner vor wenigen Wochen mit 0:3. Im November 1997 lief es nicht viel besser. Damals setzten sich die Franzosen im eigenen Stadion mit 3:1 durch. Und Franz Beckenbauer, seiner Zeit Bayern-Präsident, kommentierte die Pleite so: „Wenn man aus einer Niederlage lernen will, dann kann man es aus dieser.“ Einziger Torschütze der Münchner an der Seine war Markus Babbel. Trotz der Niederlage in Paris zogen die Münchner übrigens in die nächste Runde ein. Im Tennis war Hannover der Nabel der Welt. Bei der ATP-Weltmeisterschaft in der niedersächsischen Hauptstadt triumphierte Pete Sampras nach Belieben. Er gewann das Endspiel gegen den Russen Jewgeni Kafelnikow in drei Sätzen (6:3, 6:2, 6:2). Auf regionaler Ebene sorgten starke Männer wie der Höchstädter Gewichtheber Andreas Pfünder für besondere Highlights. Dies und einiges mehr lesen Sie in unserer Serie „Lokale Sportgeschichte“. Heute blicken wir in den November 1997 zurück.

Fußball: Das erste November-Wochenende hatte es in sich. Die Fußball-Teams aus der Region sorgten für Aufsehen. In der Landesliga fegte der FC Gundelfingen den FC Garmisch-Partenkirchen mit 3:0 weg (Tore Thomas Jahn, Sandro Santamaria und Spielertrainer Ralf Wirth) und verschoss durch Thomas Jahn sogar noch einen Elfmeter. Zweithöchster Verein im Landkreis war damals die SSV Dillingen, welche in der Bezirksoberliga spielte und beim SC Bubesheim ein 1:1 erkämpfte. Alexander Kuchenbaur brachte die Gäste in Führung. Ferner spielten damals für die Kreisstädter: Behrens, Keller, Pausewang, Steidle, Petrasch, Jall, Mair, Krumbolz, Bäurle, Aust, Drösemeier und Nowak. In der Bezirksliga kam es zum Derby zwischen dem FC Lauingen und der SSV Glött. Die Gastgeber behielten nach Toren von Christian Schuster (2) und Franz Schweinberger mit 3:1 die Oberhand. Für Glött traf Matthias Klauser. Für die Überraschung schlechthin aber sorgte der SV Holzheim. Er gewann beim damaligen Spitzenreiter der A-Klasse Nord (jetzt Kreisliga), TSV Wertingen, mit sage und schreibe 4:0. A. Kling, Brandt, J. Allmis und H. Allmis erzielten nach der Pause alle vier Tore für die Gäste.

Vier Vize-Titel im Badminton: Die schwäbischen Meisterschaften im Badminton fanden in Dillingen statt. Für den gastgebenden TVD sprang zwar kein erster Platz heraus, dafür gab es vier Vize-Titel und dreimal Rang drei. Zweimal Zweiter wurde Christian Hofweber (Herren-Einzel, Doppel), eine Silbermedaille sicherte sich außerdem Thomas Güttinger im Mixed an der Seite einer Spielerin vom TV Augsburg sowie Christina Schneider im Damen-Einzel der Klasse B.

Juhuuu – tolle Ju-Jutsu-Erfolge! Was für ein Wochenende für die Ju-Jutsu-Sportler der SSV Dillingen. Bei den deutschen Meisterschaften im Duo-System sorgten die Starter aus der Kreisstadt für die ganz großen Überraschungen. Auf Anhieb schafften es Christian Tonch und Christoph Wurst ganz nach oben auf dem Treppchen zu kommen. In der Jugendklasse setzten sich die beiden souverän durch. Bei den Herren schafften es Markus Grimminger und Bernd Breuer ins Finale und trafen dort auf ihre Dauerrivalen aus Baden. Vom Publikum frenetisch angefeuert, zeigten beide Teams Ju-Jutsu-Techniken auf Weltklasseniveau. Das Dillinger Duo musste sich letztlich dem Favoriten-Paar geschlagen geben.

Pfünder stemmt 425 Pfund: In Frankfurt an der Oder fanden vor zwei Jahrzehnten die deutschen Meisterschaften der A-Jugend im Gewichtheben statt. Für Andreas Pfünder von der SSV Höchstädt wurden diese in der Klasse bis zu 64 Kilogramm zu einem Schaulaufen. Er stemmte vor den Augen des Bundestrainers Martin Zawia im Reißen und Stoßen insgesamt 212,5 Kilogramm und ließ der Konkurrenz keine Chance. Pfünders Vereinskollege Oliver Fischer startete in der Gewichtsklasse bis 59 Kilogramm. Im Reißen schaffte er 80 Kilogramm, im Stoßen 97,5 Kilogramm. Das bedeutete Rang drei und den Gewinn der Bronzemedaille.

4500 Mark als Preisgeld beim Rollstuhltennis: Das 2. German Indoor Masters der Rollstuhltennis-Spieler fand Mitte November in Dillingen statt. Mit von der Partie war Lokalmatador Manfred Sing. Er konnte in den Kampf um die Spitzenplätze zwar nicht eingreifen, dennoch gab er alles. Den größten Anteil an den 4500 Mark Preisgeld sicherte sich Kai Schrameyer aus Heidelberg, der sich in der Gruppe A durchsetzte. Nicht zufrieden war der Veranstalter mit der Zuschauerresonanz an den drei Tagen. Nur wenige Interessierte fanden den Weg in die Hilscher-Halle.

Allkampf für eine gute Sache: Über ein volles Haus in der Dillinger Dreifach-Turnhalle durfte sich Heinrich Magosch, der „Guru“ des Taekwondo-Sports in der Region, freuen. Er organisierte einmal mehr eine Kampfsport-Tournee zugunsten der Kartei der Not. Zur Abschlussveranstaltung begrüßte Magosch rund 600 Zuschauer. Ihnen boten etwa 300 Aktive ein dreistündiges Programm rund um die Sportarten Judo, Ju-Jutsu, Taekwondo und Allkampf. Vor allem die zahlreichen spektakulären Bruchteste begeisterten die Besucher.

Ira Böse ist richtig gut: Bei den schwäbischen Tischtennismeisterschaften in Donauwörth war die Lauingerin Ira Böse richtig gut. Sie gewann die Konkurrenz in der Damen-B-Klasse und stach dabei vor allen Dingen die Starterinnen aus der schwäbischen Tischtennis-Hochburg Langweid aus.

Zu guter Letzt: Da sage noch einer, Journalisten seien eher unsportlich. Benjamin Reif, inzwischen Mitglied unserer Redaktion in Wertingen, bewies das Gegenteil. Er qualifizierte sich vor 20 Jahren für die schwäbischen Jugendmeisterschaften der Schachspieler. Der damals Elfjährige startete für den SC Dillingen und schaffte die Qualifikation in der Altersklasse D durch Rang drei bei den nordschwäbischen Titelkämpfen. Sieger wurde übrigens der Wörleschwanger Josef Strobel. Ach ja, Kritiker werden jetzt womöglich sagen, dass Schach gar keine richtige Sportart ist. Wir wollen das hier nicht beurteilen. Denken Sie einfach darüber nach. Benjamin Reif tut es zwei Jahrzehnte nach seinem großen Triumph sicher auch... (herd)

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