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Stichwahl

31.03.2014

Stefan Lenz wird Bürgermeister

Stefan Lenz ist ab 1. Mai Höchstädts neuer Bürgermeister. So haben die Wähler gestern entschieden. Er löst damit Amtsinhaberin Hildegard Wanner nach zwölf Jahren ab, die ihm nach Bekanntgabe des Ergebnisses gratulierte.
Bild: von Neubeck

Hildegard Wanner in Höchstädt abgewählt. Fehler bei erster Schnellmeldung

Von Simone Bronnhuber

Höchstädt Das Ergebnis ist knapp, aber eindeutig: Mit 216 Stimmen Unterschied gewinnt Stefan Lenz gestern Abend die Stichwahl gegen Hildegard Wanner. Damit löst der Freie Wähler-Kandidat die amtierende CSU-Rathauschefin nach zwölf Jahren im Amt ab und ist somit Höchstädts neuer Bürgermeister. Er erhielt 53,55 Prozent der Stimmen, 46,45 Prozent der Wähler machten ihr Kreuzchen bei Wanner.

Kurz nach 18.30 Uhr kam Lenz mit Ehefrau Roswitha und Tochter Tina ins Rathaus, er wurde von Parteimitgliedern mit Jubel und Applaus empfangen. Arm in Arm mit seiner Familie gab er sein erstes Statement ab: „Ich habe so etwas auch noch nicht gemacht. Ich bin gerührt und danke allen von Herzen. Jetzt gehen wir es an. Es wartet viel Arbeit auf uns.“ Das Ergebnis hat Lenz zu Hause im Kreise seiner Familie entgegengenommen. Erst als alle Bezirke ausgezählt waren, kam er ins Rathaus. „Es ist alles sehr emotional. Ich brauchte meine Zeit für mich“, so der 53-Jährige, der gebürtig aus Höchstädt stammt, seit vielen Jahren in Blindheim lebt. Amtsinhaberin Hildegard Wanner erfuhr das Ergebnis mit ihrer Familie, Freunden und Parteikollegen im Rathaus. Sie trug es mit Fassung, auch wenn die Enttäuschung riesig war und ist. „Die Wähler haben so entschieden. Das muss ich akzeptieren. Ich habe es immer mit Herzblut gemacht, jetzt macht es jemand anderes“, so die 62-Jährige. Bis 30. April ist Hildegard Wanner noch im Amt, ab 1. Mai wird sie dann von Stefan Lenz abgelöst. „Ich denke, dass viele Konle-Wähler Lenz gewählt haben. Das hat mich die Stimmen gekostet“, so die erste Einschätzung von Wanner zur verlorenen Stichwahl. Ob sie ihr Stadtratsmandat annimmt – sie erhielt am 16. März 2040 Stimmen – habe sie noch nicht entschieden. „Das mache ich in den nächsten Tagen, und den Haushalt verabschieden wir auch noch“, so Wanner gestern Abend kurz nachdem sie das Ergebnis erfahren hatte. Dieses war nicht nur knapp, sondern sorgte für Aufregung. Denn nach der ersten Auszählung lautete das Ergebnis: 50,59 Prozent für Stefan Lenz, 49,41 Prozent für Hildegard Wanner, lediglich 36 Stimmen Unterschied. Doch im Rathaus wurde noch mal nachgezählt und prompt ein Zahlendreher entdeckt. Damit lautete kurz vor 20 Uhr das amtliche Ergebnis, dass der Herausforderer der Freien Wähler die Stichwahl mit 216 Stimmen Unterschied gewann. Vor zwei Wochen, am 16. März, erhielt die Amtsinhaberin 43,57 Prozent der Stimmen, Stefan Lenz 33,74 Prozent und Wolfgang Konle (SPD) 22,69 Prozent. Konle und auch FDP-Stadtrat Günter Ballis bekennten sich in den vergangenen zwei Wochen öffentlich zu Stefan Lenz und unterstützten ihn.

Stefan Lenz wird Bürgermeister

Wenn es nach den Wählern in den Stadtteilen gegangen wäre, dann wäre Stefan Lenz nicht zum Bürgermeister gewählt worden. In Deisenhofen erhielt Hildegard Wanner 78,33 Prozent, in Oberglauheim 67,65 Prozent, in Schwennenbach 62,35 Prozent und in Sonderheim 62,96 Prozent. Aber nach Auszählung von Urnen- und Briefwahl kippte das Ergebnis. 50,39 Prozent der Urnenwähler machten ihr Kreuzchen bei Lenz und 56,75 Prozent der Briefwähler stimmten für den FW-Bewerber. Die Wahlbeteiligung lag bei 59,99 Prozent.

Während im Rathaus gestern Abend auch Tränen flossen, knallten am Marktplatz die Sektkorken. Höchstädts neuer Bürgermeister wurde dort von rund 150 Leuten empfangen, beglückwünscht und umjubelt. „Wir werden bestimmt noch ein wenig feiern, aber zu spät auf keinen Fall“, so Lenz. Denn am heutigen Montag gehe er noch seiner ganz normalen Arbeit nach – bei der Sparkasse in Dillingen. In vier Wochen gehört dieser Lebensabschnitt der Vergangenheit an, dann kümmert sich Lenz ausschließlich um die Belange der Stadt Höchstädt. „Ich freue mich sehr darauf. Ich werde meine Wahlversprechen einlösen und konstruktiv und strukturiert die Dinge anpacken“, so Lenz.

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