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Nominierung

14.01.2014

Steinwinter gewinnt die erste Wahl

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Tobias Steinwinter ist der Bürgermeisterkandidat der Gemeinschaftsliste in Zöschingen (von links): der amtierende Bürgermeister Norbert Schön, Tobias Steinwinter, seine Verlobte Wera Kapfer und Alfred Nadler.

29-Jähriger zum Kandidaten der Zöschinger Gemeinschaftsliste gekürt

Von Katharina Gaugenrieder

Zöschingen Kurz bevor es losgeht, wird Alfred Nadler doch unruhig. Fünf Anwesenheitslisten machen in der Zöschinger Gemeindehalle die Runde. In die sind mittlerweile so viele Besucher gekommen, dass die Plätze an den Tischen nicht mehr ausreichen und Nachzügler im hinteren Teil der Halle zwei zusätzliche Stuhlreihen aufgestellt haben. „Wie viele Namen passen denn auf eine Liste?“, will Nadler vom amtierenden Bürgermeister Norbert Schön wissen. Doch der beruhigt: Mit 75 Plätzen pro Liste sollten sich alle bequem eintragen können. Das, was an diesem Abend in Zöschingen stattfindet, ist weder ein großes Musikkonzert, noch ein Faschingsball oder eine Bürgerversammlung zum Thema Windräder. Es ist die Nominierungsversammlung der Gemeinschaftsliste bei der alle wahlberechtigten Bürger gefragt sind, sich zwischen den beiden Bürgermeisterkandidaten Andreas Mengele und Tobias Steinwinter zu entscheiden. Denn auf die traditionell einzige Liste in der Bachtal-Gemeinde kann nur einer von ihnen als Bürgermeisterkandidat. Und obwohl Zöschingen die kleinste Gemeinde im Landkreis ist, findet dort an diesem Abend die prozentual wohl am besten besuchte Nominierung dieses Wahlkampfs statt. 210 der insgesamt 614 Wahlberechtigten von Zöschingen greifen zum Stift und machen bereits mehr als zwei Monate vor der eigentlichen Kommunalwahl ihr Kreuzchen, nachdem sich die beiden Kandidaten vorgestellt und ihre Ziele präsentiert haben.

Vier Helfer zählen die Stimmen aus. Wenig später steht das Ergebnis fest. 143 Stimmen wurden für Tobias Steinwinter abgegeben, 64 für Andreas Mengele. Applaus brandet auf. Das Ergebnis ist deutlich. Der nächste Bürgermeister von Zöschingen scheint bereits am 13. Januar gefunden zu sein. Tobias Steinwinter tritt sichtlich bewegt ans Mikrofon. „Vielen Dank für dieses überwältigende Ergebnis“, sagt der 29-Jährige. „Es freut mich riesig. Jetzt pack mer’s miteinander an und bringen Zöschingen weiter.“ Wie er das machen will, das hatte er bereits zu Anfang in seiner Vorstellung skizziert. Eine eigene Bahnlinie oder ein Flughafenterminal für Zöschingen, das gehöre nicht dazu. „Wenn Sie das von mir erwarten, dann muss ich Sie enttäuschen“, beginnt Steinwinter seine Ausführungen. „Ich stehe nicht hier, um ihnen das blaue vom Himmel herunter zu versprechen.“ Vielmehr sei der Umbau der Gemeindehalle beschlossene Sache, die es nun umzusetzen gelte. Keine leichte Aufgabe, auch nicht finanziell, sagt Steinwinter. Immerhin liege der gemeindliche Anteil bei 1,8 Millionen Euro. Zum Vergleich: in den vergangenen fünf Jahren habe man zusammengerechnet 2,1 Millionen Euro investiert. Eine solide Finanzplanung sei deshalb unerlässlich. „Und jetzt kann ich ihnen etwas versprechen: Für Finanzplanung, dafür bin ich der richtige“, so Steinwinter, der hauptberuflich Kämmerer der Verwaltungsgemeinschaft Wittislingen ist. Daneben erklärte der Vorsitzende des Feuerwehrvereins und Aufsichtsratschef des Dorfladens, müsse ein Konzept für die Daseinsvorsorge in Zöschingen her – angefangen vom Straßennetz bis hin zu Themen wie Gewerbe und Barrierefreiheit. Hier seien auch die Bürger gefragt, möglicherweise in Projektgruppen wie bei der Gemeindehalle. Und auch das Image des Dorfes will Steinwinter mit einer Kampagne aufpolieren und Zöschingen in den umliegenden größeren Städten als attraktiven Wohnort vermarkten.

Herausforderer Andreas Mengele erklärte nach der Wahlniederlage, es sei darum gegangen, eine Auswahl zu haben. „Es können nicht beide gewinnen. Das ist für mich jetzt kein Weltuntergang. Ich bin nicht zu Tode betrübt.“ Bereits in seiner Vorstellung hatte Mengele angekündigt, dass er im Fall eines negativen Ausgangs nicht mehr für den Gemeinderat kandidieren werde. Insgesamt stellten sich nur zwei der acht aktuellen Räte zur Wiederwahl.

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