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Bissingen

08.02.2020

Stephan Herreiner ist seit hundert Tagen Bürgermeister

Stephan Herreiner ist seit hundert Tagen der Erste Bürgermeister der Marktgemeinde Bissingen. Das Bild entstand an seinem ersten Arbeitstag.
Bild: von Weitershausen

Plus Im November 2019 hat Stephan Herreiner offiziell das Amt des Ersten Bürgermeisters in Bissingen angetreten. Was sich verändert hat und warum die Familie ein wenig meckert.

Stephan Herreiner lacht kurz auf. Ja, ein „klein wenig“ würde seine Familie meckern. Wen wundert’s? Seit offiziell hundert Tagen ist er der Erste Bürgermeister der Marktgemeinde Bissingen – und hat jede Menge zu tun. „Ich hatte einen Tag frei. Da war ich auf der Drückjagd. Und einen Tag an Weihnachten“, sagt er und fügt sofort hinzu: „Es macht mir immer noch unglaublich viel Spaß.“

Herreiner ist aufgrund der Erkrankung und des damit vorzeitigen Rücktritts von Michael Holzinger außer der Reihe im November vergangenen Jahres zum neuen Rathauschef gewählt worden. Wobei der Familienvater genau genommen zu diesem Zeitpunkt als Stellvertreter von Holzinger schon lange die Fäden der Gemeinde in der Hand hielt. „Ich habe also nicht gezählt, wann es hundert Tage sind. Da könnte man mehrere Daten nehmen“, sagt Herreiner. Auch wenn er schon rund eineinhalb Jahre in der ersten Reihe stehe, so habe sich nach der Wahl dennoch etwas Gravierendes verändert. Vorher, so schildert er es, sei es ein Hobby mit Leidenschaft gewesen. Jetzt ist es nahezu ein 24-Stunden-Job. „Auf jeden Fall drehen sich alle Gedanken nur noch um die Gemeinde. Aber schlafen kann ich trotzdem gut.“

Tochter Hannah muss jetzt mit dem Bus nach Donauwörth fahren

Fast zu gut. Denn seit Herreiner nicht mehr in den Nachbarlandkreis in die Arbeit fahren muss, sondern in weniger als zehn Minuten im Rathaus ist, klingelt der Wecker nicht mehr allzu früh. „Ich beginne meinen Arbeitstag um 8 Uhr, es geht ja oft abends sehr lange. Und seit ich Bürgermeister bin, kann ich eine halbe Stunde länger schlafen“, erzählt er lachend. Diesen „Luxus“ gönne er sich, und der sei vor allem für Tochter Hannah eine Umstellung gewesen. Denn bisher ist sie mit Papa morgens mit dem Auto in die Schule gefahren. „Aber jetzt ist Schluss mit dem Elterntaxi. Sie muss mit dem Bus nach Donauwörth fahren.“

Aufbruchstimmung nimmt Herreiner seit einigen Monaten auch in seiner Gemeinde wahr, wie er schildert. Es bewege sich was, alle wollen mit anpacken. Das freue ihn sehr. Auch der Gemeinderat habe seiner Meinung nach wieder einen guten Ton gefunden. „Hoffentlich bleibt das auch nach der Wahl so.“ Diese Ergebnisse am 15. März kann Herreiner dieses Mal entspannt als Zuschauer abwarten. Nicht aber den Wahlkampf. Themen, die aktuell bei den unterschiedlichen Parteien und Wählergruppen auftauchen, würden auch ihn als Bürgermeister tangieren. „Es kommen viele Wünsche auf, aber auch die können wir nicht alle erfüllen.“

Wasserstreit Bissingen: Herreiner hat eine neue Strategie

Denn die Projekte, die Bissingen derzeit am Laufen oder vor der Brust hat, sind enorm. Bis zum Sommer soll das neue Baugebiet Westfeld Baureife bekommen, der Haushalt muss auf die Beine gestellt werden, das Rathaus soll für die Bürger noch digitaler werden und vor kurzem hat der Gemeinderat entschieden, in das Dorfentwicklungskonzept einzusteigen. Zudem ist das Mega-Thema Wasserversorgung bis heute nicht endgültig geklärt. Herreiner verfolgt aktuell eine neue Strategie: „Wir haben im Gemeinderat beschlossen, dass wir eine Arbeitsgruppe gründen, die sich offen und in alle Richtungen mit dem Thema beschäftigen soll. Einzig bei der Besetzung der Arbeitsgruppe gab es Strittigkeiten.“ Denn der Bürgermeister hat lauter ehemalige Gemeinderäte angesprochen. Sie sollen ausarbeiten, wie es weitergehen kann – ohne jegliche Vorgaben. „Entschieden wird natürlich im Gemeinderat.“

Skifahren mit der Tochter und an Ostern Familienurlaub

Die Liste an Aufgaben ist länger, die Arbeit gehe ihm nie aus, sagt er. Aber genau das mache das Amt des Bürgermeisters aus. „Ich habe keine Lieblingsaufgabe. Es ist das Paket, das mir gefällt“, sagt Herreiner. Und Zeit für die Familie? „An Ostern ist ein Urlaub in Aussicht“, sagt er lachend. Und mit Tochter Hannah soll es ein paar Tage zum Skifahren gehen. So der Plan.

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