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04.03.2009

Steuerpflicht als Lustgewinn

Wir beschäftigen uns mit falschen Dingen. Das beweist eine aktuelle Untersuchung des demoskopischen Instituts Allensbach zur Gesprächskultur der Deutschen. Wenn wir Bekannte treffen, reden wir über zu hohe Preise, über Kopfschmerzen und übers Wetter. Leider sprechen wir überhaupt nicht über das Behagen, das den staatstreuen Menschen erfüllt, wenn er fleißig Steuern zahlt.

Da Vater Staat sich ständig übernimmt und gepumpte Milliarden ausgibt, wird das Steuerzahlen zur Hauptbeschäftigung der Zukunft werden. Daher brauchen wir einen neuen Oswalt Kolle, der uns nicht über die Freuden im Federbett, sondern über den Lustgewinn beim Ausfüllen der Steuererklärung aufklärt. Dann kann sich der Homo tributophilis, der freudig bewegte Steuerzahler, entwickeln und die nächste Stufe der Evolution bestimmen.

Endlich erfüllt sich der Traum, dass sich ein ganzes Volk einem einzigen Ziel verpflichtet fühlt. Alle Bildungsreformen werden überflüssig, weil jede Unterrichtsstunde nur dazu dient, dem künftigen Steuerpflichtigen die Abgabepflicht als einen Quell der Wonne zu vermitteln. Aus den Schulbüchern streichen muss man allerdings so destruktive Verse, wie sie im Gedicht "Unfrei" von Wilhelm Busch stehen. Dort heißt es noch ganz altertümlich: "Was hilft es dir, damit zu prahlen,/ Dass du ein freies Menschenkind? / Musst du nicht pünktlich Steuern zahlen / Obwohl sie dir zuwider sind?"

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