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Corona-Krise

20.05.2020

Studentin hilft im Gundelfinger Seniorenheim aus

Antonia Fischer, Studentin der DHBW Heidenheim, hilft während der Corona-Krise im Haus der Senioren in Gundelfingen aus.
Bild: DHBW Heidenheim

Plus Antonia Fischer arbeitet während der Corona-Krise in Gundelfingen. Das sind die Erfahrungen der 25-Jährigen.

Um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen, finden momentan keine Präsenzveranstaltungen an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) Heidenheim statt. Die Studierenden in der Theoriephase lernen laut Pressemitteilung der DHBW über Online-Angebote von zuhause aus. Das macht auch Antonia Fischer. Sie studiert Sozialmanagement im 4. Semester und arbeitet in ihren Praxisphasen im Haus der Senioren in Gundelfingen. Dort hilft die 25-Jährige freiwillig aus, denn das Virus hat auch dort vieles verändert.

Eine Corona-Ausnahme: Arbeiten während der Theoriephase

Eigentlich ist nicht vorgesehen, dass dual Studierende in der Theoriephase arbeiten. Antonia Fischer wollte trotzdem helfen und bat bei ihrer Studiengangsleitung um eine Ausnahme. Wegen der Ausbreitung des Coronavirus hatte das Bayerische Staatsministerium ein Besuchsverbot in allen Pflegeeinrichtungen angeordnet. „Der Haupteingang im Haus der Senioren musste tagsüber überwacht werden, um die Bewohner hinaus- und hereinzulassen und eventuell Angehörige über das Besuchsverbot zu informieren. Ich habe angeboten, einige Dienste während meiner Theoriephase zu übernehmen. Ich möchte meine Kollegen zumindest ein bisschen entlasten sowie ihnen und den Bewohnern gegenüber Solidarität zeigen“, sagt die Günzburgerin. „Und zuhause werde ich leicht von der Spielkonsole oder dem Wäscheberg abgelenkt.“

Fischer lernt an der Pforte: "Zuhause werde ich leicht abgelenkt"

„Es ist sehr lobenswert, dass Frau Fischer ihren Praxispartnern freiwillig während der Freistellung von Präsenzvorlesungen in der Theoriephase personell unterstützen möchte und sich solidarisch mit anderen zeigt“, sagt Prof. Manfred Schlund, Studiengangsleiter Sozialmanagement. Deshalb unterstützt der Studiengang den Einsatz, solange dies mit dem Online-Studium in der Theoriephase vereinbar sei.

Das war auch Antonia Fischer wichtig: „Aktuell bin ich etwa drei Mal pro Woche an der Pforte des Hauses tätig. Nur ab und zu möchten Bewohner heraus- oder hineingelassen werden. Da ich also nur punktuell im Einsatz bin, kann ich nebenbei die Skripte und Aufgaben durchgehen, die ich für die Theoriephase erhalten habe. Und zuhause werde ich leicht abgelenkt. Das passiert an der Pforte nicht.“

Studentin ist Ansprechpartnerin für vier Bewohner

Normalerweise arbeitet Fischer in der Praxisphase in der sozialen Betreuung. Für vier ältere Menschen ist sie die Hauptansprechpartnerin bei Wünschen, Sorgen oder Freizeitaktivitäten. Auch Musikabende, Handarbeitstreff und Sportgruppen gehören zu ihren Aufgaben. Dadurch kennt sie fast alle der circa 150 Bewohner. Außerdem arbeitet die Studentin in engem Kontakt mit dem Führungsteam, erledigt viele Aufgaben der Verwaltung und fungiert als Sprachrohr zwischen Führungsteam, Kollegium und Senioren.

Dass erst kein externer Besuch und nun nur wenige unter Auflagen kommen dürfen, sei einerseits verständlich, andererseits sei es sehr schade. „Einige mussten ihren Geburtstag ohne ihre Familie feiern“, erzählt Fischer. Sie kann gut verstehen, dass die Bewohner ihre Familienmitglieder vermissen. Einige geben ab und zu Geschenke oder Briefe für ihre Familienmitglieder an der Pforte ab. Die Angehörigen rufen jetzt häufiger an und erkundigen sich so. Außerdem bietet das Seniorenheim die Möglichkeit zu skypen. Eigentlich gibt es im Haus der Senioren viele Veranstaltungen wie Sportgruppen, Konzerte und Kunstausstellungen. Alles musste abgesagt werden.

Um den Wegfall dieser Freizeitaktivitäten zu kompensieren, bieten die Mitarbeiter der sozialen Betreuung nun noch mehr Einzelangebote für die Bewohner an. Das größte Problem sei anfangs die Beschaffung von Materialien wie Mundschutzmasken, Desinfektionsmittel und Einweghandschuhen gewesen, so Fischer. Mittlerweile sei das Haus der Senioren damit jedoch gut ausgerüstet. (pm)

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