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Syrgenstein

17.05.2019

Syrgensteiner musiziert in Las Vegas

Armin Egenter aus Syrgenstein (rechts) war zu Gast im „Jazz Club at the Dispensary Lounge“ in Las Vegas und musizierte mit dem Chef des Klubs, Uli Geissendoerfer. Auf dem Foto übergibt Egenter die CD, die das Zusammenspiel in der US-Metropole erst ermöglichte.

Armin Egenter ist zu Gast in einem Jazz-Klub in der US-Metropole. Dass der Schlagzeuger dorthin kam, verdankt er einem Zufall

Bestimmt hat jeder schon einmal die falsche Nummer angerufen, an die falsche E-Mail-Adresse geschrieben oder eine Person verwechselt. Für viele ist eine solche Situation unangenehm. Dass daraus aber auch sehr interessante Begegnungen entstehen können, zeigt das Entstehen eines besonderes musikalischen Zusammenspiels. Eigentlich wollte Armin Egenter aus Syrgenstein, der das Konzert „Klangwelten“ in Bad Cannstatt leitete, für ebendiese Veranstaltung den Probenplan versenden. „Der Pianist von den Klangwelten heißt auch Uli, ich gab also ‚Uli‘ als Adresse ein“, erzählt der Schlagzeuger. Doch die Nachricht kam bei einem anderen Pianisten an: Uli Geissendoerfer, der den „Jazz Club at the Dispensary Lounge“ in Las Vegas führt. „Ich hatte wirklich überlegt, mitzumachen“, sagt Geissendoerfer, der selbst aus Bayern stammt und nach weiteren Stationen über den Cirque du Soleil nach Las Vegas kam, den er auch kurze Zeit leitete. Ein Mitwirken in Bad Cannstatt sei aufgrund der räumlichen Distanz jedoch etwas kompliziert gewesen. Doch zufällig reiste Egenter kurz darauf zusammen mit seiner Ehefrau Brigitte nach Las Vegas, um dort Zeit mit ihrer Tochter Myriam zu verbringen, die bereits seit August in Amerika als Au-pair arbeitet. Deshalb verabredeten sich die beiden Musiker, an einem Abend gemeinsam im „Jazz Club“ zusammen mit weiteren Instrumentalisten zu spielen. Dabei wurde frei improvisiert.

Die Kommunikation passte von Anfang an

Dafür habe die musikalische Kommunikation von Anfang an funktioniert. „Wir haben mit einem Groove angefangen und Armin hat sich dann reingewirbelt“, erzählt Geissendoerfer. „Musikalisch gesehen waren wir keine Unbekannten, sondern näher als die meisten deutschen Musiker, mit denen ich im Jazz-Bereich tätig war“, erklärt Egenter. Für den Besitzer des Klubs, den er vor sieben Jahren übernahm, ist Improvisieren wie eine Sprache: „Es passiert, was passiert, und egal, was passiert, man hat einander.“ Dafür brauche es ein gewisses Vertrauen.

„Mit einem guten Flow runtergegangen“

Insgesamt wirkte Egenter bei einem von drei Sets an diesem Abend mit. „Wir sind mit einem guten Flow runtergegangen“, erklärt Geissendoerfer. „Vor mir spielte ein toller Schlagzeuger, der mir begeistert gratuliert hat“, bestätigt der Syrgensteiner. Auch das Publikum sei begeistert gewesen. So verwundert es nicht, dass ein weiteres musikalisches Projekt, diesmal in Deutschland, geplant wird. „Deutschland ist musikalisch viel offener, dafür aber weniger experimentell“, zieht Geissendoerfer einen Vergleich. Generell ist er seinem Heimatland noch verbunden. So kam kürzlich auch ein deutsches Fernsehteam, um im „Jazz Club at the Dispensary Lounge“ zu drehen.

Die Tochter überrascht nichts mehr bei ihrem Vater

Neben dem gemeinsamen Set gab es zudem eine CD. Egenter brachte natürlich die CD der „Klangpassion“ mit, die das Zusammenspiel erst möglich machte. Geissendoerfer überreicht zwei CDs aus aktuellen Projekten. Für Tochter Myriam Egenter war das Konzert übrigens eine Überraschung, die durchaus gut gelungen sei. „Ich hätte mir so etwas aber schon denken sollen. Bei meinem Vater sollte mich eigentlich nichts mehr überraschen, wenn es um Musik geht, egal wo, wie und wann.“ Außerdem sei sie sehr dankbar, ihre Eltern nach der langen Zeit wiedersehen zu können: „Nach 250 Tagen ist es natürlich etwas ganz Besonderes, mit ihnen zu reisen und auch zu zeigen, wo ich die letzten Monate gelebt habe.“

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