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Syrgenstein

22.01.2016

Syrgensteiner sammelt tonnenweise Mülltonnen

Etwa 3000 Mülltonnen hat René Mayer aus Syrgenstein bislang zusammengetragen. Darunter auch rosafarbene Exemplare. Doch das reicht ihm noch lange nicht.

René Mayer aus Syrgenstein hat ein ganz besonderes Hobby. Er kann seine Exemplare auf besondere Weise voneinander unterscheiden.

 Deckel auf, Müll rein, Deckel zu. Für die meisten Menschen ist eine Mülltonne nur Mittel zum Zweck. Doch für René Mayer aus Syrgenstein ist sie viel mehr als das. Er sammelt seit seiner Kindheit leidenschaftlich Mülltonnen. Knapp 3000 Stück hat er bisher zusammengetragen. Und es dürfen gerne noch ein bisschen mehr werden.

Ortstermin im Garten in Syrgenstein. Tonne um Tonne reiht sich dort aneinander. Denn mit einer Restmülltonne, einer für Biomüll und einer für das Altpapier gibt sich der 30-Jährige nicht zufrieden. Rund um sein Haus hat er zahllose Exemplare zusammengetragen. „Man denkt immer, die sehen alle gleich aus. Aber das stimmt nicht. Jede Tonne ist, je nach Hersteller, ein bisschen anders.“ 22 Hersteller sind Mayer allein in Deutschland bekannt. Er kann sie alle unterscheiden. Nicht nur mit den Augen, sondern auch mit dem Gehör. „Wenn man den Deckel zuklappt, hat jede einen anderen Klang.“ Den Beweis dafür wollte er sogar schon bei „Wetten, dass ..?“ antreten. Doch dazu kam es leider nie.

Begonnen hat die Faszination für das Thema Müll und Mülltonnen bei René Mayer bereits in der Kindheit. „Da durfte ich immer mit dem Müllauto vom Kindergarten mit nach Hause fahren.“ Der Berufswunsch war von da an klar definiert: Müllfahrer. Doch nach dem Schulabschluss fand sich hier zunächst keine Ausbildungsstelle.

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So ließ sich Mayer zum Ver- und Entsorger mit Fachrichtung Abwasser anstelle der Fachrichtung Abfall ausbilden. Und heuerte dann, gleich nach Abschluss der Lehrzeit, bei der Müllabfuhr an. Immer wieder hat er es erlebt, dass andere Menschen über diesen Beruf die Nase rümpfen. Doch Mayer hat darin seine Passion gefunden. „Klar stinkt das auch mal. Aber irgendjemand muss den Dreck der anderen Leute wegmachen. Es ist auch nicht schlecht bezahlt. Und Orange ist mein Markenzeichen.“

Genau kann sich der 30-Jährige noch an seine erste Mülltonne erinnern. 120 Liter, Firma Otto, Baujahr 1977. Im Alter von sieben Jahren hat er sie einem Bekannten abgeschwatzt. Eine Zeit lang war sie sogar angemeldet. Noch heute steht sie bei ihm im Garten. Über die Jahre hat René Mayer, der momentan als selbstständiger Entsorger arbeitet, immer mehr Tonnen angesammelt.

Gelbe, orange, weiße und sogar rosafarbene nennt er sein Eigen. Letztere hat er von einem Landwirt aus dem Kreis Augsburg, der damit immer das Altbrot für seine Tiere abgeholt hat. Wenn er unterwegs ist und ein Exemplar erspäht, das ihm noch fehlt, hält er manchmal und bietet den Besitzern im Tausch dagegen eine nagelneue Tonne. Auch im Internet ist er immer auf der Suche nach Tonnenraritäten. Und Bekannte aus der Branche halten ebenfalls für ihn die Augen offen.

Das älteste Exemplar, das er hat, stammt aus dem Jahr 1934. Eine Sulo aus Metall. Die hat er bei einer Hausentrümpelung entdeckt. Aktuell ist Mayer an etwas Neuem dran. Die Tonne eines englischen Herstellers hat es ihm angetan. „Die will ich mir übers Internet organisieren.“ Und wenn er sie dann hat? Dann unterzieht René Mayer, der keine weiteren Tonnensammler kennt, seine neue Errungenschaft für gewöhnlich einem realen Härtetest am Straßenrand. Dabei geht es ihm vor allem um die Belastbarkeit der Kammleiste. „Einmal hatte ich eine nagelneue Tonne, die nach der zehnten Entleerung schon kaputtgegangen ist.“ Im Allgemeinen halte so eine Tonne, wenn es gut laufe, heute noch neun Jahre. „Früher hat man so mit zwanzig Jahren gerechnet.“

Bei Mayer halten sie natürlich länger. Nicht nur in seinem Garten stehen seine Exemplare, auch bei seinem Opa und an mehreren anderen Stellen hat er sie mittlerweile verteilt. Mit seinen 3000 Tonnen soll aber noch lange nicht Schluss sein. „Wer seine Tonne abgeben will, kann sich gerne per E-Mail unter abfallmayer@web.de bei mir melden“, sagt der Syrgensteiner, während ein Nachbar gerade seine Restmülltonne ratternd für die Abfuhr in Position schiebt. „Schäfer, Baujahr 1997“, sagt René Mayer kurz. „Das erkennt man schon am Geräusch.“

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