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20.06.2009

Taiwanese trainiert auf Holzheimer "Super Horse"

Holzheim Mit einem offenen Lachen und einem liebevollen Klaps auf den Hals begrüßt Yu Jen Sun seinen "Super Horse". Eine Woche lang trainiert der leicht spastisch gelähmte Taiwanese mit dem Hengst, der eigentlich Alibaba heißt, auf dem Gestüt Wagner in Holzheim für die Qualifikation zu den Weltreiterspielen. Warum in der Aschberggemeinde? Seine Therapeutin, Uta Rindfleisch-Wu, hat vor einigen Jahren in Taiwan ein Zentrum für therapeutisches Reiten eröffnet. Damals hat ihre Schulfreundin Sabine Lutz, Reittherapeutin vom Gestüt in Holzheim, ihr bereits ein geeignetes Pferd für den Export nach Asien empfohlen. Jetzt hat sich Rindfleisch-Wu erneut von Lutz beraten lassen.

Yu Jen Sun übt deshalb im Holzheimer Gestüt die geforderten Dressuren. Im Schritt, Trab, manchmal im Galopp, lenkt er den New-Forest-Hengst geschickt durch die Reithalle. Er prägt sich genau ein, wann er welche Richtung einschlagen muss oder einen Zirkel reiten soll. Coach Katrin Wagner ist nach dem intensiven Training zufrieden: "Er hat sich in der Woche wirklich gesteigert und macht's sehr gut."

Reittraining auf Chinesisch

Die angehende BWL-Studentin besitzt den Amateurtrainerschein und ist selbst fünf Jahre lang mit Alibaba auf vielen Wettbewerben und Turnieren geritten. Aber einen Reiter mit Handicap hat sie bisher noch nicht geschult. Und dazu noch in einer fremden Sprache: Wenn sie mit Englisch nicht weiterkommt, dolmetscht Rindfleisch-Wu und gibt Wagners Anweisungen auf Chinesisch, der Amtssprache Taiwans, weiter. "Aber ein Wort hab ich mir schon gemerkt: das für 'vorwärts'", sagt Wagner ein bisschen stolz.

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Große Herausforderung

Der 18-jährige Sun freut sich auf die anstehenden Tests in Wien an diesem Wochenende. Obwohl sie für den jungen Reiter eine große Herausforderung darstellen: "Für mich wird die Qualifikation eines der schwierigsten Turniere, die ich je geritten bin." Nicht nur, weil er als einziger Taiwanese teilnimmt, sondern auch als Einziger auf einem Leihpferd reiten wird. Einfach sei es nicht, sich in so kurzer Zeit an die immer eigenen Bewegungen und den Charakter des Rosses zu gewöhnen, erklärt Rindfleisch-Wu.

Gut vorbereitet ist der aufgeweckte junge Mann: Bereits an der Qualifikation für die Paralympics 2008 in China hatte er teilgenommen. Aber er habe sie leider mit weniger als einem Prozentpunkt verpasst, so Rindfleisch-Wu. Doch Sun ist zuversichtlich: Schließlich begleiten ihn seine Therapeutin, deren Mann und seine Holzheimer Trainerin Katrin Wagner. "Wenn so viele Menschen mit mir kommen, bin ich nicht aufgeregt." Und außerdem reitet er dort, wie er selbst sagt, auf seinem "Super Horse".

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