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VerkehrssicherheitDZ

15.04.2015

Tempo 30 ist nicht überall erlaubt

-Umfrage bei den vier Donaustädten. Schon viel geschehen

Soll Tempo 30 vor besonders sensiblen Verkehrsbereichen wie Kindergärten, Schulen und Krankenhäusern obligatorisch eingerichtet werden? Diese Frage steht derzeit in öffentlicher Diskussion (wir berichteten am Montag). Die DZ befragte rund ums Thema Vertreter der Verwaltungen der vier Donaustädte.

Nach dem Gesetz kommen Tempo 30-Zonen insbesondere in Wohngebieten und Gebieten mit hoher Fußgänger- und Fahrradverkehrsdichte sowie hohem Querungsbedarf nach der StVO in Betracht, teilte Jan Koenen aus dem Dillinger Rathaus mit. Anträge werden meist im Verkehrssicherheitsbeirat diskutiert, der sich die Situation vor Ort ansehen. Anschließend berät und entscheidet der Verkehrsausschuss des Stadtrats, ob beispielsweise eine Tempo 30-Zone eingerichtet wird.

Tempo 30 darf beispielsweise nicht auf Straßen des überörtlichen Verkehrs (Bundes-, Landes- oder Kreisstraßen) eingerichtet werden. Unabhängig davon darf auf einer innerörtlichen Straße nicht automatisch 50 km/h gefahren werden. Denn die Straßenverkehrsordnung schreibt ebenfalls vor, dass Autofahrer ihre Geschwindigkeit an die Begebenheiten anpassen und im Zweifelsfall auch den Fuß vom Gas nehmen müssen.

Tempo 30 ist nicht überall erlaubt

Sowohl in der Kernstadt als auch in den Stadtteilen gibt es eine Reihe von Tempo 30-Bereichen, vor allem in Wohngebieten. In besonders sensiblen Bereichen wie etwa zwischen den Schulen in der Ziegelstraße oder dem Kinderhaus Kringelland in Hausen wurde die Geschwindigkeit zur Verbesserung der Sicherheit sogar auf Tempo 10 reduziert. Von der Verwaltung werden derzeit Möglichkeiten geprüft, innerhalb des Stadtgebiets weitere Tempo 30-Zonen einzurichten. Hierüber wird der Verkehrsausschuss in einer der kommenden Sitzungen beraten und entscheiden.

Rund ein Viertel der Straßen im Höchstädter Stadtgebiet sind beschränkt – die meisten davon mit Tempo 30, wie Richard Sing vom Bauamt bestätigt. Im Kerngebiet seien auch schon seit Jahren die Strecken bei Kindergarten und Schule beschildert worden. „In der Prinz-Eugen-Straße zur Mittelschule darf sogar nur mit 20 gefahren werden“, sagt Sing. Im ganzen VG-Gebiet sei dies so der Fall, einzig vor dem Kindergarten in Deisenhofen nicht. „Dort ist es eine Kreisstraße, die ist nicht beschränkt.“ Sing könnte sich aber durchaus vorstellen, dass Tempo-30-Zonen in solchen Bereichen vorgeschrieben werden. „Mehr Sicherheit macht auf jeden Fall Sinn. Gerade in Deisenhofen lassen wir in regelmäßigen Abständen jetzt schon immer wieder Kontrollen durchführen.“ Die meisten Straßen, die aktuell in Höchstädt auf 30 Stundenkilometer beschränkt sind, seien in Wohngebieten. Richard Sing: „Wenn Anwohner den Wunsch haben, wird das geprüft und dann entschieden. Tendenziell würde ich sagen, dass die Entwicklung zu Tempo 30 in den vergangenen Jahren angestiegen ist.“

In Lauingen gilt Tempo 30 bereits vor allen Kindergärten und Schulen. Martin Winkler, Amtsleiter der Haupt- und Finanzverwaltung, sagt: „Das gibt es schon seit Jahren, die letzte Straße, in der die Geschwindigkeit reduziert wurde, war die untere Herzog-Georg-Straße beim Albertus-Gymnasium. Die Stadt sehe im Moment keinen Bedarf, weitere Tempo-30-Zonen einzuführen. „In so gut wie allen Wohngebieten haben wir schon Tempo 30 oder sogar noch langsamer“, sagt Winkler.

Tempo 50 gelte nur noch auf den großen Einfallsstraßen, der Staatsstraße über die Donaubrücke, bei der die Stadt kein Mitspracherecht hat, und im Industriegebiet. „Aber dort würde es keinen Sinn machen, die Geschwindigkeit zu beschränken.“

Auch in Gundelfingen gilt im Bereich Grottenhofen, wo die Schulen und der Kindergarten St. Martin angesiedelt sind, bereits Tempo 30. In Peterswörth, sagt Nikolaus Mayr, sind vor dem Kindergarten allerdings noch 50 km/h erlaubt. „Da haben wir vergangene Woche geblitzt und keinen erwischt.“ Um auf die besondere Situation aufmerksam zu machen, stehen vor dem Kindergarten in Peterswörth Schilder. Und: „Weil im ganzen Stadtteil rechts vor links gilt, kann man da eigentlich sowieso nicht schnell fahren.“ In Gundelfingen, sagt Mayr, gilt auch in einem Großteil der Wohngebiete Tempo 30.

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