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Lauingen

08.09.2018

Thailändische Kampfkunst als Mittel zur Verteidigung

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Trainer Stefan Engelmayer führt mit Alina Reinhardt die Übungen zum Eigenschutz vor. Beide sind aktiv im Verein.
Bild: Emma Schaller

In Lauingen heißt Selbstverteidigung nicht gleich, den Gegenüber zu verletzen. Wo die Grenze liegt.

„Besonders für junge Mädchen wird es immer wichtiger, sich im Fall der Fälle verteidigen zu können“, sagt Stefan Engelmayer. Genau darauf war das Ferienprogramm des Rayong-Studios Lauingen ausgelegt. Auf Selbstverteidigung mit Aspekten des Muay Thai, umgangssprachlich auch Thaiboxen genannt. Das ist die traditionelle Kampfkunst Thailands, die dort heute als Nationalsportart gilt. Sie wird unter anderem auch in dem Lauinger Studio angeboten. „Grundlage dieser Selbstverteidigung ist das Muay Thai. Mit den verschiedenen Techniken werden Angriffe sinnvoll abgewehrt“, sagt Stefan Engelmayer aus Wittislingen, der den Kurs leitet.

Niemand soll verletzt werden

Dort lernen Buben und Mädchen im Alter von fünf bis 16 Jahren, was sie zu tun haben, wenn ein Angreifer kommt oder sie in eine Gefahrensituation geraten. Dabei betont Engelmayer aber immer wieder: „Wir wollen niemanden verletzen, deshalb ist es wichtig zu unterscheiden, was Notwehr wirklich heißt. Die Verhältnismäßigkeit muss stimmen.“ In einem Theorieteil werden diese Punkte durchgesprochen, damit alles in einem angemessenen Rahmen bleibt. Die verschiedenen Techniken führt Stefan Engelmayer gemeinsam mit Alina Reinhardt aus Donaualtheim vor. Sie ergänzt: „Ich finde es toll, dass Kinder jeden Alters hier sind, da es in der heutigen Zeit nicht unwichtig ist, sich wehren zu können.“ Sich zu verteidigen ist auch die Motivation von der dreizehnjährigen Josephine aus Haunsheim: „Ich bin eher schüchtern, deshalb finde ich es gut, dass ich die Techniken lerne, denn ich selber kenne keine.“

Die drei Stufen der Deeskalation

„Unsere Übungen sollen vor allem deeskalierend wirken“, betont Engelmayer. Es gibt insgesamt drei Stufen der Deeskalation. Neben der Abwehr ist es auch wichtig, einen gezielten Schmerzpunkt zu setzen, damit wird signalisiert, dass der Angreifer aufhören soll. Einen Schmerzpunkt setzen ist keine Verletzung. Anhand von realen Situationen, wie zum Beispiel eine versuchte Entführung, werden gemeinsam Abwehrtechniken entwickelt und geübt.

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Die zehnjährige Eleonore aus Lauingen findet das Abwehren einer geraden Faust sehr wichtig. Geübt wurde auch mit annähernd realen Objekten, zum Beispiel mit einem Gummimesser, mit dem eine Messerattacke nachgespielt wird.

Eine große Gala im September

Der Lauinger Verein wurde 2005 von Roland Steinle, auch „Joker“ genannt, gegründet. Seit diesem Jahr ist der neue 1. Vorsitzende Ralf Reinhardt. „Es wird die ein oder andere neue Idee kommen, aber doch bleibt alles beim Alten“, so sagt er. Aktive Mitglieder hat der Verein etwa 150. Demnächst findet eine Gala statt. Los geht es am Samstag, 15. September, ab 19 Uhr. Gezeigt werden verschiedene Kämpfe im Studio in Lauingen unter dem Motto der 1920er-Jahre.

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