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Theaterhausen

13.11.2019

Turbulenzen nach einer durchzechten Nacht

Tina Häberle berichtet dem „Schreiner Sepp“, seinem Sohn Frank und dem Dorfpolizisten Siegmund Eiferling, was sie in ihrer durchzechten Nacht nach der Weihnachtsfeier des Musikvereins alles angestellt haben. Zuvor haben Sepp und Siegmund bereits mit den Nudelhölzern ihrer Ehefrauen Bekanntschaft gemacht.
Foto: von Weitershausen

Ein Stinkerkäs hält die Lutzinger Theatergruppe und ihr Premierenpublikum auf Trab

Welche Irrungen und Wirrungen eine durchzechte Nacht mit schwerem Kopf und Filmriss mit sich bringt, davon zeugt die Komödie „Die unglaubliche Geschichte vom gestohlenen Stinkerkäs“ in drei Akten aus der Feder von Bernd Gumbold.

Das von der Theatergruppe Lutzingen mit unglaublichen Tempo und Spielwitz aufgeführte Theaterstück auf der Bühne des IBL erzeugte im ausverkauften Haus bei der Premiere lachende und juchzende Beifallskundgebungen bei jeder Szene. Einmal mehr überzeugte die Lutzinger Laienspielgruppe mit Schwung, Witz und schauspielschem Können, was dem Charakter des Wirtshaustheaters diesen charmant frechen Ausdruck verleiht. Darüber hinaus waren die einzelnen Rollencharaktere wieder einmal so überzeugend besetzt, sodass die Turbulenzen auf der Bühne mit unübertrefflichem Humor und frischer Dynamik auf das Publikum einprasselten. Erstaunlich auch die Textsicherheit des gesamten Ensembles, wobei besonders Harald Sager ein Lob gebührt, da er beinahe in jeder Szene des Stücks als Schreiner Sepp Hämmerle auf der Bühne agiert.

Turbulenzen nach einer durchzechten Nacht
34 Bilder
Die Premiere der Lutzinger Theatergruppe
Foto: Horst von Weitershausen

Es ist kein Morgen wie jeder andere, als der „Schreiner Sepp“ in seiner Werkstatt erwacht. Am Abend zuvor hat er bei der Weihnachtsfeier des Musikvereins zu viel gebechert! Die Folgen sind ein schwerer Kopf und – das Schlimmste – er weiß von der letzten Nacht so gut wie nichts mehr. Seltsamerweise findet er in seiner Werkstatt eine Leiter mit einer abgebrochenen Sprosse und vermisst auch seinen Geldbeutel. Seinem Sohn Frank (Jochen Schieferle) geht es nicht viel besser, denn auch er war auf der Weihnachtsfeier und hat einen kaputten Fensterladen mit nach Hause gebracht. Auch Siegmund Eiferling (Markus Weber), Dorfpolizist mit Leib und Seele, hat wohl etwas zu tief ins Glas geschaut und kann den Ablauf des Abends nicht mehr nachvollziehen. Seine Erinnerung an die vergangene Nacht sind eine Kopfverletzung und eine abgebrochene Leitersprosse.

Seiner Meinung nach muss er wohl auf Einbrecherjagd gewesen sein und dabei eins mit der Leiter über den Kopf bekommen haben. Außerdem vermisst er seine Schnupftabakdose und hat die Hosen vom Schreiner Sepp an.

Ein wenig Aufschluss geben kann Eugenie (Georgine Schieferle), die alte Pfarrhaushälterin. Sie will den Dorfpolizisten in der letzten Nacht in ihrem Schlafzimmer auf Verbrecherjagd gesehen haben, denn schließlich hat man ihr in derselben Nacht den geliebten „Stinkerkäs’“ für den Pfarrer vom Fenstersims ihres Schlafzimmers gestohlen. Brenzlig wird es allerdings, als Hugo Häberle (Rainer Burggraf), der Dirigent des Musikvereins, auftaucht. Er hütet seine Zwillingstöchter wie seinen Augapfel. Um so schlimmer, dass er im Schlafzimmer einer Tochter die verlorengeglaubte Schnupftabakdose und den Geldbeutel entdeckt. Evi (Michaela Götz) , eine der Zwillinge, nutzt die allgemeine Verwirrung um die nächtlichen Geschehnisse genüsslich aus und bringt die gedächtnislosen Männer arg in Bedrängnis. Was nicht ohne Folgen bleibt.

Denn die beiden Ehefrauen von Schreiner und Polizist, Pauline Hämmerle (Steffi Schadl) und Klara Eiferling (Rita Hochstädter) sind nicht zimperlich bei der Anwendung von Nudelholz und Stuhlbein, mit denen sie ihre Männer zu „verwöhnen“ wissen. Dabei verursachen ihre unüberhörbaren Schimpfkanonaden beinahe dieselben Schmerzen bei ihren Männern wie die Nudelhölzer.

Tosender Schlussbeifall des Publikums für einen sehenswerten Theaterabend.

Weitere Aufführungen finden am Freitag, 15. November, Samstag, 16. und 23. November, jeweils um 19.30 Uhr; Sonntag, 17. November um 18 Uhr und 24. November um 15 Uhr statt.

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