Newsticker

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann schließt erneute Grenzkontrollen nicht aus
  1. Startseite
  2. Lokales (Dillingen)
  3. Über 80 Prozent mehr Tote

25.02.2015

Über 80 Prozent mehr Tote

Nur geringfügig zugenommen hat im vergangenen Jahr die Zahl der Verkehrsunfälle. Dabei wurden jedoch über 80 Prozent mehr Menschen getötet als im Vorjahr. Unser Bild entstand bei einem Unfall zwischen Höchstädt und Binswangen, bei dem eine Frau schwer verletzt wurde.
Bild: von Neubeck

Steigerung der Unfallzahlen gegenüber 2013 aber lediglich 0,26 Prozent. Elf Menschen verloren im vergangenen Jahr auf den Straßen des Kreises Dillingen ihr Leben

Von Peter von Neubeck

Einen dramatischen Anstieg der Verkehrsunfälle registriert die Polizei für den Landkreis Dillingen im Zehn-Jahres-Vergleich. So steigerte sich die Gesamtzahl der Unfälle von 2004 auf 2014 um 20,18 Prozent, von 1635 auf 1965. Allerdings stieg die Anzahl der gemeldeten Verkehrsunfälle auf den Straßen des Landkreises von 2013 auf 2014 nur um 0,26 Prozent, im Vergleich zu 2012 (1973 Unfälle) sank sie sogar.

Das Polizeipräsidium Schwaben Nord veröffentlichte jetzt die Verkehrsstatistikzahlen für das Jahr 2014. Leitender Polizeidirektor Norbert Zink und Polizeioberrat Ralf Bührle beleuchteten die wesentlichen Fakten und Entwicklungen des Unfallgeschehens im vergangenen Jahr für den gesamten Präsidiumsbereich. Die Gesamtzahl der von der nordschwäbischen Polizei registrierten Verkehrsunfälle ist im Vergleich zum Vorjahr nur sehr geringfügig von 24563 (2013) auf 24556 (2014) und damit um 0,02 Prozent gefallen. Die Zahl der dabei verletzten Personen erhöhte sich um plus 2,83 Prozent, von 4545 (2013) auf 4674 (2014) Verletzte.

Im vergangenen Jahr musste ein Plus von fünf bei Verkehrsunfällen Getöteten festgestellt werden, nämlich von 36 (2013) auf 41 (2014), was einer Erhöhung um 13,89 Prozent entspricht.

Während sich die Bilanz bei den Verletzten im Landkreis Dillingen relativ gut ausmacht (421 im Vergleich zu 437 im Vorjahr) – ein Minus von 3,66 Prozent –, ist sie bei den Getöteten erschreckend. Plus 83,33 Prozent. Waren es 2013 sechs Tote, die zu beklagen waren, erhöhte sich deren Zahl auf elf.

Im Zehn-Jahres-Vergleich fiel die Zahl der Verletzten um rund 16 Prozent, die Zahl der Toten blieb gleich. Den niedrigsten Stand gab es 2007 und 2009 mit fünf Toten, den höchsten 2005 mit insgesamt 15.

Im Bereich der früheren Polizeidirektion Dillingen ergaben sich folgende Zahlen im Jahresvergleich: Unfälle 5420 (plus 0,03 Prozent), Verletzte 1077 (plus 0,18 Prozent), Tote 19 (plus 46,15 Prozent).

Betrachtet man sich die Hauptunfallursachen, so fällt auf, dass die überhöhte bzw. nicht angepasste Geschwindigkeit gerade bei den schweren Verkehrsunfällen immer noch einen sehr hohen Stellenwert einnimmt. Im Vergleich aller Verkehrsunfälle liegt sie mit neun Prozent auf Platz 4, nach dem Sicherheitsabstand (29 Prozent), dem Abbiegen/Wenden/Rückwärtsfahren (28 Prozent) und der Vorfahrt (17 Prozent). Bei den Unfällen mit Personenschäden steigt der Anteil auf 16 Prozent, ebenfalls Platz 4 hinter Abbiegen/Wenden/Rückwärtsfahren (22 Prozent), Sicherheitsabstand (21 Prozent) und Vorfahrt (20 Prozent).

Bei tödlichen Verkehrsunfällen liegt die Ursache Geschwindigkeit mit einem Anteil von 22 Prozent knapp auf Platz 2, hinter den Verstößen gegen das Rechtsfahrgebot (23 Prozent), weit vor den Ursachen Vorfahrt (13 Prozent) und Alkoholbeeinflussung (zehn Prozent).

Im Landkreis Dillingen sind die Hauptunfallursachen Abbiegen/Wenden/Rückwärtsfahren (28 Prozent), Vorfahrt (19 Prozent), Sicherheitsabstand (18 Prozent) und Rechtsfahrgebot (16 Prozent) sowie Geschwindigkeit (elf Prozent). Alkohol und Überholen machen je vier Prozent aus. Bei den Senioren entfällt der höchste Ursachenanteil auf Abbiegen/Wenden/Rückwärtsfahren (39 Prozent), vor Vorfahrt (37 Prozent) und Sicherheitsabstand (14 Prozent). Geschwindigkeit macht nur drei Prozent aus, Alkohol sogar nur ein Prozent. Im vergangenen Jahr registrierte die Polizei nordschwabenweit, dass die Anzahl der Radfahrunfälle um zehn Prozent zugenommen hat, von 1165 (2013) auf 1276 (2014). Daraus resultierte, dass auch die Anzahl der dabei verletzten Personen von 1010 (2013) auf 1117 (2014) und die Zahl der getöteten Radfahrer von drei (2013) auf 7 (2014) anstieg. Festzustellen war auch, dass 75 Prozent aller verletzten Radfahrer keinen Helm trugen und auch die sieben getöteten Radfahrer ohne Helm unterwegs waren.

Im Landkreis Dillingen sank die Zahl der motorisierten Zweiradunfälle um 5,45 Prozent auf 52. Dabei wurden 43 (minus 4,4 Prozent) Menschen verletzt und eine Person (Vorjahr drei) getötet.

Die Radfahrunfälle fielen im Kreis Dillingen um 1,09 Prozent auf jetzt 91. Dabei wurden 80 Personen verletzt (minus 5,88 Prozent) und zwei Menschen getötet (plus 100 Prozent).

Bei den Unfällen mit Fußgängern sehen die Landkreis-Zahlen für 2014 so aus: insgesamt 33 (minus 37,5 Prozent), 29 Verletzte (plus 81,25 Prozent) sowie wie im Vorjahr ein Toter.

Positiv ist im Kreis zu vermelden, dass die Zahl der Alkoholunfälle auf den niedrigsten Stand seit zehn Jahren gesunken ist. Insgesamt waren es 32, minus 28,89 Prozent. Dabei gab es 19 Verletzte (minus 32,14 Prozent) und einen Todesfall (Vorjahr keiner).

Für Leitenden Polizeidirektor Norbert Zink steht bei der Betrachtung der Unfallentwicklung insbesondere bei den Unfallursachen aber immer der Mensch mit seinen Entscheidungen als „zentrale Figur“ im Mittelpunkt. Gerade mit Blick auf die Unfallursachen werden die polizeilichen Verkehrs- und Kontrollmaßnahmen weiterhin ihren Schwerpunkt in den Bereichen Geschwindigkeit, Alkohol, aber auch im Bezug auf die Gurtanlegepflicht haben.

Polizeioberrat Ralf Bührle erläuterte die polizeilichen Reaktionen aus der festgestellten Unfallentwicklung und stellte die künftigen polizeilichen Maßnahmen auf drei Säulen:

1. Verkehrsüberwachungsmaßnahmen (klassische Kontrollmaßnahmen bei Aktionen oder im täglichen Dienst); 2. Prävention und Aufklärung; 3. Öffentlichkeitsarbeit.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren