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Mödingen

20.05.2015

Über eine halbe Million Euro neue Schulden

„Mir wäre es auch lieber, wenn wir keine Neuverschuldung hätten, aber es ist auch fatal, wenn ich Anfragen von Gewerbetreibenden habe und ich ihnen keine Flächen anbieten kann.“Walter Joas

Im Haushalt der Gemeinde Mödingen sind für 2015 viele Investitionen eingeplant. Das hat seinen Preis

Von Stephanie Sartor

Der größte „Brocken“ im Mödinger Haushalt 2015, der am Dienstagabend verabschiedet wurde, ist das Gewerbegebiet. 685000 Euro steckt die Gemeinde in das Projekt. Das Gewerbegebiet ist aber nicht die einzige Maßnahme, in die Mödingen investiert: Für die Fertigstellung des Feuerwehrgerätehauses und des Bauhofs sind in den Etat weitere 75000 Euro eingestellt. Hierfür gibt es allerdings auch einen Zuschuss in Höhe von 46500 Euro. Die Rekultivierung der Bauschuttdeponie kostet 100000 Euro, die Restkosten für die Kanalsanierung belaufen sich auf 78000 Euro und für den Radweg nach Mörslingen sind weitere 60000 Euro eingeplant – mit dem Bau wird in diesem Jahr aber wahrscheinlich nicht mehr begonnen.

All diese Investitionen haben ihren Preis: Die Gemeinde nimmt einen Kredit über 510000 Euro auf. Im Vorjahr waren es bereits 300000 Euro. „Mir wäre es auch lieber, wenn wir keine Neuverschuldung hätten, aber es ist auch fatal, wenn ich Anfragen von Gewerbetreibenden habe und ich ihnen keine Flächen anbieten kann“, sagt Mödingens Bürgermeister Walter Joas. Das soll sich bald ändern. Derzeit ist die Gemeinde dabei, den Bebauungsplan aufzustellen. Sobald dieser rechtskräftig ist, beginnen die Ausschreibungen und vielleicht könnten dann die ersten Tiefbauarbeiten noch in diesem Jahr starten.

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Die Gemeinde leidet im Haushaltsjahr 2015 auch unter der hohen Kreisumlage: Die Kosten belaufen sich auf rund 512000 Euro – im Jahr zuvor waren es gerade einmal rund 452000 Euro. Die Kreisumlage macht satte 37 Prozent der gesamten ausgaben der Verwaltungshaushaltes aus.

Die Aufnahme des Kredits wirkt sich auch auf die Pro-Kopf-Verschuldung aus: 2015 liegt sie voraussichtlich bei 910 Euro, 2014 waren es 536 Euro, 2011 sogar nur 334 Euro. Und das soll noch nicht die Spitze des Berges sein: Weil für 2016 eine erneute Kreditaufnahme von 635000 Euro eingeplant ist, wird die Pro-Kopf-Verschuldung auf 1381 Euro steigen. Für die Jahre 2017, 2018 und 2019 sind dann aber keine neuen Schulden eingeplant.

„Man muss sagen, dass wir in den vergangenen Jahren viel investiert und notwendige Maßnahmen umgesetzt haben“, sagt Joas. Bisher sei die Gemeinde immer in den glücklichen Lage gewesen, Geld zu den Rücklagen zuzuführen. In diesem Jahr nun werden die Rücklagen angezapft: 120000 Euro werden entnommen. Joas hofft trotzdem, dass auch in diesem Jahr noch eine Zuführung zu den Rücklagen funktioniert.

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