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Landkreis

16.11.2018

Ulrich Lange: „Seehofer hat sehr viel geleistet“

In seiner Zeit als Ministerpräsident war Horst Seehofer wiederholt im Landkreis. Im Mai 2012 besuchte der 69-Jährige die Berufsschule und Realschule in Lauingen.
Bild: Peter von Neubeck (Archiv)

Nun gibt es ein Datum für den Rücktritt: Der 19. Januar wird Horst Seehofers letzter Tag als CSU-Vorsitzender. Wie Parteifreunde in der Region das bewerten.

Jetzt steht das Datum fest: Am 19. Januar will Horst Seehofer auf einem Sonderparteitag als CSU-Vorsitzender zurücktreten. Der Rücktritt habe sich ja abgezeichnet, sagte der nordschwäbische CSU-Bundestagsabgeordnete Ulrich Lange auf Anfrage. An der allgemeinen Kritik an Seehofer werde er sich aber nicht beteiligen, ließ der Nördlinger wissen. „Horst Seehofer hat als bayerischer Ministerpräsident sehr viel geleistet“, sagt Lange. Bayern habe sich in den zehn Jahren unter Seehofers Führung sehr gut entwickelt. Der Vorsitzende habe die Partei 2008 in einer ganz schwierigen Phase übernommen.

Lange zum Rücktritt vom Rücktritt

Natürlich sei Seehofers Rücktritt vom Rücktritt im Juli unglücklich gewesen. „Das war auch eine der denkwürdigsten Sitzungen, die ich je erlebt habe“, erinnert sich Lange. An der Situation sei aber nicht Seehofer allein schuld gewesen. Da hätten andere „das Endspiel um die Glaubwürdigkeit ausgerufen“. Aus seiner Sicht könne Seehofer Bundesinnenminister bleiben. Der CSU-Vorsitz und das Ministeramt hängen laut Lange nicht zusammen, die Zusammenarbeit mit dem Innenminister sei „sehr konstruktiv“. Die Anforderungen an den neuen Chef der Christsozialen seien hoch, sagt Lange. „Der neue Parteivorsitzende muss wissen, dass die CSU in Berlin mit einem eigenen bundespolitischen Profil in Erscheinung treten muss.“

Winter: Größter Erfolg war die absolute Mehrheit 2013

Auch Landtagsabgeordneter Georg Winter weist auf Seehofers Leistungen hin: „Unabhängig der Irritationen im Vorfeld der Landtagswahl bleibt festzuhalten, dass Horst Seehofer in seiner zehnjährigen Amtszeit als Ministerpräsident Hervorragendes geleistet und Bayern bestens repräsentiert hat“, erklärt der Stimmkreisabgeordnete. „Er war für alle Bürger erreichbar und kann gut zuhören.“ Seehofers Weg vom Arbeiterkind zum langjährigen Bundesminister, Parteivorsitzenden und Ministerpräsident durch eigene Anstrengung sei beeindruckend. „Persönlich habe ich mit ihm gerne zusammengearbeitet, die Anliegen der Abgeordneten waren ihm stets präsent. Sehr beeindruckt haben mich sein ausgezeichnetes Gedächtnis und sein Gespür für die Mitmenschen.“ Nicht zu vergessen, Seehofers größter Erfolg: „Dass er 2013 die absolute Mehrheit wieder erreichen konnte.“

Doppelspitze mit wenigen Gemeinsamkeiten: Horst Seehofer und Markus Söder, hier beim Parteitag der CSU 2015.
16 Bilder
Abgang als CSU-Chef: Horst Seehofers Karriere in Bildern
Bild: Peter Kneffel, dpa

Katja Müller hofft, dass Streitereien enden

Auch auf kommunaler Ebene verfolgt man die Entwicklung an der Parteispitze. Katja Müller, die neue Lauinger CSU-Bürgermeisterin, erklärt zwar, sie habe mit Seehofer persönlich nicht viele Berührungspunkte gehabt. Getroffen hat sie den damaligen Ministerpräsident aber vergangenes Jahr in München bei einer Veranstaltung der Kommunalpolitischen Vereinigung der CSU im Landkreis, der Müller vorsitzt. Zum Rücktritt sagt sie: „Ich finde das eine logische Konsequenz, das hat sich angebahnt.“ Sie sei froh, wenn dadurch die Streitereien mit Markus Söder ein Ende haben. Für Seehofers Ministeramt spiele der Rücktritt aber keine Rolle. „Ich finde ihn als Vertreter für uns in Berlin gut“, sagt Müller. „Wir können froh sein, auf dieser Position einen bayerischen Vertreter in Berlin zu haben.“

Lesen Sie zum Hintergrund: Seehofer tritt im Januar als CSU-Chef zurück

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