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Landkreis Dillingen

22.12.2020

Umweltschutz: Was tun gegen den Eichenprozessionsspinner?

Der Bund Naturschutz im Landkreis Dillingen appelliert an die Kommunen, den Eichenprozessionsspinner nicht mehr mit Gift zu bekämpfen.

Der Bund Naturschutz im Kreis Dillingen ruft zur giftfreien Bekämpfung auf. Wie der Landkreis Dillingen mit Bioziden umgeht.

Der Bund Naturschutz im Landkreis Dillingen appelliert an die Kommunen, nicht mehr mit Gift gegen den Eichenprozessionsspinner vorzugehen. Denn wenn Eichen vorsorglich gegen den Schmetterling gespritzt werden, töte das auch alle anderen Insekten am Baum. Eine Anfrage der Grünen im Landtag ergab nun, dass in Bayern 183 Kommunen die Raupen und Gespinste der Eichenprozessionsspinner ausschließlich mechanisch bekämpft haben und kein Gift eingesetzten, teilte der Bund in einer Pressemeldung mit. Doch mehr als 20.000 Eichen sind in Bayern mit Bioziden gespritzt worden.

Der Regierungsbezirk Schwaben ist demnach der negative Spitzenreiter. Mit 7379 mit Bioziden behandelten Bäumen lässt er die anderen Bezirke weit hinter sich. Die bringen es nicht mal auf ein Drittel dieser Anzahl. Donauwörth (688 Bäume), Nördlingen (448) zählen bei den Kommunen zu den Top Ten. Der Landkreis Dillingen bringt es auf 1596 Bäume, deren gesamte Insektenwelt abgetötet wurde. Die Kreisvorsitzende des BUND Naturschutz in Dillingen, Heidi Terpoorten appelliert an alle Kommunen: „Setzen Sie im nächsten Jahr keine Gifte mehr ein, sondern beseitigen Sie die Nester ausschließlich mechanisch. Nehmen Sie sich ein Beispiel an pestizidfreien Kommunen.“

Der Eichenprozessionsspinner hat viele natürliche Feinde

In Fürth, einer der pestizidfreien Kommunen in Bayern, wird der Eichenprozessionsspinner mechanisch bekämpft. Das koste zwar etwas, „aber wenn wir Biozide einsetzen würden, müssten wir zusätzlich mechanisch die Nester entfernen, das würde letztlich teurer kommen“, sagt Thomas Jung, Fürths Oberbürgermeister.

Der Bund betont, dass der Eichenprozessionsspinner eine einheimische Schmetterlingsart ist und eine Vielzahl natürlicher Feinde hat. Einige entfalten ihre Wirkung erst nach mehreren Jahren der Massenvermehrung. Besonders wirksam sind Ei- und Raupenparasiten wie die Raupenfliegen aus der Familie der Tachinidae, deren Larven sich im Inneren des Wirtes entwickeln. Wichtigste räuberische Käferart ist der Puppenräuber. Seine Larven suchen ihre Beute im Raupengespinst, während der Käfer die freien Raupen attackiert.

So sieht das Ergebnis der Anfrage der Grünen für den Landkreis Dillingen aus. Gefragt wurde nach eingesetztem Biozid und ob vor dem Spritzen eine Untersuchung beziehungsweise ein Abwägen stattfand und wie viele Bäume mechanisch behandelt wurden.

260 Bäume im Landkreis Dillingen mit Foray ES behandelt

Der Landkreis selbst hat nach Darstellung der Grünen 260 Bäume nach Untersuchung und Abwägung mit Foray ES behandelt und drei mechanisch. In Bächingen wurden 22 Bäume ohne das Einsetzen eines Biozids wie Neem Protect oder Foray ES gespritzt, es wurde untersucht und abgewogen. In Buttenwiesen wurden 259 Bäume gespritzt, dabei wurde Neem Protect eingesetzt, die Bäume wurden zuvor untersucht. In Dillingen sind 350 Bäume nach Untersuchung und Abwägung mit Neem Protect behandelt worden. In Gundelfingen 95 mit Foray ES nach Abwägen und Untersuchung, zudem 95 mechanisch. In Haunsheim sind drei mechanisch behandelt worden, zudem zwölf behandelt, aber weder mit dem einen noch mit dem anderen Biozid. In Höchstädt wurden nach Untersuchungen 27 mit Neem Protect behandelt. In Holzheim nach Untersuchung und Abwägen 90 Bäume mit Neem Protect und Foray ES, in Laugna 37 nach Untersuchung mit Neem Protect. In Lauingen 20 mechanisch und 122 mit Neem Protect nach Untersuchung und Abwägen, in Bissingen 19 nach Untersuchung und Abwägen mit Foray ES, in Mödingen wurden 89 Bäume nach Untersuchung und Abwägung mit keinem Biozid behandelt.

In Villenbach nach Untersuchung 32 mit Neem Protect, in Wertingen nach Untersuchung 154 mit Neem Protect, in Wittislingen zehn nach Untersuchung und Abwägen ohne Biozid, ebenso in Ziertheim bei fünf Bäumen. In Zusamaltheim wurden vier Bäume nach einer Untersuchung mit Neem Protect behandelt. (pm)

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