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Biber

09.08.2017

Und plötzlich klafft da ein großes Loch in der Straße

Die Straße zwischen Weilheim und Oberglauheim wurde von einem Biber unterhöhlt und brach schließlich an einer Stelle ein.
Bild: Landratsamt Dillingen

Landrat Leo Schrell wendet sich an die Umweltministerin, weil die angerichteten Schäden gewaltige Kosten verursachen

In Altenbaindt sitzt der Biber in einem Regenrückhaltebecken der Gemeinde Holzheim. Dort wurde nun ein Antrag auf Abfang gestellt, damit das Becken wieder funktioniert. Doch nicht nur dort macht der Biber Probleme. Deswegen hat sich Dillingens Landrat Leo Schrell nun erneut an das Bayerische Umweltministerium gewendet und Ministerin Ulrike Scharf eindringlich um eine Aufstockung des vom Freistaat Bayern mit 450000 Euro ausgestatteten Fonds zum Ausgleich von Biberschäden gebeten. „Vor allem aus der Landwirtschaft erreichen mich immer wieder nachvollziehbare Klagen über hohe Schäden, die wegen der Mittelknappheit nur mit einer geringen Quote ausgeglichen werden“, begründet Schrell seine erneute Initiative.

Bereits im Jahr 2012 hatte sich Schrell mit demselben Anliegen an das Ministerium gewandt. Seinerzeit wurde der Fond um 100000 Euro auf 450000 Euro aufgestockt. „Dennoch ist der Fond chronisch unterfinanziert, wenn man bedenkt, dass die öffentliche Hand überhaupt nicht anspruchsberechtigt ist“, betont Schrell. Deshalb bleiben die Gemeinden grundsätzlich auf ihren Kosten sitzen. Ein Zustand, den Schrell verbessern möchte.

In seinem Schreiben an Scharf spricht er deshalb die aus seiner Sicht völlig unzureichende Regelung zum Ausgleich von Biberschäden an. Schrell betont dabei, dass eine Lösung der Biberproblematik den Landkreis und seine Verwaltung oft vor große Probleme stelle. So sei eine Lösung immer dem Spannungsfeld zwischen Artenschutz und Schadensreduzierung oder -vermeidung ausgesetzt.

Deshalb hat das Landratsamt unter Berücksichtigung der Anforderungen an den Artenschutz das Bayerische Bibermanagement auf die Gegebenheiten im Kreis angepasst: Neben einem Biberfachberater auf Kreisebene sind auch Biberbeauftragte in den jeweiligen Gemeinden bestellt. „Dennoch lassen sich nicht in jedem Fall Biberschäden vermeiden, was vor allem auch in der Landwirtschaft immer wieder zu großen Schäden auch an Geräten führt“, schreibt Schrell an Scharf. Wegen der aus seiner Sicht unzureichenden Mittelausstattung des Schadenfonds bleiben die Landwirte auf teils hohen Kosten sitzen. Aus diesem Grund bittet Schrell die Ministerin, sich für eine deutlich bessere Ausstattung des Biberschadensfonds einzusetzen, der unter Berücksichtigung der Vorgaben der EU-Kommission nicht nur eine angemessene Ausgleichsquote für die land-, forst- oder teichwirtschaftlichen Schäden privater Landnutzer, sondern auch bei denen der öffentlichen Hand gewährleistet. Nach einer Erhebung des Landratsamtes beliefen sich bereits vor einigen Jahren die jährlichen Biberschäden der öffentlichen Hand an Gewässern und Wegen allein im Landkreis Dillingen auf über 100000 Euro. (pm)

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