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05.07.2010

Unmut über striktes Rauchverbot

Landkreis Nach dem Ja beim Volksentscheid zum strikten Rauchverbot in der Gastronomie sieht der Kreisvorsitzende des Hotel- und Gaststättenverbands, Josef Stark, viele kleine Kneipen vor dem Ruin (DZ berichtete). Das Votum vom Sonntag für einen strengeren Nichtraucherschutz hat bei Wirten in der Region keine Begeisterung ausgelöst.

Gegen die Entscheidungsfreiheit

Manfred Keim hatte bisher im Kastanienhof in Lauingen für seine Gäste einen Raucherraum eingerichtet. Den sogenannten Maroni-Raum. Doch auch hier hat es sich bald ausgequalmt. Dass sich dadurch etwas am Umsatz ändert, glaubt der Gastronom nicht. "Das Schlimmste ist, dass man hier die freie Entscheidung des Unternehmers eingrenzt. Ich befürworte den Schutz der Gäste und meines Personals. Aber als Unternehmer möchte ich selbst darüber entscheiden, wie ich das löse", sagt Keim.

Auch Beatrix Reichhardt von der Bahnhofsgaststätte in Höchstädt ist "nicht begeistert" über das Ergebnis des Volksentscheids. "Und meine Gäste sind es mit Sicherheit auch nicht", sagt sie. Knapp 80 Prozent ihrer Stammkundschaft rauchen. Doch zum 1. August muss nun auch Beatrix Reichhardt wohl oder übel die Aschenbecher wegräumen. Sie glaubt, dass sie die neue Regelung auch im Geldbeutel spüren wird. "Da bleiben dann eben manche Leute daheim oder trinken ihr Bier mit Bekannten im Gartenhäuschen", sagt die Wirtin. Dass das Ergebnis des Volksentscheids so deutlich ausfallen würde, hätte sie im Vorfeld nicht gedacht. "Aber es war mir klar, dass es knapp wird. Deswegen habe ich auch allen unseren Rauchern gesagt, dass sie wählen gehen sollen. Aber es hat halt nicht gereicht."

Unmut über striktes Rauchverbot

Im Gasthof Sonne in Echenbrunn ändert sich mit dem neuen Gesetz nichts. Hier gilt bereits seit dem ersten Nichtrauchergesetz ein Rauchverbot. "Das hat sich auch bewährt", sagt Karlheinz Hander. Bei der Zahl der Gäste habe sich die Umstellung damals nicht niedergeschlagen. "Der eine bleibt weg, dafür kommt ein anderer", sagt Hander. Dennoch ist auch er nicht glücklich über das Ergebnis vom Sonntag. "Ich finde, es sollte jeder selbst entscheiden könne, wie er das in seinem Betrieb handhabt." Besonders für die kleinen Pilskneipen könnte das strikte Rauchverbot zum Problem werden. "Da müssen die Gäste dann rausgehen und das geht letztendlich auf die Kosten der Nachbarn, die den Lärm aushalten müssen."

Bei den Besuchern selbst scheiden sich ebenfalls die Geister. Die Höchstädterin Christa Musselmann sagte am Sonntag Nein zum strikten Rauchverbot: "Ich dürfte ja nicht mal mehr im Biergarten rauchen." Benjamin Wirth aus Höchstädt hatte dagegen "Ja" zum strikten Rauchverbot gesagt: "Aus Egoismus und aus Sorge um die Gesundheit. Ich habe vor einem halben Jahr mit dem Rauchen aufgehört. Und jetzt geht mir der Gestank in Kneipen auf die Nerven." (bv, gau)

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