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Ausbildung

31.07.2018

Verantwortungsvollen Umgang mit der Natur gelernt

Die vier prüfungsbesten Landwirte im Dienstgebiet der Landwirtschaftsämter Nördlingen und Wertingen wurden mit Geschenken ausgezeichnet (von links): Bildungsberater Heinz Merklein, Daniel Baumgartner, Michael Kurtz, Daniel Rau, Franz Obeth, der Dillinger BBV-Kreisobmann Klaus Beyrer und Prüfungsausschuss-Vorsitzender Dominik Schlecht.
Bild: Michael Ammich

47 Landwirte erhalten ihre Zeugnisse. Und es gibt weitere gute Nachrichten für die Höchstädter Berufsschule.

Eine solide landwirtschaftliche Ausbildung wird in den Landkreisen Dillingen und Donau-Ries großgeschrieben. Und so durften 47 junge Bäuerinnen und Bauern auf der Berufsabschlussfeier der Landwirtschaftsämter Nördlingen und Wertingen ihre Zeugnisse und Gehilfenbriefe in Empfang nehmen. „Seien Sie herzlich willkommen im Club der ausgebildeten Landwirte“, rief der Wertinger Amtsleiter Magnus Mayer dem bäuerlichen Nachwuchs in Bissingen zu.

Die Rahmenbedingungen für die Landwirtschaft seien in den vergangenen Jahren nicht allzu rosig gewesen, räumte Mayer ein. Die Berufsanfänger sollten sich daher keine Illusionen machen, das „goldene Zeitalter der Landwirtschaft wird vielleicht niemals kommen“. In diesem Beruf seien nicht nur Leidenschaft und fachliches Wissen gefragt, sondern ebenso Nervenstärke, Gelassenheit, Fleiß, Durchhaltevermögen und die Fähigkeit zur Kommunikation. „Die Grundlage dafür haben Sie mit Ihrer Ausbildung geschaffen.“ Von einer „nur oberflächlich informierten Öffentlichkeit“ sollten sich die jungen Landwirte nicht beirren lassen, sagte der Behördenchef. Plumpe Generalangriffe auf die Landwirtschaft gelte es zu ignorieren, kritische Stimmen von Menschen, die um die Leistungen der Bauern für die Natur wissen, jedoch aufmerksam zu registrieren.

Dillingens Landrats-Stellvertreter: Technisierung kann Landwirt nicht ersetzen

Dillingens Landrats-Stellvertreter Hans-Jürgen Weigl wies darauf hin, dass die fortschreitende Technisierung der Landwirtschaft den gut ausgebildeten Landwirt nicht ersetzen kann. Der Verbraucher erwarte möglichst regionale Produkte, weil er um die hohen Standards wisse, unter denen die heimischen Landwirte arbeiten. Als Leiter des Staatlichen Beruflichen Schulzentrums in Höchstädt überbrachte Dr. Helmut Nebel eine frohe Kunde. In den kommenden Jahren soll die Raumnot, unter der auch die Landwirtschaftsklassen leiden, durch umfangreiche Baumaßnahmen beseitigt werden. Außerdem wurde das Schulzentrum heuer als Seminarschule für Agrarwirtschaft anerkannt, in der angehende Lehrkräfte in ihrem ersten Referendarjahr lernen können. Dieser Schritt sei nur konsequent, nachdem es in ganz Deutschland keine Berufsschule gebe, die so viele Schüler im Agrarbereich betreut wie das Schulzentrum in Höchstädt. Dem nebenberuflichen Berufsschullehrer Ulrich Mayerle, der seit 1994 auf seinem Betrieb in Wittislingen Praxistage durchgeführt hat, überreichte er ein Geschenk. „Die Zukunft wächst auf dem Land“, stellte der Dillinger Kreisobmann Klaus Beyrer fest. Nach wie vor bilde nämlich die Landwirtschaft das Rückgrat der ländlichen Räume in Bayern. Ziel der Ausbildung sei es, zu einem verantwortungsbewussten Umgang mit den natürlichen Ressourcen zu befähigen und in schwierigen Situationen bei der richtigen Entscheidung zu helfen.

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Ein Höhepunkt der Berufsschulzeit war die Abschlussfahrt

Die Prüfungsabsolventen Christoph Hitzler (Aislingen) und Jonas Löffler (Natterholz) hielten einen Rückblick auf ihre Ausbildungszeit in der Berufsschule. „Der Höhepunkt war unsere Abschlussfahrt nach Holland“, sagte Hitzler. Dort wurden mehrere Betriebe besichtigt. Mit einem humorvollen Gedicht charakterisierten Michael Kurtz (Schwenningen) und Christoph Hafner (Mörslingen) die Lehrer, die sie in ihren BiLa-Kursen genießen durften.

Prüfungsausschuss-Vorsitzender Dominik Schlecht gab den Berufsanfängern den Rat, dass „schneller, höher, weiter“ nicht immer das richtige Motto für ihre Betriebe sein muss. Bildungsberater Heinz Merklein vom Berufsbildungsamt Nördlingen ließ in einer Präsentation die zehn Prüfungstage auf den sieben Prüfungsbetrieben vorüberziehen. „Unsere Prüflinge haben es besser gemacht als die deutsche Nationalmannschaft bei der Fußball-WM“, sagte Merklein. Von 42 jungen Männern und sechs jungen Frauen, die zur Prüfung angetreten waren, schlossen 47 erfolgreich ab. 25 Prüflinge stammten aus dem Landkreis Donau-Ries, 17 aus Dillingen, sechs weitere aus anderen Landkreisen. 28 traten die Prüfungen nach einer regulären Ausbildung an, 20 auf dem zweiten Bildungsweg nach dem Durchlaufen des Bildungsprogramms Landwirt. In der Prüfung erreichten die Kandidaten einen Gesamtnotenschnitt von 2,64. Sieben Prüflinge durften sich heuer über eine Gesamtnote von unter 2,0 freuen. Beschlossen wurde die Freisprechungsfeier vom Leiter des Nördlinger Landwirtschaftsamts, Manfred Faber. Die Gesellschaft dürfe sich freuen, dass es immer noch einen gut ausgebildeten Nachwuchs im Beruf der Landwirtschaft gibt. (pm)

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