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Bissingen

29.11.2020

Verschiedene Gebäudetypen für Häuslebauer in Bissingen

So soll das neue Baugebiet Oberringingen Südost aussehen.
Bild: Blatter/Vorentwurf

Plus Der Bissinger Rat diskutiert über die möglichen Gebäudetypen im neuen Baugebiet im Ortsteil Oberringingen. Wie der Charakter erhalten werden soll.

Elf Bauplätze können im neuen Baugebiet „Oberringingen Südost“ entstehen. Damit die Häuslebauer schnellstmöglich starten können, arbeitet der Marktgemeinderat Bissingen mit dem Ingenieurbüro Blatter und Burger GbR gerade den Vorentwurf zum Bebauungsplan aus.

Im Juli hatte Ingo Blatter verschiedene Varianten vorgestellt, von denen die Ratsmitglieder den Vorentwurf favorisierten, bei dem die Häuser entlang einer Durchgangsstraße liegen, mit einem Anger in der Mitte. Am Dienstagabend ging es nun darum, welche Gebäudetypen erlaubt sein sollen. Für die Häuser direkt am südlichen, gut einsehbaren Ortsrand wäre es laut Planer denkbar, eine niedrigere Bebauung vorzuschreiben, um einen Übergang zum bebauten Bereich zu schaffen; also eingeschossig, mit ausbaubaren Dächern. Je steiler die Dächer wären, umso besser könne das Dachgeschoss genutzt werden, erläuterte Blatter. Im Innenbereich könnten zweigeschossige Häuser gebaut werden. Aus städtebaulicher Sicht sollten nur Satteldächer zugelassen werden, um den dörflichen Charakter zu wahren. Als Zugeständnis an die Bauherren könnten auch Walmdächer und im dritten Schritt versetzte Pultdächer erlaubt werden.

Häuslebauer favorisieren Toskanahäuser

Da Toskanahäuser im Trend bei den Bauherrn seien, konnten sich weder Dieter Gerstetter noch Sebastian Konrad vorstellen, dass solche Vorgaben sinnvoll sind. Oberringingens Ortssprecher Sebastian Wanner-Liepert war sich mit Alexander Almus (Ortssprecher Kesselostheim) und Gemeinderat Axel Spielberger einig, dass die Gemeinde doch froh sei, wenn junge Leute am Ort bleiben und sie ihnen deshalb die Möglichkeit bieten solle, so zu bauen, wie sie möchten. Wanner-Liepert sagte: „Was hilft’s, wenn es schön aussieht, aber keiner will hinbauen und sie gehen weg?“

Gemeinderätin Manuela Wanner dagegen meinte, dass Oberringingen ein Dorf sei, das diesen Charakter auch behalten solle. Kein Baugebiet solle entstehen, wie es auch in Hamburg oder Dresden stehen könne. Bei den Baugebieten in Bissingen hätten sich die Bauherrn ebenso an die Vorgaben halten müssen.

Johann Failer meinte, so schön es wäre, eingeschossige Häuser nur mit Satteldächern zuzulassen – bei fast der Hälfte der Plätze blieben zu wenige, auf denen zweigeschossig gebaut werden dürfte. Ulrich Reiner meinte: „Die Identität eines Dorfs hängt nicht von der Dachform ab, sondern von den Leuten dort.“

Der Planer wies aufgrund seiner Erfahrung als Architekt darauf hin, dass die Nachfrage nach Satteldächern wieder steige. Denn die Räume an der Giebelfläche könnten sehr gut genutzt werden, noch dazu mit Gauben. Doch die Abstimmung war eindeutig.

Wie hoch Hecken im neuen Baugebiet werden dürfen

15 Marktgemeinderäte stimmten nach der Zusammenfassung durch Bürgermeister Stephan Herreiner dafür, sogenannte Toskanahäuser im gesamten Bereich zuzulassen, also zweigeschossige Gebäude mit Zeltdach. Mit 14:3 Stimmen wurden auch versetzte Pultdächer genehmigt. „Satteldächer können eh gebaut werden“, vervollständigte der Bürgermeister. Diskussionen gab es unter anderem noch, ob Einfriedungen, auch Hecken, als Grundstücksbegrenzung maximal ein Meter hoch sein dürften. Da diese Vorgabe nur entlang des öffentlichen Raums gelte, also an Straßen, wurde dies so belassen. Denn nur so ist die notwendige Sicht an Straßeneinmündungen gewährleistet.

Die Beschlüsse über die Aufstellung des Bebauungsplans und die Billigung des Vorentwurfs wurden einstimmig gefasst. Die Verwaltung wurde beauftragt, die frühzeitige Beteiligung der Behörden und sonstiger Träger öffentlicher Belange zu veranlassen. Die Bürger dürfen zu einem späteren Zeitpunkt ihre Stellungnahmen abgeben.

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