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Leuchtmittel

02.03.2016

Viel Licht auf wenig Platz

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Immer mehr Verbraucher stellen auf LED um: Bänder mit kleinen Leuchtdioden und LED-Chips können in zwei Zentimeter schmale Spalten geklebt werden.
Bild: Bunk

Sogar in der Badewanne kann es bunt werden. Wenn Verbraucher ihre Beleuchtung auf LED umstellen, sparen sie Strom und langfristig auch Geld

Bei etwa 300 Lampen läuft der Stromzähler kräftig mit. Kein Wunder, dass Walter Ohnheiser Ende 2014 offen dafür war, die gesamte Beleuchtung im Wertinger Autohaus auf LED umzurüsten. Christoph Neymeyer von der Firma Energieautonom Süd aus Meitingen half, den Zuschuss zu beantragen, bevor das Förderprogramm ausläuft. Gemeinsam mit dem stellvertretenden Werkstattleiter Franz Rölle überlegte er, welches Licht in gebraucht wird und welche Farbe passt, sprich: ein kalter oder warmer Weißton.

Gerhard Knapp, der die Buchhaltung führt, bestätigt nun: „Übers Jahr gesehen haben wir 35 Prozent der Stromkosten eingespart.“ Dabei verlief die Umrüstung erst während der ersten drei Monate. Im Dezember, dem dunkelsten Monat des Jahres, lag die Ersparnis bei rund 600 Euro. LED-Lampen sind zwar teurer in der Anschaffung. In drei Jahren wird sich die Umrüstung durch die Stromersparnis und die längere Lebensdauer amortisieren und das tatsächliche Sparen beginnt.

Wo notwendig, rüstete die Firma Elektro Hartl aus Frauenstetten die Lampen um. Auch bei Neu- und Umbauten im Privatbereich baut Juniorchef Florian Hartl heute LED-Technik ein, die ganz neue Möglichkeiten bietet. Mit einem Dimmgerät oder dem Smartphone lässt sich zum Beispiel der Farbverlauf der Beleuchtung steuern. Der Elektromeister beschreibt das besondere Ambiente, wenn jemand in der Badewanne liegt und das Licht langsam in sämtlichen Farben wechselt. „Man kann auf wenig Platz viel Licht zaubern“, weiß er. Heute kann er für eine indirekte Beleuchtung Bänder mit Leuchtdioden verschiedener Farben und LED-Chips in zwei Zentimeter breite Spalten einkleben und Kurven gestalten. Früher waren aufwendige Konstruktionen notwendig für den besonderen Effekt.

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Die Beratung der Kunden, die Glühbirnen oder Strahler in ihrer Wohnung ersetzen möchten, übernimmt seine Mutter Brigitte Hartl. Erst sollten Energiesparlampen die Lösung bringen. Doch die brauchen zwei Minuten, bis sie richtig hell werden und enthalten Quecksilber, was das Recycling erschwert. Dann kamen Halogenlampen, die weniger Strom verbrauchen und länger halten als Glühbirnen. Wenn die Lebensdauer von LED-Leuchtmitteln aber fünfmal so lang ist wie die von Halogenleuchten, ist schnell klar, welche Investition die Günstigere ist. Das wärmere Licht sieht Florian Hartl aber als Vorteil der Glühbirne. Außerdem kann es sein, dass bisher eingesetzte Dimmer mit LED-Leuchtmitteln nicht mehr funktionieren.

Eigentlich sollte man ja meinen, dass Stromanbieter sich über mehr Verbrauch freuen. Doch Wolfgang Behringer, Werkleiter der Donau-Stadtwerke Dillingen-Lauingen, stellt klar: „Das Problem der Zukunft wird sein, wie der Strom gesteuert wird, der zur Verfügung steht.“ Entstehen in Dillingen und Lauingen Neubaugebiete, stellen die Stadtwerke dort grundsätzlich LED-Straßenleuchten auf. Auch bei der Weihnachtsbeleuchtung in der Dillinger Königstraße investierten sie 2015 in LED. Behringer führt aus: „Eine Überspannung der alten Weihnachtsbeleuchtung hat 900 Watt, die neue nur noch 126 Watt. Das sind 85 Prozent weniger.“ Bei Straßenlampen, die erst fünf Jahre alt sind, ist ein Tausch aber nicht wirtschaftlich, meint Behringer.

Zuschüsse oder zinsgünstige Kredite gibt es heute bei Neubauten und Umbaumaßnahmen im Rahmen einer energetischen Sanierung, erklärt Alfred Hitzler. Er ist einer von 14 Energieberatern, die am Landratsamt kostenlose Beratungen anbieten. Bei der Erstellung des Energieausweises, den jeder Neubau und die öffentlichen Gebäude brauchen, wird bilanziert. Auch wenn das Licht nicht der große Batzen beim Stromverbrauch ist: Eine Umrüstung bei der Modernisierung kann den Ausschlag geben, ob ein Haus in der Klasse C oder B eingestuft wird. Je besser die Energieeffizienzklasse, um so höher der Zuschuss.

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