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Zusamtal

11.08.2017

Viele Tarnfarben in Possenried

Ob Motorräder, Geländewagen oder Uniformen: Die Gäste in Possenried teilen alle die Begeisterung für Utensilien aus der Militärgeschichte. 
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Ob Motorräder, Geländewagen oder Uniformen: Die Gäste in Possenried teilen alle die Begeisterung für Utensilien aus der Militärgeschichte. 

Im Wertinger Ortsteil treffen sich hunderte Sammler, die sich an alten Militärmaschinen erfreuen.

Schlechtes Wetter gibt es nach Auffassung von Helmut Übelhör nicht. Nur schlechte Ausrüstung. Und schlecht ausgerüstet komme kaum jemand auf ein Treffen wie dieses.

Übers Wochenende treffen sich auf einer Wiese bei Possenried hunderte Freunde alter Militärfahrzeuge. Sie kommen aus der Umgebung, aber auch aus Baden-Württemberg oder Österreich. „Manche machen hier richtig Urlaub“, sagt Übelhör. Man findet auf dem Platz einen Querschnitt von so ziemlich allem, was seit dem Zweiten Weltkrieg in den Armeen von Deutschland, Frankreich, England und den USA im Einsatz war. Bis auf Kettenfahrzeuge.

Georg Müller ist aus dem Unterallgäu hergefahren. Mit dabei ist sein jüngster Kauf: Eine russische M72, ein Motorrad, was der R75 von BMW nachempfunden ist. Müller mag Motorräder, gerade solche mit militärischer Geschichte. Ein Grund für den Kauf des russischen Motorrads war der vergleichsweise günstige Preis. Etwa 6000 Euro hat Müller in die Maschine gesteckt, inklusive Restaurierung. Das geht für Sammler sehr viel teuerer. „Die vergleichbaren Maschinen aus Beständen der Wehrmacht kosten mindestens 30000 Euro“, sagt Müller. Er und Übelhör sind sich einig: Die Preise für Maschinen aus deutscher Produktion zur Nazizeit sind extrem.

Gäste, die mit den Stücken aus der Nazizeit mehr verbinden als ein rein sammlerisches Interesse, wollen die Veranstalter vom Verein „Zusamtaler Oldtimer Military Freunde“ auf ihrem Gelände nicht. Die Gäste sind zahlreich – zwischen 200 und 300 erwartet der Verein – aber dennoch handverlesen. Jeder bekommt eine persönliche Einladung. Dafür gibt es auf dem Campingplatz strikte Regeln: Jegliche Symbole aus der NS-Zeit sowie Waffen oder Waffennachbildungen sind verboten. „Solche Leute wollen wir nicht haben, mit denen haben wir nichts am Hut“, sagt der Organisator Josef Steiner. Es geht dem Verein und seinen Gästen um die Begeisterung an alten Maschinen und der Geschichte, ergänzt Übelhör.

Viele kommen auch mit reichlich Sammlerstücken im Gepäck an, die sie zum Verkauf anbieten oder für andere Gegenstände eintauschen. In der Auslage manches Gasts stehen Tarnjacken, Feldstecher, Flaggen und Abzeichen aller Art. So auch bei Martin „Chuck“ Jäckler, der aus Cham stammt. Er interessiert sich besonders für Fahrzeuge der amerikanischen Militärpolizei.

Rund zehn solcher Treffen besucht Helmut Übelhör im Jahr. Das Treffen in Possenried hat eine lange Tradition. Seit über 30 Jahren kommen die Besucher in den Wertinger Ortsteil. Helmut Übelhör reist aber auch gerne zu anderen Veranstaltungen.

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