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Medizin

20.11.2020

Villenbacher Arzt: Gurgeln gegen Corona geht weiter

Achim Neumayr, Arzt in Villenbach, hat ein Konzept zur Abwehr des Coronavirus’.
Bild: Musselmann

Plus Der Villenbacher Arzt erfährt für seine Initiative fast nur Desinteresse. Aber er gibt nicht auf. Was er vorhat.

Achim Neumayr beriet und betreute schon vor einem Jahr deutsche Firmen und deren Mitarbeiter mit ostasiatischem Arbeitsumfeld, als von der vermutlich in China ausgebrochenen Krankheit hierzulande noch keine Rede war. Der erfahrene Allgemein- und Betriebsmediziner verfügte damals über Abwehrkonzepte und eine Rezeptur zum Verhindern und Lindern eines Corona-Ausbruchs.

Teilweise Hohn geerntet

Wie im September bereits berichtet, hatte sich der Experte, der auch Piloten gründlich durchcheckt, auf die Suche nach Mitstreitern und vor allem die fachliche Anerkennung durch den deutschen Wissenschaftsbetrieb gemacht. Zusammen mit dem Dillinger Kommunikationsdesigner Ralph Musselmann und überzeugt von seiner prophylaktischen Schutzmaßnahme, erfuhr Neumayr fast nur Desinteresse, Ablehnung und zum Teil Hohn wie Spott.

In der Fachwelt, nicht aber bei seinen Patienten und etlichen Unternehmen mit nach Asien reisenden Beschäftigten. „Das ganze Drumherum um meine Lösung und meine Person hatte den Effekt, dass immer mehr Personen vieler Altersstufen zu mir kommen“, verriet er jetzt gegenüber unserer Zeitung. Und: „Wir machen weiter.“ Wie bei den Gesichts-Masken, die noch zu Beginn der Pandemie in Deutschland im Frühjahr vielerorts für nutzlos oder gar schädlich gehalten wurden, aber heute das Alltagsbild prägen, schwören viele Praxen auf solche Desinfektionslösungen, die in seinem Fall aus einem Gurgelmittel mit Wasserstoffperoxid und ein wenig Alkohol bestehen. Dabei wird eine Schwachstelle des Coronavirus ausgenutzt. Konkret geht es um dessen Spike-Protein, das die menschliche Zelle befällt. In einer Art Anti-Docking-Prozess verhindert die Mixtur von Achim Neumayr die Vermehrung des Schädlings.

Corona: Gurgellösung und Mundschutz

Dem unterm Elektronenmikroskop stachelig aussehenden Virus wollen auch die derzeit rund vier Dutzend weltweit erforschten Impfstoffe zu Leibe rücken. Neumayr: „Es geht also in die gleiche Richtung, die wir gehen“, betont der Arzt, der auch im Gemeinderat von Villenbach sitzt. Allerdings machte er bei der Vorstellung seines Konzepts vor mehreren Monaten deutlich, dass man keine Alternative zum Impfstoff darstellen wolle: „Das Konzept kann schnell in die bestehenden Infektionsschutzmaßnahmen integriert werden.“ Also etwa eine Kombination aus Gurgellösung und Mundschutz.

FFP2-Maseken für Ältere mit Vorerkrankung

Apropos: Der Praxischef mit Jahrgang 1951 rät zur Vorsicht auch bei den gerade von der Bundesregierung favorisierten FFP2-Masken für Ältere mit Vorerkrankung. „Sie sind zwar mit Filtern ausgestattet, abends aber mit Viren angereichert und sollten daher entsorgt werden.“ Er rät zu neuartigen Kationen-Masken, die über einen längeren Zeitraum genutzt werden können. Kritisch fällt seine Einschätzung der bisherigen Maßnahmen aus: „Die ganze Problematik wird äußerst halbherzig angegangen.“

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