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Holzheim

25.04.2019

Volles Haus im Ärztehaus - so läuft es in Holzheim

Das Ärztehaus in Holzheim ist bereits von allen vier Mietern bezogen. Das neue Gebäude ist komplett fertig, es fehlt nur noch die Bepflanzung im Außenbereich. Offiziell eingeweiht wird es erst dann, wenn Holzheims Bürgermeister Erhard Friegel wieder im Amt ist. Aktuell befindet er sich im Krankenstand.
Bild: Karl Aumiller (Archiv)

Plus Alle Mieter sind in das Ärztehaus in Holzheim eingezogen – ein Versorgungszentrum für den Aschberg und darüber hinaus. Wie es angenommen wird und was noch fehlt.

Der zunehmende Ärztemangel auf dem Land ist ein Dauerthema. Eine ortsnahe Gesundheitsversorgung ist in vielen Regionen kaum mehr gegeben. In Holzheim sieht das seit Ende 2018 anders aus. Die Gemeinde hat für insgesamt 2,3 Millionen investiert. Nicht nur eine Arztpraxis ist dort nun beheimatet, auch die Sozialstation, die Offenen Hilfen und eine Physiotherapiepraxis.

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Ärztehaus Holzheim: "Bedarf ist riesig"

Gemeinschaftspraxis Dr. Michael Stegherr Junior ist bereits seit Oktober vergangenen Jahres mit seiner überörtlichen Gemeinschaftspraxis in das Erdgeschoss des Ärztehauses eingezogen. Das Angebot werde sehr gut angenommen, erzählt der Mediziner. Über die Zeitung erfuhr er damals vom geplanten Projekt und hatte sich für einen Platz im Ärztehaus beworben. Er sagt: „Der Bedarf ist auf dem Land riesig, aber es gibt für alte Kollegen keine Nachfolger.“ Anders als in der Praxis in Aislingen, die sein Vater weiterhin als Zweigstelle betreibe, sei im Ärztehaus in Holzheim viel mehr Platz. Über die gute Zusammenarbeit mit den anderen Mietern freut er sich besonders und sagt: „Es ist ein großartiges Projekt, das viel Austausch und eine sehr gute Versorgung ermöglicht.“

Die neuen Mieter des Ärztehauses in Weisingen, stehend von links: Fabian Reiner, Ines Gürsch (Offene Hilfen Aschberg), Gisela Grüner (Sozialstation) und Dr. Michael Stegherr (Gemeinschaftsarztpraxis). Von links sitzend: Sandra Gebhardt und Sandra Dietze (Physiotherapie).
Bild: Tanja Ferrari

Sozialstation Auch die Sozialstation ist seit Ende 2018 im Ärztehaus beheimatet. Gisela Grüner, die die Pflegedienstleitung der Aschberg Pflegegruppe übernimmt, fühlt sich mit ihrem Team dort sehr wohl. Sie sagt: „Wir waren zuvor im Schützenheim in Weisingen untergebracht, doch die Räumlichkeiten wurden einfach zu klein für 24 Mitarbeiter, zehn Autos und 110 zu betreuende Patienten.“ Auch in Weisingen würden sie den Notstand in der Pflege bereits merken, müssten jedoch noch keine Patienten ablehnen, sagt Grüner. Nicht nur die Lage sei für die Sozialstation ein Gewinn, auch der Hausarzt direkt im Haus habe seine Vorteile. Bei Fragen könnte sich die Sozialstation gleich an Dr. Stegherr Junior oder seine Kollegen wenden und Medikamente und Rezepte ohne großen Aufwand besorgen, erzählt sie.

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Offene Hilfen Bei den Offenen Hilfen Aschberg ist die Begeisterung über das Projekt ebenfalls sehr groß. „Manchmal ist es um 8 Uhr schon schwierig, einen Parkplatz zu bekommen“, sagt Geschäftsstellenleiter Fabian Reiner. Ines Gürsch, Leiterin von Regens Wagner in Glött, erzählt, dass das regionale Angebot, das im Aufbau von der Aktion Mensch gefördert wird, schon länger geplant gewesen sei. „Es freut uns, dass die Gemeinde so aufgeschlossen gegenüber unserer Arbeit mit Menschen mit Behinderung ist“, sagt sie. Dass die Offenen Hilfen von Anfang an willkommen gewesen seien, zeige auch der Tag der offenen Tür, der Mitte April stattgefunden habe.

Freiwillige Helfer sind immer willkommen

Das regionale Angebot habe viele Vorteile, erzählt sie. Nicht nur aufgrund der Erreichbarkeit. Auch dass Bereiche wie Freizeit, Bildung, Wohnen und Arbeit aufgegriffen werden und generell etwas für die Gemeinschaft im Aschberg getan werden soll. „Wir wollen alles inklusiv gestalten“, sagt Gürsch. Ende des Jahres hatten die Offenen Hilfen mit ihrem Dienst in Holzheim begonnen. Nun wollen sie den nächsten Schritt gehen, wie Gürsch verrät. „Bisher kamen die Menschen immer zu uns, jetzt wollen wir zu ihnen gehen“, sagt sie. Dafür würden sie vor allem Mitarbeiter benötigen. Bei den Freizeitangeboten, die sich sowohl an Menschen mit Behinderung als auch ohne richten würden, seien freiwillige Helfer immer willkommen, sagt Reiner, der die Offenen Hilfen in Weisingen koordiniert. „Der Vorteil ist, dass man etwas Gutes bewirken kann und sich immer dann melden kann, wenn man Zeit hat.“

Physiotherapie Sandra Dietze und Sandra Gebhardt sind ebenfalls im Ärztehaus mit von der Partie. Selbstständig hätten sie sich schon länger machen wollen, dass es allerdings so spontan klappe, hätten sie nicht erwartet, verrät Gebhardt. Ursprünglich habe eine andere Praxis die Räumlichkeiten beziehen wollen. Zusammen mit Kathrina Lindner, die unter anderem Osteopathie mache, seien sie Mitte März in das Ärztehaus eingezogen. Gebhardt sagt: „Nach acht Tagen waren wir bereits ausgebucht.“ Die Resonanz sei unglaublich, sagt sie. Jeder freue sich, endlich einen Physiotherapeuten vor der Haustür zu haben. Auch die Zusammenarbeit mit der Arztpraxis im Erdgeschoss lobt sie. Es sei nicht immer einfach, gleich einen Termin in einer Praxis zu bekommen, wenn der Hausarzt ein Rezept ausstelle. „Ein Patient kommt sogar aus Donauwörth zu uns.“

Auch eine offizielle Eröffnung des Ärztehauses steht noch bevor. Diese findet allerdings erst statt, wenn Bürgermeister Erhard Friegel, der aus gesundheitlichen Gründen aktuell vom Zweiten Bürgermeister Simon Peter vertreten wird, wieder sein Amt ausübt.

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