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Gundelfingen

25.09.2015

Vom Holzkamel bis zum Friedensengel: Großes Angebot bei Kulturnacht

Rund 60 Stunden braucht Holzschnitzer Walter Lenzer für ein Kamel, das dann seinen Platz in einer Krippe findet. Er stellte seine Werke bei der Kulturnacht aus.
Bild: Stephanie Sartor

Gestern Abend fand in Gundelfingen die Kulturnacht statt. Die Veranstalter blicken bereits in die Zukunft.

Ein Hauch von Weihnachten liegt in der Luft. Auf dem Tisch vor Walter Lenzer stehen Kamele, Hirten und andere Krippenfiguren – alle selbstgeschnitzt. Lenzer ist einer der Künstler, die gestern Abend bei der Kulturnacht in Gundelfingen ihre Werke ausstellten. „Um so ein Kamel zu schnitzen, brauche ich rund 60 Stunden. Für einen Hirten 40“, verrät Lenzer, der beruflich ursprünglich im Innendienst tätig war. „Ich brauchte aber irgendwann etwas Kreatives, und so habe ich mir das Schnitzen selbst beigebracht“, sagt Lenzer, der seine Kunstwerke in den Räumen von Betten Deisler ausgestellt hat.

Ein paar Häuser weiter, im Gebäude von Sport Seeßle, steht Angelika Holzapfel neben ihren Acrylbildern und erklärt: „Beim Malen kann ich einfach in die Welt der Farben abtauchen. Und Farben sind einfach meins.“ Sie lasse sich von ihrer Umgebung inspirieren. Wenn ihr etwa beim Radfahren etwas Besonderes auffällt, setze sie das um.

Motto der Kulturnacht lautete "Frieden?"

Die Kulturnacht fand gestern zum zweiten Mal statt. Bis 22 Uhr konnten die Besucher in den örtlichen Geschäften einkaufen, an einem der vielen Essensstände schlemmen und – natürlich – die Werke der Künstler bestaunen. Auf die Beine gestellt wurde die Veranstaltung vom Kulturforum Gundelfingen in Zusammenarbeit mit der Wirtschaftsvereinigung Gundelfingen. „Nach dem ersten Mal darf man nicht aufhören. Wir haben uns weiterentwickelt und haben in diesem Jahr mehr Programm und mehr Aussteller“, sagt Rainer Hönl, Vorsitzender der Wirtschaftsvereinigung.

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Und Angelika Zey, stellvertretende Vorsitzende des Kulturforums, ergänzt: „Beim ersten Mal steckte die Veranstaltung noch in den Kinderschuhen.“ Die gestrige Kulturnacht stand unter dem Motto „Frieden?“.

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53 Bilder
Kulturnacht in Gundelfingen
Bild: Stephanie Sartor

Es gehe um die Frage, so Zey, wo man heute noch Frieden finde. Angesichts des Krieges in Syrien und der Flüchtlingsströme habe man sich deshalb auch dazu entschlossen, die Asylbewerber, die in Gundelfingen leben, mit ins Boot zu holen. Der 25-jährige Syrer Ammar Alkhatib etwa hat zwei Stühle für die Versteigerung am Schluss der Veranstaltung bemalt. Auf dem einen sind Mond und Sterne zu sehen, auf dem anderen Blumen.

Ob moderne und klassische Tonobjekte von Michael Plohmann, filigrane Holzkunst von Matthias Stutzmüller oder zarte Friedensengel von Hemma Grethlein – für die Besucher gab es viel zu sehen. Und auch zu hören. Auf dem Programm der Gundelfinger Kulturnacht stand unter anderem Gitarrenmusik von Ronja Anders oder die Band Bridge The Split. In der Innenstadt unterhielten zudem die Stadtkapelle Gundelfingen und der Spielmannszug des TV Gundelfingen die Gäste.

Musikalisch-meditative Führung in der Spitalkirche

Und wer es etwas ruhiger und leiser mochte, für den wurde eine musikalisch-meditative Führung in der Spitalkirche, wo zudem eine Bilderausstellung von Lothar Schätzl zu sehen war, angeboten.

Für Rainer Hönl von der Wirtschaftsvereinigung steht bereits eines fest: „Wir werden die Kulturnacht wieder durchführen. Sie soll sich als fester Termin im September etablieren.“

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