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Interview

11.08.2018

Vom Norden Frankreichs in den Süden Bayerns

Eléonore Pointeau wohnt in Segré, im Nordwesten Frankreichs. Für ein Praktikum bei der Stadt Lauingen wohnt die 17-Jährige noch bis Mitte August in Lauingen.
Bild: Jonas Voss

Eléonore Pointeau ist für vier Wochen Praktikantin in Lauingen. Die Stadt bietet diesen Austausch seit Langem an. Dabei leistet sie nicht nur Verwaltungsarbeit.

Eléonore, wie kommt es, dass eine junge Französin ein Verwaltungspraktikum in Lauingen absolviert?

Eléonore Pointeau: Ich hatte bereits im Januar die Idee, nach meinem Abitur nach Deutschland zu reisen. Entweder als Au-Pair oder als Praktikantin. Darüber habe ich auch mit meiner Deutschlehrerin gesprochen. Sie hat mir von dem Stadtpartner Lauingen erzählt und von einer anderen Praktikantin, die dort war. Das fand ich interessant. Ich wollte auf jeden Fall die Kultur und die Sprache Deutschlands besser kennenlernen.

Und dann hast du dich beworben?

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Eléonore: Über den Partnerschaftsverein Lauingen lief die Vermittlung für das Praktikum.

Du sprichst gut deutsch. Seit wann hast du es denn in der Schule?

Eléonore: Ich habe seit drei Jahren zwei Mal die Woche Deutschunterricht.

Wo liegt Segré denn?

Eléonore: Im Nordwesten Frankreichs, aber nicht am Meer. Es liegt in der Nähe des Flusses Loire, nördlich von Angers.

Und wie groß ist die Stadt?

Eléonore: In etwa so groß wie Lauingen.

Wie lange geht dein Praktikum in Lauingen?

Eléonore: Bis Mitte August. Dann war ich vier Wochen in der Stadt.

Und hast du die Region und Bayern erkundigt?

Eléonore: Ja, na klar. Ich war in Ulm, in Landshut und am Bodensee. Außerdem fahre ich unter anderem noch nach Nördlingen.

Wo war es am schönsten?

Eléonore: In Landshut. Die Burg dort und all die vielen kleinen Gassen mit den schön gestrichenen Häusern haben mir sehr gut gefallen. So eine Altstadt hat Segré nicht. Auch die anderen Orte waren schön.

Möchtest du denn noch einmal nach Deutschland kommen?

Eléonore: In den Ferien bestimmt einmal. Oder für ein erneutes Praktikum, vielleicht während ich studiere.

Was möchtest du denn studieren? Was sind deine Pläne?

Eléonore: Ich studiere ab September an der Journalistenschule IUT Lannion. Journalistin bin ich dann aber hoffentlich in Frankreich. (lacht)

Welche Vorstellungen hattest du denn vor deinem Praktikum von Deutschland?

Eléonore: Ich hatte Vorurteile hinsichtlich der deutschen Mentalität. In Frankreich denkt man oft, die Deutschen seien kälter oder verschlossener. Aber die Menschen hier sind total freundlich – wenn ich ein Problem habe, ist jeder hilfsbereit. Und sie lächeln mehr, als ich dachte.

Und wo wohnst du in Lauingen?

Eléonore: Bei einer Gastfamilie.

Wie schmeckt dir denn das schwäbische und bayerische Essen?

Eléonore: Ich habe zum Beispiel Brezen und Weißwürste gegessen. Brezen finde ich sehr lecker, Weißwürste waren für mich schon eher gewöhnungsbedürftig. Die brauche ich nicht so oft. (lacht)

Welche Aufgaben übernimmst du im Praktikum?

Eléonore: Ich übersetze Texte und Briefe. Außerdem helfe ich, Präsentationen vorzubereiten. Zweimal die Woche arbeite ich in der Stadtbücherei und einmal im Kindergarten.

Unterscheiden sich die Kindergärten in Deutschland und Frankreich?

Eléonore: In Frankreich müssen die Kinder dort viel mehr lernen und weniger spielen. Die Schulpflicht geht dort von zweieinhalb Jahre bis 16 Jahre.

Fährst du nach dem Praktikum direkt nach Hause oder bleibst du noch ein wenig im Land?

Eléonore: Ich fahre nach Hause. Ehe das Studium beginnt, mache ich ein wenig Urlaub. Am Strand in der Bretagne mit einer Freundin und in Grenoble mit der Familie.

Was war das Seltsamste für dich während deines Aufenthalts in Deutschland?

Eléonore: Pfannkuchen mit Spinat kannte ich aus Frankreich nicht. Dort essen wir die Crêpes, wie sie in Frankreich heißen, mit anderen Belägen. (lacht)

Das Interview führte Jonas Voss

Eléonore hat uns bei einem besonderen Memory geholfen, welches Sie am Samstag in Ihrer Heimatzeitung finden.

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