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21.02.2015

Von Essigsocken und Kartoffelwickeln

Kennen sich mit alten Hausmitteln aus (von links): Hermine Gubisch, Maria Zeidler (hinten), Sieglinde Krampl, Hildegard Geiger, Helmut Paul, Kreszenz Stadlmayr und Theres Remmele.

Bewohner aus dem Dillinger Heilig-Geist-Stift verraten ihre Hausmittel

Wenn in der Familie von Maria Zeidler jemand erkältet war, hustete, nieste, Fieber hatte, gab es ein probates Hausmittel: Die Brust mit warmem Schweineschmalz einreiben. „So hat es meine Mutter immer gemacht“, berichtet die Seniorin, die heute im Dillinger Heilig-Geist-Stift lebt. Das Schmalz durfte dabei nicht zu heiß sein, um sich nicht die Haut zu verbrennen. Dann wurde über die warme Schweineschmalzmasse ein Tuch gelegt und der Kranke schwitzte im Bett seiner Genesung entgegen.

Weil es früher viele Medikamente nicht gab und die Menschen nicht so oft zum Arzt gingen, griffen viele Menschen auf traditionelle Hausmittel zurück. So auch Kreszenz Stadlmayr. Die 100-Jährige, die ebenfalls im Dillinger Seniorenheim wohnt, erzählt, wie in ihrer Familie den Erkältungsviren zu Leibe gerückt wurde: „Wir haben heiße Wickel am ganzen Körper gemacht. Oder Essigsocken, die ziehen dann das Fieber aus dem Körper raus. Dafür taucht man einfach ein Paar Socken in Essig und zieht sie dann an.“ Nach kurzer Zeit soll dann das Fieber sinken – das Prinzip ähnelt klassischen Wadenwickeln.

Bei Magenproblemen schwört die Seniorin auf Kamillentee. Und um den zuzubereiten, sammelte sie früher selbst die frischen Kräuter in der Natur.

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Gerade jetzt, in der Hochphase der Erkältungszeit, versuchen sich viele Menschen zuerst mit sanften Methoden zu helfen, bevor sie zum Arzt gehen. Auch Sieglinde Krampl kennt noch einige Geheimrezepte: „Wir haben oft Kartoffelwickel gemacht, etwa gegen Husten, Ohrenweh oder Halsschmerzen“, berichtet die Seniorin. Kartoffeln eigneten sich besonders gut, weil sie die Wärme gut speichern könnten. Für einen Kartoffelwickel kocht man die Knollen, gibt sie auf ein Tuch, zerdrückt sie und legt sie dann auf die Brust.

Nicht nur bei Erkältungsbeschwerden wissen die Bewohnerinnen des Heilig-Geist-Stifts Rat. Hermine Gubisch etwa schwört auf zwei bis drei Tassen Buttermilch auf nüchternen Magen bei Verstopfung. Und gegen Zahnschmerzen empfiehlt sie, Alkohol lange im Mund zu lassen. Alkohol helfe auch – in anderer Form – bei Erkältungen: „Eine Tasse Tee mit zwei, drei Löffeln Rum drin ist gut.“

Auf alte Hausmittel zurückzugreifen ist auch heute noch hilfreich, meint Dr. Uta-Maria Kastner, Leiterin des Dillinger Gesundheitsamtes. „Menschen, die keine anderen, schweren Grunderkrankungen haben, können problemlos bewährte Hausmittel anwenden“, sagt sie. Auch bei Kindern könne man statt klassischer Medikamente zunächst auf traditionelle Hausmittel zurückgreifen.

Allerdings rät sie auch, einen Arzt aufzusuchen, wenn die Symptome nach drei Tagen nicht besser geworden sind. Dr. Kastner verrät auch ihr ganz persönliches Hausmittel: Bettruhe.

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