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Landkreis Dillingen

26.01.2019

Von Gipfelglück und Wanderlust

Was für ein Blick zur Leichlachspitze, dem Hausberg der DAV-Sektion Dillingen. Seit 123 Jahren gibt es den Verein im Landkreis Dillingen. Angefangen hat alles mit 50 Mitgliedern, heute sind mehr als 1800 dabei.
Bild: Berthold Veh

Der Deutsche Alpenverein wird 150 Jahre alt - Marlies von der Grün ist die Vorsitzende der Dillinger Kreis-Sektion. Warum sie seit ihrer Kindheit von den Bergen fasziniert.

Der Stümpfling, der Wasserspitz oder das Schalmeiereck. Rund um den Schliersee gibt es unzählige Berge, die man erklimmen kann. Marlies von der Grün hat in dieser Gegend schon einige Gipfelkreuze gesehen. Und das bereits als Kind. Mit den Eltern war sie damals ab und an dort im Urlaub, der Arbeitgeber ihres Vaters hat eine Ferienwohnung für Mitarbeiter zur Verfügung gestellt. „Die Liebe zu den Bergen war sofort da und sie hat mich seither nicht mehr losgelassen“, sagt die Höchstädterin. Eine Liebe, die bereits seit fast sechs Jahrzehnten anhält. Marlies von der Grün ist die Vorsitzende der Sektion Dillingen des Deutschen Alpenvereins. Berge, und alles, was man damit verbindet, sind nicht nur ein Hobby, sondern eine Leidenschaft Schon mit 14 Jahren ist die Höch-städterin über den Vater einer Freundin so Mitglied in der Kreis-Sektion geworden. „Das war damals gar nicht so leicht. Im Alpenverein waren nur die angeseheneren Leute, wie etwa Geschäftsleute oder Anwälte“, erzählt sie. Viele hätten einfach nicht das Geld gehabt, regelmäßig in die Berge zu fahren.

Von 50 zu 1800 Mitgliedern

Mittlerweile ist das anders. Der Verein heute ist mit dem von vor mehr als hundert Jahren nicht mehr vergleichbar. Die Strukturen haben sich komplett verändert. Waren es zu Beginn noch rund 50 Mitglieder, sind es derzeit mehr als 1800 Frauen, Männer und Kinder, die die Faszination Berge leben. Von der Grün sagt: „Die Entwicklung war ziemlich rasant. Wir sind sehr bunt gemischt, auch im Vorstand. Ich habe beispielsweise einen sehr jungen Stellvertreter. Das ist mir sehr wichtig.“ Denn die Sektion ist ein Verein, bei dem die Mitglieder durchaus körperliche Leistung bringen müssen. „Wir gehen ja in die Berge, wir klettern, wandern oder fahren Mountainbike. Da brauchen wir nicht nur Senioren“, erzählt die Vorsitzende lachend. Umso mehr freue sie sich, dass die Dillinger Sektion so gut aufgestellt sei.

Nicht nur, dass alle Altersgruppen im Verein vertreten sind und damit auch alle Altersgruppen angesprochen werden. Zudem gibt es viele verschiedene Sparten – von Bergesteigen, Schneeschuhwandern bis hin zu Klettern und Mountainbike –, die viele Interessen abdecken. Und das professionell. „Wir haben in allen Bereichen sehr gut ausgebildete Trainer oder Fachübungsleiter. Das Ausbildungsprogramm des Deutschen Alpenvereins ist generell sehr gut und auch notwendig. Wandern geht ohne Gruppe, aber auf eine Hochtour geht beispielsweise niemand mit uns, ohne einen Eiskurs zuvor belegt zu haben“, sagt die 69-Jährige.

Marlies von der Grün.
Bild: Berthold Veh

Von der Grün hatte befürchtet, nicht mehr in die Berge zu kommen

Wenn Neulinge bei diversen Wanderungen und Bergbesteigungen mitgehen, gebe es immer Einführungen. Darauf lege sie als Vorsitzende wert. Seit fünf Jahren, es ist die zweite Amtsperiode, hält sie die Fäden der Sektion in der Hand. Dabei hat ihre Laufbahn im Verein Umwege genommen. Zwar ist Marlies von der Grün mit 14 Jahren schon Mitglied gewesen. Aber aus gesundheitlichen Gründen war sie fast 20 Jahre nicht mehr dabei. „Ich bin ausgetreten, weil ich nicht dachte, dass ich noch mal in die Berge gehen könnte. Und wenn man den anderen dabei zusieht, tut das weh.“ Aber es kam anders. Als ihre Kinder groß waren und die jüngste Tochter sie in die Alpen begleiten konnte, stieg die Höchstädterin als Jugendleiterin wieder bei der Sektion ein. Sie wollte das zurückgeben, was sie als Kind schon erlebt hat.

Ihr Herz hängt aber an einer anderen Funktion. Bis zur Wahl zur Vorsitzenden war von der Grün für den Naturschutz zuständig. Ungern hat sie dieses Referat abgegeben, Pflanzen seien ihr Steckenpferd. Und die Sektion hat damit auch jede Menge zu tun. Denn die Mitglieder sind nicht nur im Landkreis Dillingen und der näheren Umgebung unterwegs. Ihr Hausberg, die Leilachspitze, liegt im Tannheimer Tal in Österreich. Für 50 Kilometer Wegenetz in der Vils-alpgruppe sind die Wegewarte aus dem Kreis verantwortlich. Hinzukommt ein kleines Stück auf dem Goldberg in Lutzingen. „Die Organisation der einzelnen Abteilungen ist daher eine meiner Hauptaufgaben“, sagt die Vorsitzende. Eine Aufgabe, die die Höchstädterin mit Herzblut übernimmt.

Kräfte sinnvoll einsetzen und Kameradschaft erleben

Richtig ins Schwärmen kommt sie aber dann, wenn es um die Berge geht. „Das schönste Gipfelglück erlebt man auf einer Hochtour. Es gibt auch niedrigere Berge, die einem große Freude bereiten. Oben zu stehen, ist einfach ein wunderbares Gefühl“, sagt sie.

Auch für junge Leute. Denn nicht nur das Gefühl allein ist laut von der Grün eine Bereicherung. „Wenn man jung ist, ist es sicherlich schmackhaft, in den Bergen die körperlichen Herausforderungen anzunehmen. Es ist ein aufregendes Erlebnis, weil nicht alles vorhersehbar ist.“ Man könne seine Kräfte messen und sinnvoll einsetzen. Dabei komme es auch auf die Kameradschaft an. Nicht nur, dass man gemeinsam etwas erlebe, sondern Verantwortung für andere übernehme – speziell beim Klettern. Man sei sich gegenseitig eine Hilfe. Das stärke das Verantwortungsbewusstsein. „Die Berge sind einfach schön. Es treibt einen immer wieder hoch. Da oben hat man eine andere Perspektive. Auch auf das Leben. Ich kann dieses Gefühl immer mit nach Hause nehmen.“ Eine Faszination, die seit mehr als sechs Jahrzehnten ihr Leben begleitet.

Sektion Dillingen des Deutschen Alpenvereins: Wer sich über die Angebote und Möglichkeiten beim Deutschen Alpenverein, Sektion Dillingen, informieren will, kann dies auch online unter www.alpenverein-dillingen.de. Dort sind auch die aktuellen Termine und Veranstaltungen aufgelistet.

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