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Heimatgeschichte

27.05.2017

Von Herzogin Anna bis zu Heinz Piontek

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2 Bilder
Ein Foto des Dillinger Schlosses (links) von Dr. Arnold Schromm schmückt die Titelseite des neuen Jahrbuchs 2015/16, das der Historische Verein Dilllingen vor Kurzem herausgegeben hat. Als Highlight unter den Beiträgen im neuen Jahrbuch des Historischen Vereins erweist sich der Beitrag „Heinz Piontek im Donauried“ von Hartwig Wiedow. Das Original des Fotos mit dem Dichter entstand 1958 und befindet sich im Lauinger Piontek-Museum.

Das neue Jahrbuch des Historischen Vereins Dillingen liefert viele interessante Beiträge

Viele lesenswerte Beiträge zur Erforschung der Heimatgeschichte umfasst das neue Jahrbuch des Historischen Vereins Dillingen. Der Doppelband für die Jahre 2015 und 2016 ist den rund 380 Vereinsmitgliedern bereits zugestellt worden. Die Arbeit des Redaktionsteams mit Bernhard Ehrhart, Dr. Johannes Mordstein, Hermann Müller, Dieter M. Schinhammer und Dr. Arnold Schromm fand auch bei der Jahreshauptversammlung allgemeine Zustimmung.

Die Themenkreise „750 Jahre Stadt Dillingen“ und „125 Jahre Historischer Verein Dillingen“ stehen im Mittelpunkt der abgedruckten Aufsätze, Vorträge und Reden. Besondere Beachtung verdient die Analyse „Regionale Geschichte als Lehrmeisterin und Erinnerungsinstanz“ von Dr. Manfred Treml. Der Autor, ehemals Referatsleiter für Geschichte an der Dillinger Akademie und Direktor des Museumspädagogischen Zentrums München, vertritt als Historiker die Überzeugung: „Wir dürfen und müssen den Kampf um die Erhaltung eines bürgerlichen Werte- und Bildungskanons durchaus offensiv führen, auf der Basis einer selbstkritischen Standortbestimmung zwar, aber zugleich auch selbstbewusst als Teil einer zukunftsfähigen europäischen Bürgergesellschaft.“ Nichts an Aktualität verloren habe ein Distichon von Goethe: „Willst du dich am Ganzen erquicken, so musst du das Ganze im Kleinsten erblicken.“

Weitere Beiträge zu diesen Themenbereichen lieferten Vereinsvorsitzender Dieter M. Schinhammer mit einem Bericht über das Dillinger Stadtjubiläum, Claudia Kalesse vom Staatsarchiv Augsburg mit der Untersuchung „Vom Castrum zur Civitas“, Dr. Arnold Schromm mit baugeschichtlichen Anmerkungen zu „Burg und Schloss Dillingen“ und Sarah Lorenz mit „Die Stiftungen Bischof Hartmanns von Dillingen“.

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Dass viele Spezialisten permanent die Geschichte des Landkreises erforschen, spiegelt sich im folgenden Abschnitt „Ausgrabungen in der Ortsumfahrung Dillingen“ wider. Stefanie Berg-Hobohm vom Landesamt für Denkmalpflege beschäftigt sich mit „Ausgrabungen in der Ortsumfahrung Dillingen“, das Archäologenteam Alexandra Völter, Siglind Paschek und Marion Demmel sind mit dem Bericht „Fundreiches Donauried“ vertreten, die Restauratorin Simone Korolnik vermittelt einen Einblick in „Die konservatorisch-restauratorische Bearbeitung der Grabgefäße aus dem Brandschüttungsgrab 563 bei Donaualtheim“, die Münchener Anthropologin Anja Staskiewicz beschreibt die „Anthropologische Untersuchung einer Brandbestattung aus dem hallstattzeitlichen Grabhügelfeld bei Donaualtheim“ und Delia Hurka, Kreisarchäologin in Freising, würdigt die Bedeutung der Ausstellung „Geschichte in der Trasse“ im Dillinger Stadt- und Hochstiftmuseum.

Viele interessante Details finden sich in den weiteren Texten von Sarah Lipp („Herzogin Anna und ihre Bedeutung für Höchstädt“), Felix Guffler („Fund zweier Rechnungsbücher – Die Gemeinde Schabringen in den 1830er Jahren“ Simon Kotter („Gelebter Militarismus oder militärische Folklore? – Das Wirken bayerischer Kriegervereine im deutschen Kaiserreich am Beispiel Wertingens“) und Johannes Moosdiele-Hitzler (Bächingen im Dritten Reich“).

Für einen besonderen Glanzpunkt des Bandes sorgt Hartwig Wiedow mit dem Beitrag „Heinz Piontek im Donauried“. Mit sachkundiger Akkuratesse, mit bewundernswertem Detailwissen und mit ungewöhnlicher stilistischer Kraft untersucht der in Münster lebende Historiker, wie sich Piontek in der „Nachkriegsheimat“ im Kreis Dillingen zurechtgefunden und seine Anfänge als Schriftsteller organisiert hat. Selbst versierte Kenner der Literaturgeschichte werden überrascht sein von den neuen Erkenntnissen zu Pionteks frühen Schaffensperioden. Wiedow hat vor allem Materialien des Lauinger Piontek-Museums ausgewertet und erstellt ein überzeugendes Bild von Pionteks Leben in Lauingen (1947 bis 1955) und in Dillingen (1955 bis 1961).

Abgerundet wird das Jahrbuch mit Buchbesprechungen, einem Nachruf auf Max Springer, einem Bericht zur Geschichte des Vereins in den Jahren 2015/16 und einer Übersicht über die Entwicklung der Mitgliederzahl.

Mit dem Band hat der Historische Verein erneut bewiesen, dass die Beschäftigung mit der Heimatgeschichte dem Leser nicht nur historische Kenntnisse, sondern auch großes intellektuelles Vergnügen übermitteln kann.

des Historischen Vereins Dillingen“, 2015/16, mit vielen Illustrationen, kartoniert, 320 Seiten, Buchhandelspreis 25 Euro

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