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Bürgerversammlung

04.10.2014

Von Hochwasser bis B16 neu

Busse dürfen in Höchstädt gegenüber vom Schloss parken. Wilhelm Glogger bemängelte, dass dann aber der Gehweg so schmal sei, dass kaum mehr Mütter mit ihren Kinderwagen durchkämen.
Bild: Sartor

Das sind die Anliegen und Sorgen der Höchstädter

Wilhelm Glogger holt einen kleinen, zusammengefalteten Zettel aus seiner Hosentasche. Das, was er bei der Höchstädter Bürgerversammlung am Donnerstagabend sagen wollte, hatte er sich im Vorfeld aufgeschrieben. Glogger klappt das Papier auf, hebt seine Hand. „Wer ist eigentlich für die Reinigung des Schlossumfelds zuständig? Da liegen Dosen und alles mögliche rum. Aber das interessiert niemanden. Und die Wasserrinnen auf der Straße sind voller Sand und das Wasser läuft nicht mehr ab. Wenn es Winter wird und schneit, läuft mir das Wasser irgendwann in mein Geschäft rein“, sagt Glogger. Die Schlossseite sei Aufgabe der Stadt, so die Antwort von Stadtbaumeister Thomas Wanner. Um die andere Seite aber müssten sich die Anwohner kümmern.

Glogger hatte noch ein anderes Anliegen: „Wenn auf der Straßenseite gegenüber dem Schloss Busse stehen, dann wird der Gehweg so schmal, dass eine Frau mit ihrem Kinderwagen nicht mehr durchkommt. Und überhaupt sind die Parkplätze am Schloss schlecht ausgewiesen.“ Bürgermeister Stefan Lenz versprach Glogger, sich die Situation vor Ort genauer anzuschauen.

Auch das Thema Hochwasser wurde bei der Versammlung besprochen – nicht zuletzt auch deswegen, weil Lenz in seiner Präsentation erläutert hatte, dass von Höchstädt nach Blindheim sogenannte Flutpolder errichtet werden sollen. „Wenn das Gebiet geflutet wird, dann staut sich die Leite zurück und dann steigt der Grundwasserspiegel“, befürchtete Heinz Gnahm, der im Gebiet Bruckwörth wohnt. „Dann habe ich irgendwann Wasser in meinem Keller und wer zahlt mir das dann? Der Schaden wäre ja künstlich verursacht worden.“ Was die Flutpolder anbelange, habe er derzeit noch keine detaillierten Informationen bekommen, sagte Lenz. Er denke aber, dass landwirtschaftliche Schäden, die durch die Polder entstünden, entschädigungspflichtig seien.

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Auch Hans Schwarz sorgte sich, was im Fall eines Hochwassers geschehen könnte: „Die Gräben im Ried, über die das Wasser kommt, sind so schlecht, dass das Wasser nicht ablaufen könnte. Das müsste frei geräumt werden.“ Schwarz hatte außerdem noch eine andere Anregung: „Wie wäre es, aus der Bachgasse eine Einbahnstraße zu machen? Wenn einem dort ein Auto entgegenkommt, kann man nicht ausweichen.“ Lenz schlug vor, sich zu überlegen, eine Einbahnstraßenregelung wochenweise zu testen – mal in die eine, mal in die andere Richtung.

Stadtrat Günter Ballis meldete sich bei der Versammlung ebenfalls zu Wort. Schilder mit der Aufschrift „B16 neu nie“ bereiten ihm Kopfzerbrechen. „Das tut mir in der Seele weh. Es darf keine Blockierung mehr geben. Sonst sind wir aufgeschmissen.“ Lenz fügte hinzu, dass er bei einem Besuch in Deisenhofen gespürt habe, dass die Menschen dort viel Stress mit dem Durchgangsverkehr hätten und auch froh wären, wenn die Lastwagen verschwinden würden. „Die Bereitschaft wächst.“

Das Thema Barrierefreiheit wurde ebenfalls diskutiert. Höchstädt beteiligt sich als Modellkommune am Projekt „Bayern barrierefrei 2033“ – und dafür braucht Lenz die Unterstützung der Bürger. „Denn Sie wissen, wo Maßnahmen sinnvoll sind“, so Lenz. Es wurden Bögen ausgeteilt, auf denen die Bürger angeben sollten, welche Orte noch nicht für Menschen mit Behinderung zugänglich sind, wie etwa der Bahnhof. Aber bisher hat Lenz keinen einzigen Zettel zurückbekommen.

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