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16.09.2007

Von der globalen "Erkaltung"

Dillingen (vN) - "Große reale, positive Tatsachen auf dem Weg in die Zukunft" sieht der diesjährige Träger des Europäischen St.-Ulrichs-Preises, Miloslav Kardinal Vlk. Der Erzbischof von Prag nannte den Preis einen neuen Ansporn für weitere Aktivitäten in Richtung Annäherung zwischen Deutschen und Tschechen.

Sein Verhältnis zum deutschen Raum und zu den Deutschen habe sich, so der Redner in seiner Dankansprache, in der Zeit des Kommunismus entwickelt. Reisen ins ehemalige sozialistische Nachbarland DDR sei zum Ausland par excellance und in der Folge zur "Brücke zum Westen" geworden. So seien, erwähnte Vlk, zwei Drittel seiner theologischen Bücher in deutscher Sprache. Der Kardinal wörtlich: "Von diesen Kontakten haben wir sehr viel geistlich gewonnen. Dort habe ich die große Spiritualität der Einheit im Werk Mariens gefunden. Sie hat mein ganzes Leben markiert und sie ist die geistliche Grundlage der Arbeit für die Vergebung, Versöhnung und Einheit geworden."

Der Redner erinnerte an Kontakte zur Ackermanngemeinde, zu Bischof Dr. Josef Stimpfle, der ihm auch sein Bischofs-Brustkreuz mit dem Bild des hl. Ulrich schenkte. Durch klare Worte zu den Verbrechen der Nazis einerseits und zur Vertreibung der Sudetendeutschen andererseits habe ein Briefwechsel der beiden Bischofskonferenzen den Prozess der Versöhnung in Gang gesetzt.

Schwere Schäden durch Fehlen geistlicher Grundlagen

Immer wieder habe das kommunistische Regime versucht, "uns von unseren westlichen Freunden zu trennen." Bis jetzt spüre man, welche schwere Schäden für das Leben der Menschen das Fehlen der geistlichen Grundlagen in der Gesellschaft im Kommunismus gebracht habe. Seiner Ansicht nach bedrohen diese schweren Mängel an den Grundprinzipien des Lebens auch heute die Zukunft. Man diskutiere viel über die Gefahr der globalen Erwärmung, wenig von der globalen "Erkaltung" der Liebe, der Solidarität, der Empathie, der menschlichen, gegenseitigen Verhältnisse, die die Identität des Menschen ausmachten.

Jeder Mensch sehne sich danach, geliebt zu werden, jemandem zu helfen, jemanden zu lieben. Er wolle spüren, dass er nützlich und für jemanden wichtig ist. Hier sei großer Raum, um für die Zukunft der Menschheit zu arbeiten.

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