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Natur

22.08.2014

Vorsicht, giftiger Pilz

Neben Gourmet-Schmankerln wachsen in der Region auch gefährliche Arten

Neben Gourmet-Schmankerln wachsen in der Region auch gefährliche Arten

Von Horst von Weitershausen

Landkreis In diesem Jahr hat die Schwammerlzeit durch die feucht-warmen Temperaturen im Juli schon einige Wochen früher begonnen. Seither können Steinpilze, Braunkappen, Pfifferlinge, Maronen, Birkenpilze oder Champignons in den heimischen Wäldern und Wiesen gefunden werden. Doch Vorsicht, die Natur serviert nach den Worten von Manfred Herian, Kreisfachberater für Gartenbau und Landschaftspflege, nicht nur diese Gourmet-Schmankerl, sondern eben auch Pilze, die den genannten äußerlich sehr ähnlich sind, jedoch beim Verzehr, auch schon in kleinen Mengen, hochgiftige Erkrankungen auslösen, die trotz großer medizinischer Fortschritte immer noch zum Tod führen können. An zahlenmäßig vorderster Front der Vergiftungen mit Todesfolge in Deutschland und Europa stehen der Grüne und Weiße Knollenblätterpilz. „Häufig verwechselt mit den Wiesen- oder Waldchampignons ahnt der Konsument nach dem Verzehr nicht, was auf ihn zukommt“, berichtet Manfred Herian.

Denn in der Regel vergehen zwischen acht und zwölf, manchmal auch mehr Stunden, ehe es zu den ersten Vergiftungserscheinungen komme, die sich in überfallartiger Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Krampfanfällen äußerten. Keinesfalls sollten die Betroffenen versuchen, durch Hausmittel ein Erbrechen herbeizuführen, „denn hier kann nur ein Arzt professionelle Hilfe leisten“, betont Dr. Uta Kastner vom staatlichen Gesundheitsamt in Dillingen. „Darüber hinaus kann der Giftnotruf München unter Telefon 089/19240 verständigt werden oder einfach die 112 wählen, damit Hilfe kommt.“ Wichtig sei jedoch für jeden Pilzsammler, „dass er nur die nach Hause zum Verzehr mitnimmt, die er einwandfrei bestimmen kann und kennt“, fügt Dr. Kastner hinzu.

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Auf dem Vormarsch vom Süden her in die Region sind der Orangenfuchsige sowie Spitzgebuckelte Raukopf, die zur Familie der Schleierlinge gehören und auf den Kalkböden des schwäbischen Juras immer häufiger zu finden sind. Sie zählen zu den heimtückischsten Pilzen überhaupt, sagt Pilzfachmann Herian, da sie nach dem Verzehr eine Latenzzeit von bis zu 17 Tagen haben, ehe eine spürbare Reaktion eintritt. Zu verwechseln sei besonders der Orangenfuchsige Raukopf mit dem Pfifferling. Zu den weiteren giftigen Vertretern in den heimischen Wäldern zählen laut Manfred Herian auch die Risspilze, vor allem der hochtoxische Ziegelrote Risspilz oder Mai-Risspilz, der von Laien mit dem schmackhaften Mairitterling verwechselt werden kann.

Manfred Herian warnt vor unbekannten Lamellenpilzen, da unter ihnen die meisten hochgiftigen Arten zu finden seien. Bei den Röhrlingen gebe es neben ungenießbaren Vertretern nur den wirklich giftigen Satanspilz, der mit dem Steinpilz leicht zu verwechseln sei.

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