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Höchstädt

23.01.2021

Warten auf das B16-Happy-End in Höchstädt: Eine Chronologie

Wann wird die B16 in Höchstädt endlich gebaut?
Foto: Bianca Herker, Archiv

Plus 1971 begann die Geschichte rund um die Ortsumgehung für die Donaustadt. Wann wird endlich gebaut?

Erich Honecker wird Erster Sekretär des Zentralkomitees der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands. Zigarettenwerbung darf in den USA in Fernsehen und Hörfunk nicht mehr ausgestrahlt werden. Die Volksrepublik China ist nun Mitglied der UNO. Die Sendung mit der Maus flimmert erstmals über die Bildschirme und „Ärzte ohne Grenzen“ wird gegründet. In diesem Jahr eröffnet auch die erste deutsche McDonald’s-Filiale in München und Jackie Stewart ist der neue Formel-1-Weltmeister.

B16-Ortsumgehung in Höchstädt: Ein langer Weg seit 1971

1971 wird aber auch der Grundstein für eines der wichtigsten Projekte einer kleinen Donaustadt im Landkreis Dillingen gelegt: Die Donautalstraße als weiträumige Umgehung zwischen Günzburg und Donauwörth wird zum ersten Mal in den Bedarfsplan für die Bundesfernstraßen aufgenommen. Und damit beginnt ein langer Weg für die Stadt Höchstädt, der bis heute noch nicht beendet ist. Die Chronologie der B16-Ortsumgehung für Höchstädt ist geprägt von politischen Entscheidungen, wechselnden Bürgermeistern und Stadträten, starken Bürgerinitiativen, unzähligen Einwendungen, Bedenken und damit verbundenen Umplanungen – begleitet von Streit, Unwahrheiten, Diskussionen und Fragezeichen. Vor allem aber mit unglaublichem Einsatz aller Beteiligten aller Lager.

Rückblick: Nachdem eine mögliche Umgehung zwischen Günzburg und Donauwörth jahrelang im Bedarfsplan für Bundesfernstraßen immer wieder mitaufgenommen wurde, ist das gigantische Gesamtprojekt 1979/1980 reduziert und auf eine Umgehungsstraße für den Bereich der Donaustädte Gundelfingen, Lauingen, Dillingen und Höchstädt beschränkt worden. Doch weil die Widerstände in Höchstädt heftiger wurden, ist 1985 nur die Umgehungsstraße Gundelfingen–Lauingen in den vordringlichen Bedarf aufgenommen worden. Es dauerte acht Jahre, bis auch die Straße für Dillingen–Höchstädt wieder – ebenfalls mit Dringlichkeit – in den Bedarfsplan aufgenommen wurde.

Bürgerentscheid 1996: Die Mehrheit stimmt für eine Lösung

Es folgte 1996 die wichtige Entscheidung des Bürgerentscheids in Höchstädt: Die Mehrheit stimmte für eine Linienführung nördlich von Höchstädt und Deisenhofen ab. Drei mögliche Straßenlinien wurden als landesplanerisch positiv eingestuft, wobei im Jahr 2002 die Linienführung im Norden der Stadt vom Bundesverkehrsministerium förmlich bestimmt, sprich festgelegt wurde. Der entsprechende Vorentwurf für die Straße fand aber 2004 keine Bestätigung. Mit der Folge: Es gibt keine gemeinsame Ortsumgehung mehr, ab jetzt ist von Ortsumfahrung Dillingen und Ortsumfahrung Höchstädt die Rede. Vor sechs Jahren wurde die B16 für die Große Kreisstadt feierlich eröffnet.

Und in Höchstädt? Da gibt es „derzeit keine Aktivitäten seitens des Staatlichen Bauamtes, da erst die Ergebnisse des hydrogeologischen Gutachtens abgewartet werden müssen“, teilt Höchstädts Bürgermeister Gerrit Maneth mit. Das ist Stand im Januar 2021. In den vergangenen Jahren hat sich aber dennoch viel getan, vor allem im Hintergrund. Nach einer mehrheitlichen Abstimmung im Stadtrat wurde beispielsweise 2009 die Linienführung der B16 Nordtrasse Wasserschutzgebiet vom Bundesverkehrsministerium festgelegt. Ein entsprechender Vorentwurf wurde sogar bereits genehmigt – aber auf Grundlage eines mit RiStWag-Ausbaues. Und damit begann erneut ein steiniger Weg für die Höchstädter.

Wasserschutz: Die Planungen in Höchstädt ruhen

Denn mittlerweile ist klar, dass die B16 im Norden der Stadt nur verwirklicht werden kann, wenn das dortige Wasserschutzgebiet erhalten bleibt. Denn, so zwei Beschlüsse des Stadtrates, eigentlich sollte es aufgelöst werden, die Stadt wollte komplett mit der Trinkwasserversorgung an die Bayerische Rieswasserversorgung anschließen. Die Stadtteile Oberglauheim, Deisenhofen und Schwennenbach erhalten bereits Rieswasser. Doch das Umweltministerium kippte diese Entscheidung. Seit Mai 2019 ist klar, dass das WSG aus wasserwirtschaftlichen Gründen beibehalten werden muss und nicht aufgelöst werden kann. Seither versuchen alle Beteiligten neue Lösungsansätze zu finden – auf Basis der Ergebnisse des hydrogeologischen Gutachtens. Bis diese vorliegen, ruhen die Planungen. Zumindest in der Öffentlichkeit.

In unserer Wochenendausgabe finden Sie auf den Seiten 24und 25 eine große Grafik mit den wichtigsten Eckpunkten zur Chronologie der B16-Geschichte in Höchstädt. Gibt es vielleicht 2021 ein Happy End?

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